3D-Ultraschall: Was ist erlaubt?

3D Ultraschall
Veröffentlicht: 8. März 2021

Seit Januar 2021 sind 3D-Ultraschall-Untersuchungen nur noch zu medizinischen Zwecken erlaubt (1). Das sogenannte “Babywatching”, bei dem Eltern privat für hochaufgelöste 3D-Ultraschallbilder zahlen konnten, ist nun nicht mehr möglich.

Was es mit dieser neuen Änderung auf sich hat, was 3D-Ultraschall überhaupt ist und welche Alternativen es für dich gibt, schöne Erinnerungen an deine Schwangerschaft zu schaffen, erfährst du in unserem Artikel. Wir bieten dir eine neutrale Berichterstattung und bringen dir mehr Klarheit zum Thema 3D-Ultraschall.




Das Wichtigste in Kürze

  • 3D-Ultraschall ist seit Januar 2021 nur noch zu medizinischen-Zwecken erlaubt. Das sogenannte “Babykino” oder “Babywatching” ist so nicht mehr möglich. Die empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen mit 2D-Ultraschall bleiben bestehen.
  • Zunächst bedeutet “zu medizinischen Zwecken”, dass bereits Fehlbildungen oder eine Krankheit bei deinem Kind festgestellt wurden und der 3D-Ultraschall weitere Erkenntnisse bringt. Des Weiteren wirst du in deiner Arztraxis ausgiebig beraten, ob ein 3D-Ultraschall auch aus anderen Gründen für dich notwendig ist.
  • Es gibt Alternativen, um Erinnerungen an deine Schwangerschaft festzuhalten und um dich deinem noch ungeborenen Kind nahezufühlen. Diese kreativen Alternativen kannst du zusammen mit deinem Partner oder deiner Partnerin ausprobieren.

3D-Ultraschall: Was du wissen solltest

In deiner Schwangerschaft wirst du in der Regel dreimal zur Vorsorge mit 2D-Ultraschall untersucht. Auf den schwarz-weiß Bildern kannst du dein Kind sehen, aber um Details erkennen zu können, wirst du deinen Arzt oder deine Ärztin fragen müssen. Diese Untersuchung  wird von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

3D-Ultraschall wird zu medizinischen Zwecken weiterhin verwendet.

In der Vergangenheit konnten Eltern über 3D-Ultraschall beliebig oft schärfere Bilder von ihren ungeborenen Babys machen und diese als Erinnerungsfotos mit nach Hause nehmen. Diese Privatleistung haben viele Eltern in Anspruch genommen, wodurch das sogenannte “Babykino” entstanden ist.

Zu nicht-medizinischen Zwecken genutzter 3D-Ultraschall ist seit Januar 2021 verboten. Ein Kind hat keinen Nutzen aus zusätzlichen Ultraschall-Untersuchungen und wird so als “schutzbefohlen” durch die neue Gesetzgebung geschützt.

Dies wird damit begründet, dass es an Studien fehle die untersuchen, ob die Strahlungen des Ultraschalls dem Fötus schaden könnten (2). Es gibt jedoch Alternativen, auch ohne 3D-Ultraschall schöne Erinnerungen an deine Schwangerschaft zu schaffen.

Was ist ein 3D-Ultraschall?

Ultraschall-Untersuchungen werden unter anderem zu vorgeburtlichen Untersuchungen, der Pränataldiagnostik, verwendet. “3D” steht für dreidimensional, das bedeutet, dass dein ungeborenes Kind nicht nur in Höhe und Breite (wie eine Zeichnung auf einem Papier), sondern auch in der Tiefe (das entspricht unserem gewohnten räumlichen Sehen) abgebildet wird.

3D Ultraschall

Das Verbot für 3D-Ultraschall dient zum Schutz deines Babys. Euer Kind könnt ihr euch jedoch nach der Geburt ausgiebig und solange ihr wollt anschauen. (Bildquelle: Isaac Quesada/ Unsplash)

Oft wird 3D-Ultraschall in der Feindiagnostik, einer nicht immer notwendigen Untersuchung der Organe des Kindes, verwendet. Auch kann mit 3D-Ultraschall die harmlose, aber oft auftretende Fehlbildung “Lippen-Kiefer-Gaumenspalte” festgestellt werden (3).

Was sind die neuen Änderungen für 3D-Ultraschall?

Seit Januar 2021 ist der Einsatz von 3D-Ultraschall nur noch zu medizinischen Zwecken erlaubt (1). Das bedeutet auch, dass dein Geburtshelfer oder deine Hebamme keinen 3D-Ultraschall mehr für dich machen können. Denn das soll zukünftig nur noch durch Ärzte und Ärztinnen durchgeführt werden (4).

Das “Babykino” auf dem sogenannten “Gesundheitsmarkt” wird dadurch unterbunden. Wenn du jedoch einen 3D-Ultraschall aus medizinischen Gründen benötigst, wirst du die Bilder dann auch mit nach Hause nehmen können. Bitte besprich deine Fragen auch mit deinem Arzt oder mit deiner Ärztin.

Warum ist 3D-Ultraschall seit Januar 2021 verboten?

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) bezieht sich bei dem Verbot auf die Pflicht des Staates, zu behandelnde Personen und Dritte vor möglichen gesundheitlichen Gefahren zu schützen. Als “Dritte” wird auch dein Baby bezeichnet und fällt damit unter “schutzbefohlene Personen” für die der Staat sorgen muss.

Auch Ultraschall-Untersuchungen haben Risiken, denn Ultraschall hat eine thermische und eine mechanische Wirkung. Durch die Wärme und den Druck kann es zu einem ungewollten Schaden am Gewebe führen (4). 3D-Ultraschall zu nicht-medizinischen Zwecken hat somit ein Risiko, dass durch die neue Gesetzgebung vermindert werden soll.

Ist ein 3D-Ultraschall für mein Baby gefährlich?

3D-Ultraschall unterscheidet sich vom üblichen 2D-Ultraschall nur durch die zusätzliche Dimension, nicht aber durch die Methode der Anwendung. 3D-Ultraschall ist somit nicht gefährlicher als 2D-Ultraschall (5). Die oben genannten möglichen Nebenwirkungen von Ultraschall erfordern jedoch eine Gesetzgebung, um Risiken zu minimieren.

3D Ultraschall

Mit einem 3D-Ultraschall kannst du schon etwas besser das Gesicht deines Kindes erkennen. Zu medizinischen Zwecken reicht jedoch auch in den meisten Fällen ein 2D-Ultraschall. (Bildquelle: Medical Prudens/ Pixabay)

Diese Gesetzgebung wird von der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM e. V.) kritisiert. Sie sagt, dass es keine ausreichenden Studien, für die schädigende Wirkung von Ultraschall auf den Fötus gebe und schätzt das Risiko für sehr gering ein (5).

Wann ist ein 3D-Ultraschall medizinisch notwendig?

Viele Frauen fühlen sich in der Schwangerschaft müde und erschöpft und möchten sicher gehen, dass es ihrem Kind gut geht. Diese Symptome kommen häufig vor, aber wenn du dich unsicher fühlst, dann Frage sehr gerne in deiner Praxis nach.

Ein 3D-Ultraschall wird erst dann notwendig, wenn bereits in den Vorsorgeuntersuchungen Krankheiten oder Fehlbildungen festgestellt wurden oder du eine Risikoschwangerschaft hast (6). Jedoch kann dein Arzt oder deine Ärztin auch individuell entscheiden, ob für dich und dein Baby ein 3D-Ultraschall eine sinnvolle Ergänzung ist.

Welche körperlichen Voraussetzungen behindern einen 3D-Ultraschall?

Dein Arzt oder deine Ärztin werden dich gut beraten, ob ein 3D-Ultraschall für dich sinnvoll ist. Unter kosmetischen Gesichtspunkten ist es interessant, dass das Gesicht in der 25.- 33. Schwangerschaftswoche zu erkennen ist, der gesamte Körper des Kindes jedoch bereits zwischen der 12. und 16. Woche (3).

Des Weiteren entscheidet, ob ein Bild möglich ist, die dicke deiner Bauchdecke und der Sitz deiner Plazenta. In den meisten Fällen sitzt die Plazenta im oberen Teil der Gebärmutter. Hast du jedoch eine Vorder- oder Hinterwandplazenta, kann diese die Sicht auf das Baby behindern (6).

Sieht mein Baby in der Realität genau so aus wie auf einem 3D-Ultraschall?

Einige Eltern sind erschrocken, wenn sie ihr Baby auf dem 3D-Ultraschall sehen. Die Nasen oder die Lippen können riesig aussehen oder der Kiefer sieht verschoben aus.

Doch: Du kannst dir sicher sein, du wirst dein Kind lieben, wenn du es zum ersten Mal siehst, egal wie es aussieht. Außerdem: Dass das Gesicht deines Kindes etwas “komisch” aussieht, liegt oft an der Qualität des Ultraschallgeräts.

Vorteile
  • Erinnerungsfotos des Fötus
  • Möglichkeit mit dem Kind zu bonden
  • In Krankheitsfällen ermöglicht 3D-Ultraschall Aufklärung
Nachteile
  • Kein unbedingter medizinischer Nutzen
  • Es gibt Alternativen, um zu deinem Fötus Nähe aufzubauen

Kann ich einen 3D-Ultraschall zu Hause selber machen?

Ultraschallgeräte in 2D sind für zu Hause käuflich erhältlich. Durch die neue Gesetzgebung ist die Nutzung von Ultraschallgeräten zu nicht-medizinischen Zwecken seit Januar 2021 jedoch verboten. Um mehr über die Entwicklung deines Kindes zu lernen, kannst du Apps verwenden, die die verschiedenen Stadien von Föten in 3D simulieren.

Welche Alternativen gibt es zu einem 3D-Ultraschall?

Viele Eltern möchten von Beginn an Erinnerungen mit ihren Kindern schaffen. Durch das im Januar 2021 in Kraft getretene Verbot für nicht-medizinisch notwendigen 3D-Ultraschall, sind pränatale Fotos von deinem Baby nur bedingt möglich.

Wie du trotzdem schöne Erinnerungen an deine Schwangerschaft kreierst und Nähe zu deinem noch ungeborenen Kind herstellen kannst, zeigen wir euch kurz anhand folgender Beispiele:

  • 2D-Ultraschall: Medizinisch-notwendige Ultraschall-Untersuchungen wird es weiterhin geben. Die Fotos kannst du mit nach Haus nehmen und aufbewahren.
  • Gipsbauch: Einen Gipsabdruck von deinem Babybauch kannst du ganz einfach mit deinem Partner oder deiner Partnerin zu Hause machen. Bemalt ist er eine schöne Erinnerung an eure Schwangerschaft.
  • Babybauch-Fotoshooting: Zu Hause oder im Fotostudio kannst du deine Schwangerschaft auf tollen Fotos festhalten. Vergrößert könnt ihr sie euch auch in einem Zimmer aufhängen.
  • Schwangerschaftstagebücher: Mit einem Tagebuch erinnerst du dich später daran, wie du dich während deiner Schwangerschaft gefühlt hast und was sich durch deinen Babybauch verändert hat.
  • Kindsbewegungen spüren: Du kannst im Alltag deine Achtsamkeit stärken, in welchen Momenten dein Kind wach ist und wo es in deinem Bauch gerade liegt.
  • Bücher/Apps zum Thema Schwangerschaft: Es gibt viele Bücher und Apps, die dir auch mit Bildern beschreiben, wie groß dein Baby gerade ist und welche Fähigkeiten es in den jeweiligen Schwangerschaftswochen ausbildet.
  • Meditation in der Schwangerschaft: Wenn du deinem Baby nahe sein willst, kannst du meditieren. Vielleicht spürst du in den ruhigen Momenten dein Kind anders als im Alltag.
  • Hörrohr: Du kannst deine Hebamme fragen, ob sie mit einem Hörrohr die Herztöne eures Babys untersucht. Mit ein bisschen Übung kann dein Partner oder deine Partnerin selbst die Herztöne hören

Es gibt also tolle Alternativen, die es auch ohne 3D-Ultraschall ermöglichen, schöne Erinnerungen an deine Schwangerschaft zu kreieren. Du kannst selbst kreativ werden und wirst deine Art und Weise finden, wie du am besten in Kontakt zu deinem noch ungeborenen Kind kommst.

Fazit

3D-Ultraschall zu nicht-medizinischen Zwecken ist seit Januar 2021 zum Schutz deines Kindes verboten. Dein Arzt oder deine Ärztin wird jedoch bestimmen, wann es für dich notwendig ist, einen 3D-Ultraschall zu machen. Diese Fotos darfst du dann auch behalten. Erkundige dich am besten in deiner Praxis, wie es dort geregelt ist. Die gewöhnlichen Vorsorgeuntersuchungen in 2D wird es auch weiterhin geben.

Vorsorgeuntersuchungen sind weder mit 3D- noch mit 2D-Ultraschall für dein Kind gefährlich. Eine neue Gesetzgebung will lediglich Risiken durch eine erhöhte Verwendung von Ultraschall-Untersuchungen minimieren. Um auch ohne Fotos mit 3D-Ultraschall, Erinnerungen an deine Schwangerschaft zu schaffen, haben wir dir in diesem Artikel Alternativen aufgezeigt.

Bildquelle: Sonjachnyj / 123rf

Einzelnachweise (6)

1. Aerztezeitung.de (2020). Strahlenschutz. Babyfernsehen ab 2021 verboten
Quelle

2. Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (Hg.) (2020). IGeL-Monitor: Ab 2021: Ultraschall als "Babyfernsehen" wird verboten
Quelle

3. M.Langer & C. Rapp (o.J.). 3D/4DUltraschall
Quelle

4. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Nukleare Sicherheit (BMU) (Hg.) (2020). Kosmetische Anwendung nichtionisierender Strahlung
Quelle

5. Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (Hg.) (2019). Neue Strahlenschutzverordnung
Quelle

6. AOK Krankenkasse (Hg.) (o.J.). 3D- und 4D-Untersuchungen ab Januar 2021 nur noch eingeschränkt erlaubt
Quelle

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Wissenschaftszeitung
Aerztezeitung.de (2020). Strahlenschutz. Babyfernsehen ab 2021 verboten
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Pressemitteilung
Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (Hg.) (2020). IGeL-Monitor: Ab 2021: Ultraschall als "Babyfernsehen" wird verboten
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Arztpraxis
M.Langer & C. Rapp (o.J.). 3D/4DUltraschall
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Ministerium
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Nukleare Sicherheit (BMU) (Hg.) (2020). Kosmetische Anwendung nichtionisierender Strahlung
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Pressemitteilung
Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (Hg.) (2019). Neue Strahlenschutzverordnung
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Krankenkasse
AOK Krankenkasse (Hg.) (o.J.). 3D- und 4D-Untersuchungen ab Januar 2021 nur noch eingeschränkt erlaubt
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