16 jähriger Junge: Was Eltern wissen sollten

16 jähriger Junge
Veröffentlicht: 25. Februar 2021

Die Pubertät ist sowohl für die heranwachsenden Kinder als auch für die Eltern unter Umständen eine herausfordernde Zeit. Körperliche Veränderungen bei den Kindern und Ungewissheit bei den Eltern erschweren das familiäre Zusammenleben. Wenn du einen 16-jährigen Jungen zu Hause hast, steckst du wohl gerade mitten in dieser Zeit.

Richtig mit deinem Sohn umzugehen scheint dabei bestimmt häufig wie ein Glücksspiel. In diesem Artikel beantworten wir die häufigsten Fragen rund um das Thema Regeln und Verhalten im Umgang mit 16-jährigen Jungen. Dabei sprechen wir nicht nur über das Verhalten deines Sohnes, sondern auch über das, was du für ein gesundes Zusammenleben tun kannst.




Das Wichtigste in Kürze

  • Mit 16 Jahren ist dein Sohn noch in der Pubertät. Unsicherheit und starke Emotionen sind in dieser Zeit für Jungs ganz normal.
  • Selbstständigkeit und Eigenverantwortung sind wichtig. Das gilt für die Jugendlichen selbst und auch ihre Entwicklung. Klare Grenzen und Regeln gehören aber genauso mit dazu.
  • Überlasse deinen Sohn nicht sich selbst. Auch Jungs mit ihrem ganz eigenen Kopf brauchen besonders in dieser Zeit deine Unterstützung und eine Bezugsperson.

Regeln und Verhalten im Umgang mit 16-jährigen Jungen: Was du wissen solltest

Seien es die körperlichen Veränderungen oder der Wunsch nach mehr Eigenständigkeit, das Verhalten von Jungen in diesem Alter verändert sich häufig stark in dieser Zeit. So normal und wichtig diese Entwicklung auch ist, kann es im Alltag und Zusammenleben oft schwer werden. Einige Unsicherheiten aus dem Weg zu räumen kann jedoch helfen.

Wie äußert sich die Pubertät bei 16-jährigen Jungen?

Die Pubertät ist, wie auch schon der 12-Wochen-Schub beim Baby, eine neue Entwicklungsphase für deinen Sohn. Diese Zeit gehört auf dem Weg zum erwachsen werden immer mit dazu und ist völlig normal. Normal anfühlen tut sich diese Zeit allerdings nicht. Weder für die Heranwachsenden, noch die Eltern.

Die Pubertät beginnt bei Jungen in der Regel um das 12. Lebensjahr herum. Bei Mädchen, meisten schon früher, mit 9 bis 10 Jahren. Grob lässt sich die dann folgende Zeit in drei Abschnitte einteilen:

Vorpubertät

Den Startschuss setzt die Vorpubertät und läutet die ersten Veränderungen in Familien mit Kindern ein. Diese Phase dauert in den meisten Fällen ein bis drei Jahre.

16 jähriger Junge

Die Pubertät ist für Eltern und Kinder eine schwierige Zeit. Die gute Nachricht: Mit 16 Jahren ist ein großer Teil schon überstanden. Ganz geschafft ist die Sache aber noch nicht. (Bildquelle: August de Richelieu/ Pexels)

Da in dieser Zeit der Körper verstärkt Sexualhormone produziert, entwickeln sich auch Körper- und Schambehaarung. Hormone nehmen auch Einfluss auf die Emotionen deines Sohnes. Ausgeprägte Reizbarkeit und Sensibilität können von nun an also häufiger werden.

Hochphase der Pubertät

Auf die Vorpubertät folgt die Hochphase. Dein Sohn dürfte in dieser Zeit zwischen 12 und 16 Jahren alt sein. Die emotionale Unsicherheit deines Sohnes wird in dieser Zeit noch weiter zunehmen. Eine Abgrenzung von den Eltern ist für Jugendliche während dieser Phase ebenfalls normal.

Spätpubertät

In der Spätpubertät klingen die gerade beschriebenen emotionalen Veränderungen langsam wieder ab. Dein Sohn wird jetzt vermutlich auch wieder etwas ausgeglichener werden. Das Einsetzen dieser Phase geschieht ungefähr mit 16 Jahren.

Welche Verantwortung sollte ich meinem 16-jährigen Sohn übertragen?

Dein Sohn wird in dieser Zeit in dieser Zeit immer eigenständiger werden. Dass er Verantwortung übernimmt, sollte ebenfalls dazu gehören. Zum Beispiel können Aufgaben im gemeinsamen Haushalt geteilt werden. Achte dabei darauf, dass du deine Erwartungen an deinen Sohn klar formulierst und die Hilfe deines Sohnes auch tatsächlich wertschätzt.

Verantwortung übernehmen ist wichtig. Unterstützung anbieten aber auch!

Selbstständigkeit ist für Jugendliche in diesem Alter wichtig. Vergiss aber nicht, dass es sich um einen Entwicklungsprozess handelt. Lass deinem Sohn also auch Raum für Fehler. Selbstständigkeit heißt auch nicht, dass alles allein erledigt werden muss. Wenn du merkst, dein Sohn benötigt Hilfe, biete ihm deine Unterstützung an. Versuche auch eine Umgebung schaffen, in der sich dein Sohn bei Schwierigkeiten an dich wenden kann.

Welche Regeln sollte für ich einen 16-jährigen Jungen aufstellen?

Beim familiären Zusammenleben sind Regeln das Gegenstück zur Eigenständigkeit und gehören zu einer gesunden Entwicklung deines Sohnes auf jeden Fall mit dazu. Manche Jugendliche testen in dieser Zeit aus wie weit sie bei ihren Eltern gehen können.

Für einen gesunden Umgang miteinander ist es aber wichtig, dass du klare Grenzen formulierst.

Auch wenn Wutausbrüche in der Pubertät durchaus nichts Ungewöhnliches sind, solltest solche extremen Ausfälle nicht kommentarlos hinnehmen. Mach deinem Sohn klar, dass Beleidigungen und Grenzüberschreitungen nicht von dir gestattet sind.

Welche Fragen solltest du mit deinem 16-jährigen Jungen vor dem Partybesuch klären?

Partys und abendliche Ausgänge werden in diesem Alter natürlich immer wichtiger und damit in Familien mit heranwachsenden Kindern ein häufiges Thema. Ein vom Elternhaus unabhängiges Sozialleben ist für die Entwicklung der Eigenständigkeit deines Sohnes sehr wichtig.

Gerade bei diesem Thema solltest du deinen Sohn aber nicht komplett sich selbst überlassen. Folgende Fragen solltest du daher mit deinem Sohn im Vorfeld klären:

  • Wo genau gehst du hin?
  • Mit wem triffst du dich?
  • Wann und wie kommst du wieder zurück?
  • Um was für eine Veranstaltung handelt es sich? / Was habt ihr vor?
  • Gibt es dort Alkohol?

In Bezug auf diese Fragen solltest du mit deinem Sohn auch verbindliche Vereinbarungen treffen. Vereinbart zum Beispiel eine Uhrzeit, um die dein Sohn wieder Zuhause sein soll.

Grundsätzlich solltest du natürlich auf die vom Jugendschutz vorgesehenen Regelungen zum Thema Ausgehzeiten ohne Begleitung und Alkohol beachten:

Alter Ausgehzeiten ohne Begleitung Alkoholkonsum
Unter 14 Jahren Bis 20.00 Uhr Kein Alkoholkonsum
Ab 14 Jahren Bis 22.00 Uhr Kein Alkoholkonsum
Ab 16 Jahren Bis 0.00 Uhr Nur Bier, Wein und Sekt, Kein Schnaps oder Likör

Mit 16 Jahren darf dein Sohn auch Gaststätten und Diskotheken besuchen. Die oben genannten Regelungen gelten dabei natürlich trotzdem.

Welche Konsequenzen sollte ich bei einem Regelverstoß meines 16-jährigen Jungen ziehen?

Im besten Fall hält sich dein Sohn natürlich an die zuvor angesprochenen Regelungen und eure Vereinbarungen. Jungen in diesem Alter und Jugendliche im Allgemeinen neigen dazu Regeln auch mal zu brechen. Wie wir bereits angesprochen haben, solltest du Regelverstöße und Grenzüberschreitungen nicht einfach ignorieren.

Beim Ziehen von Konsequenzen solltest du aber nicht willkürlich vorgehen. Die Konsequenz sollte sich logisch vom Verstoß ableiten lassen.

Missachtet dein Sohn beispielsweise wiederholt vereinbarte eine Uhrzeit, könntest du infolgedessen die nächste Veranstaltung verbieten. Ebenso wie logisch sollten Konsequenzen für Regelverstöße auch angemessen sein. Eine einzelne Überschreitung der vereinbarten Grenzen sollte nicht gleich ein dauerhaftes Ausgehverbot nach sich ziehen.

Wenn du immer darauf achtest, dass die Konsequenzen sowohl nachvollziehbar als auch angemessen sind, sollten sich aus deinem Handeln auch feste Grenzen erkennen lassen. Diese klare Struktur wird deinem Sohn nachhaltig helfen Grenzen zu verstehen und zu respektieren.

Über welche Themen sollte ich mit meinem 16-jährigen Sohn gesprochen haben?

Mit 16 dürfen Jugendliche dem Gesetz nach ohne Aufsicht Alkohol kaufen und konsumieren. Zwar gilt dies nicht für hochprozentige Schnäpse und Liköre, Bier und Wein sind jetzt aber frei zugänglich.

16 jähriger Junge

Jugendliche wollen ihre Freiheit und das ist auch gut so. Vor den ersten Partybesuchen solltest du aber sicher gehen, dass Sohn ausreichend aufgeklärt ist. (Bildquelle: Helena Lopes/ Pexels)

Genauso wie du deine kleinen Kinder auf den Umgang mit dem Internet vorbereitest, solltest du spätestens jetzt auch mit deinem Sohn über den verantwortungsvollen Konsum von Alkohol zu sprechen. Dabei müssen auch nicht zwangsläufig Verbote ausgesprochen werden. Berichte über eigene Erfahrungen und versuche deinem Sohn ein gutes Vorbild zu sein.

Über den Konsum von Drogen und dessen gesundheitliche Folgen sollte gegebenenfalls auch gesprochen werden. Achte aber bei solchen Themen darauf, dass du deinem Sohn nicht das Gefühl vermittelst ihm etwas unterstellen zu wollen.

Gib deinem Sohn das Gefühl auch bei schwierigen Themen mit dir sprechen zu können.

Bei angeregter Hormonproduktion im Körper eines 16-jährigen Jungen ist Sexualität natürlich ein großes Thema. Für Eltern ist das häufig auch ein schwer anzusprechendes Thema. Wenn du dir nicht sicher bist, dass dein Sohn schon ausreichend über Sexualität und die damit verbundenen Gefühle in der Schule aufgeklärt wird, solltest du ein Gespräch mit ihm suchen.

In jedem Fall solltest du aber sicher gehen, dass du für deinen Sohn eine Bezugsperson darstellst. Bei Problemen in diesem Bereich sollte dein Sohn das Gefühl haben, mit dir darüber sprechen zu können.

Fazit

Dass die Pubertät und Jungen in diesem Alter schwierig sein können, ist kein Geheimnis. Wichtig ist jedoch, dass du weißt das es sich um eine normale Entwicklungsphase handelt und das es mit der Zeit auch wieder einfacher wird.

Eine ausgeglichene Balance zwischen Selbstständigkeit und elterlichen Bestimmtheit können durch diese Zeit helfen und auch für harmonischeres Zusammenleben führen. Wenn du auf dein Verhalten und das deines Sohnes achtest, kann das auch positive Auswirkungen auf die weitere Entwicklung haben.

Bildquelle: Vadim Guzhva / 123rf

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