Ultraschall in der 7. SSW: Deine Fragen beantwortet

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Zuletzt aktualisiert: 9. März 2021

Viele werdende Eltern freuen sich sehr auf den Moment, in dem sie ihr Baby auf einem Ultraschallbild zum ersten Mal sehen können. Dennoch gibt es viele Fragen und Zweifel rund um die Untersuchung mit Ultraschall in der 7. Schwangerschaftswoche (SSW): Ist ein Ultraschall in der 7. SSW sinnvoll? Kann die Untersuchung meinem Kind vielleicht sogar schaden? Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Ultraschalluntersuchung in der 7. SSW?

Im folgenden Artikel möchten wir dir die wichtigsten Fragen um eine Ultraschalluntersuchung in der Frühschwangerschaft beantworten und dich über den Ablauf eines solchen Termins aufklären. Dabei gehen wir auch auf deine Fragen zur Entwicklung des Kindes und den weiteren Verlauf in der Frühschwangerschaft genauer ein.




Das Wichtigste in Kürze

  • Ultraschalluntersuchungen gehören zu den bildgebenden Verfahren und werden in einer Schwangerschaft regelmäßig eingesetzt. Dein Frauenarzt kann anhand der Röntgenbilder die Entwicklung deines Kindes im Verlauf der Schwangerschaft beobachten und eventuelle Probleme rechtzeitig erkennen.
  • Wenn du einen Ultraschall in der 7. SSW durchführen möchtest, spricht man von einer Untersuchung in der Frühschwangerschaft. Zu diesem Zeitpunkt ist der Fruchtsack bereits ausgebildet. Außerdem können bereits erste embryonale Strukturen wie der Dottersack und ggf. der Embryo selbst erkennbar sein.
  • Standardmäßig werden Ultraschalluntersuchungen zu drei verschiedenen Zeitpunkten in der Schwangerschaft empfohlen. Das Verfahren gilt nach derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen als unbedenklich für die Gesundheit der Schwangeren und die Entwicklung des Kindes.

Ultraschalluntersuchungen in der Frühschwangerschaft: Was du darüber wissen solltest

Im folgenden Abschnitt möchten wir deine wichtigsten Fragen rund um das Thema Ultraschalluntersuchungen in der 7. SSW beantworten. Hier kannst du mit Sicherheit einige neue Informationen hinzugewinnen und am Ende entscheiden, ob eine Ultraschalluntersuchung in der 7. SSW für dich in Frage kommt.

Wie läuft eine Ultraschalluntersuchung in der 7. SSW ab?

Beim Ultraschall handelt es sich um ein bildgebendes Verfahren, welches mit für Menschen nicht hörbaren Schallwellen arbeitet. Diese werden durch den Schallkopf in den menschlichen Körper gesendet. Treffen die Schallwellen auf ein Hindernis, z. B. in Form von embryonalen Strukturen, werden diese “Echos” zurückgeworfen. Der Computer erstellt dann anhand dieser Signale ein Ultraschallbild (1).

Während der Schwangerschaft hast du Anspruch auf 3 Basis Ultraschalluntersuchungen, die von der gesetzlichen Krankenkasse gezahlt werden. Diese finden üblicherweise um die 10., 20. und 30. Schwangerschaftswoche (SSW) statt (1). Möchtest du darüber hinaus weitere Ultraschalluntersuchungen durchführen lassen, werden diese als Indiviuelle Gesundheitsleistung (IGeL-Leistung) abgerechnet und du musst die Kosten selbst tragen (1).

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Je weiter fortgeschritten die Schwangerschaft, desto mehr kann man auf einem guten Ultraschallbild erkennen. (Bildquelle: RODNAE Productions / Pexels)

Während der Untersuchung sollte dein Frauenarzt dir die einzelnen Schritte und seine Beobachtungen genau erklären. Du kannst ihn aber auch darum bitten, dir seine Beobachtungen nicht im Detail mitzuteilen, wenn du dich dadurch unsicher fühlst.

Wann genau sollte der Ultraschall in der 7. SSW stattfinden?

Für einen Ultraschall in der 7. SSW. gibt es keinen idealen Zeitpunkt, da dieser von dir freiwillig durchgeführt wird. Du kannst dir also aussuchen, ob du ihn zu Beginn (z. B. 7+1 SSW) oder am Ende (z.B. 7+5 SSW) der 7. SSW durchführen lässt.

Welche Ultraschalluntersuchungen muss ich als Schwangere durchführen lassen?

Empfohlen werden die drei Basis Ultraschalluntersuchungen im 3.,6. und 8. Schwangerschaftsmonat wie oben beschrieben (3). Sie dienen der regelmäßigen Überwachung im Rahmen der Schwnagerschaftsvorsorge und werden von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen (3).

Du hast jedoch auch jederzeit das Recht auf eine Ultraschalluntersuchung zu verzichten. Gründe dafür können sein, dass du Unsicherheiten oder Entscheidungszwänge durch mögliche Befunde vermeiden möchtest. Dies kann vor allem der Fall sein, wenn du dir sicher bist, dass du die Schwangerschaft ohne zusätzliche Eingriffe fortführen möchtest, ganz egal wie sich dein Kind entwickelt.

Zeitpunkt Was zeigt der Ultraschall?
9.-12. SSW Prüfen, ob sich der Embryo eingenistet hat, Körperform beurteilen, Bestimmung des Geburtstermins bzw. der genauen SSW (1)
19.-22. SSW altersgerechte Entwicklung des Kindes, Lage der Plazenta, ggf. Beurteilung des Kopfes (1)
29.-32. SSW altersgerechte Entwicklung des Kindes, Lage des Kindes, Beurteilung des Fruchtwassers und der Plazenta (1)

Jedoch solltest du dabei auch bedenken, dass es mittlerweile Möglichkeiten zur Behandlung im Mutterleib gibt, mit denen das Kind in seiner Entwicklung unterstützt werden kann (4). Somit kann eine Ultraschalluntersuchung immer eine Möglichkeit sein, Probleme rechtzeitig zu erkennen und gut zu behandeln.

Kann ein Ultraschall in der 7. SSW gefährlich sein?

Aus medizinischer Sicht gelten Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft als unbedenklich. Theorien über mögliche Schäden durch eine Erhöhung der Körpertemperatur bei der Schwangeren sowie über mögliche zellverändernde Auswirkungen des Ultraschalls konnten nicht belegt werden (5).

Mit einem Dopplerultraschall können die Blutströme der Mutter und des Kindes kontrolliert werden. (3).

Lediglich bei einem Dopplerultraschall mit Farbkodierung kommt es in einigen Fällen zu einer Erhöhung der Körpertemperatur bei der Schwangeren. Dies ist aber insofern unbedenklich, als dass der Arzt den Temperaturanstieg während der gesamten Untersuchung überwacht. Zudem sind keine Fälle bekannt, in dem diese vorübergehende leichte Erhöhung der Körpertemperatur einem Fötus direkten Schaden zugefügt hat (5). Die Untersuchung mit einem Dopplerultraschall wird in den Basis Ultraschalluntersuchungen zudem nicht angewandt, sondern nur, wenn hierfür ein Bedarf besteht.

Obwohl aus medizinischer Sicht bei einem Ultraschall normalerweise keine Schäden entstehen, solltest du die Untersuchung unbedingt von einem erfahrenen Facharzt durchführen lassen. Dieser ist in der Lage, die Entwicklung des Kindes richtig einzuschätzen und mögliche Probleme zu erkennen.

Nicht immer sind die Untersuchungsergebnisse eindeutig, sodass weniger erfahrene Ärzte diese evtl. nicht richtig deuten oder ihnen nicht weiter nachgehen (4). Somit können falsche Befunde erstellt und Problemen evtl. nicht richtig nachgegangen werden, was zu Unsicherheiten und Spätfolgen für das Kind führen kann (4). Wende dich daher immer an den Frauenarzt deines Vertrauens.

Was kann man auf dem Ultraschall in der 7. SSW bereits erkennen?

Bereits zu diesem frühen Zeitpunkt der Schwangerschaft lassen sich einige Strukturen per Ultraschall gut erkennen. Der erste Indikator ist der ausgebildete “Fruchtsack”, welcher kreisförmig angelegt sein sollte und um den Embryo liegt (6). Typisch ist hierfür ein deutlich erkennbarer Ring innerhalb der Gebärmutter.

Bis zur 10. SSW wird das Baby Embryo genannt. Danach spricht man von einem Fötus (3).

Die zweite Struktur ist der Dottersack, welcher sich einige Tage nach dem Fruchtsack entwickelt. Der Dottersack ist ca. bis zu 10. SSW Woche erkennbar und wird danach wieder abgebaut.

Nochmals einige Tage nach dem Dottersack bildet sich dann der tatsächliche Embryo, welcher zunächst noch deutlich kleiner ist als der Dottersack (6). Die Entwicklung der Organe kann in der Frühschwangerschaft nur zum Teil bereits beurteilt werden.

Welche Rolle spielt der Dottersack in der 7. SSW?

Der Dottersack gilt als erste embryonale Struktur, die besonders auf Ultraschallbildern bis zur 10. SSW eine wichtige Rolle spielt. Der Dottersack besteht aus drei Schichten (6):

  • Ektoderm
  • Mesoderm
  • Endoderm

Die einzelnen Schichten des Dottersacks haben verschiedene Funktionen. Im Endoderm läuft die Erythropoese ab, also die Bildung roter Blutkörperchen. Damit spielt der Dottersack eine wichtige Rolle bei der Versorgung deines Babys. Ein gesunder, normal förmiger Dottersack (Größe bis ca. 6 mm Durchmesser) spricht für einen positiven Verlauf deiner Schwangerschaft (6). Die Messung des Dottersacks sollte daher zu jeder Ultraschalluntersuchung in der Frühschwangerschaft gehören.

Teilweise kommt es vor, dass der Dottersack im Ultraschall zu sehen ist, der Embryo aber nicht. Dies ist zunächst nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen, sollte aber durch einen weiteren Ultraschall zu einem späteren Zeitpunkt abgeklärt werden (6).

Was muss ich beim Ergebnis des Ultraschalls in der Frühschwangerschaft beachten?

Ein Ultraschalluntersuchung in der 7. SSW dient vor allem der Orientierung und Überwachung der Entwicklung des Babys. Obwohl schon einige Strukturen gut zu erkennen sind, solltest du beachten, dass die Bildgebung zu diesem Zeitpunkt noch eher ungenau ist und durch eine Vielzahl äußerer Faktoren, wie z. B. Lage des Embryos oder Fruchtwassermangel, beeinflusst werden können.

Dies birgt ein gewisses Risiko, da nicht alle Fehlbildungen auf dem Ultraschallbild erkannt werden können (7). Als Schwangere solltest du dir dessen bewusst sein, um ein falsches Sicherheitsgefühl zu vermeiden. Bei Unsicherheiten solltest du deshalb stets das Gespräch mit deinem behandelnden Frauenarzt suchen und ggf. weitere Überwachungstermine vereinbaren.

Dennoch gilt eine Ultraschalluntersuchung in der Frühschwangerschaft als besonders hilfreich, um die genaue SSW zu bestimmen (8). So kann die altersgemäße Entwicklung des Kindes zuverlässig überprüft – und der errechnete Geburtstermin festgelegt werden.

Welche Untersuchungen muss ich in der Frühschwangerschaft außerdem wahrnehmen?

Neben den drei Basis Ultraschalluntersuchungen im 3.,6. und 8. Schwangerschaftsmonat wird dein Frauenarzt einen monatlichen Vorsorgeuntersuchungstermin mit dir vereinbaren. Dabei handelt es sich um Check-Ups, bei denen beispielsweise dein Blutdruck und die Lage deiner Gebärmutter, aber auch die Herztöne des Kindes kontrolliert werden (9). Ab der 32. SSW finden diese Vorsorgeuntersuchungen dann vierzehntägig statt.

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Eine gute ärztliche Überwachung gewährleistet einen sicheren und reibungslosen Verlauf deiner Schwangerschaft. Bei einigen Untersuchungen kannst du jedoch wählen, ob du diese durchführen lassen möchtest. (Bildquelle: Gustavo / Pexels)

Außerdem kannst du freiwillig einen sogenannten Ersttrimester-Test durchführen lassen. Bei diesem Test können Chromosom-Abweichungen frühzeitig erkannt werden. Hierüber wird dich dein Frauenarzt gesondert aufklären und den Test nur mit deiner ausdrücklichen Einwilligung durchführen.

Fazit

Wie du siehst kann eine Ultraschalluntersuchung in der 7. SSW Woche ohne Bedenken durchgeführt werden. Sie kann dazu dienen, die Entwicklung des Kindes zu dem entsprechenden Zeitpunkt zu überprüfen, wobei insbesondere die Entwicklung des Dottersacks in der Frühschwangerschaft beobachtet werden kann und sollte.

Du solltest dabei jedoch bedenken, dass die Untersuchung stets durch einen erfahrenen Frauenarzt durchgeführt –  und betreut werden sollte. So ist die bestmögliche Behandlungssicherheit für dich und dein Kind gewährleistet. Außerdem kann ein Experte eventuelle Abweichungen/ Anomalien in der Entwicklung des Kindes rechtzeitig erkennen und behandeln und dich zu deinen Anliegen professionell beraten.

Bildquelle: freestocks.org / Pexels

Einzelnachweise (9)

1. familienplanung.de: Ultraschall-Untersuchungen in der Schwangerschaft (14.03.2019)
Quelle

2. verbraucherzentrale.de: Schwangerschaft: Welche Untersuchungen zahlt die Kasse? (11.12.2020)
Quelle

3. gesundheitsinformation.de: Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft
Quelle

4. Gemeinsamer Bundesausschuss: Basis-Ultraschalluntersuchungen für Frauen in der Schwangerschaft - Information zum Angebot der gesetzlichen Krankenversicherung
Quelle

5. Ärztezeitung. Ultraschall in der Schwangerschaft ist nicht gefährlich. (2019)
Quelle

6. Brezinka, C. Der Dottersack – ein wichtiger Marker beim Ultraschall in der Frühschwangerschaft. J. Gynäkol. Endokrinol. AT 29, 28–32 (2019). https://doi.org/10.1007/s41974-019-0088-6
Quelle

7. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Aufklärung, Einwilligung und ärztliche Beratung zum Ultraschallscreening in der Schwangerschaft - Vorläufiger Berichtsplan (2011)
Quelle

8. Holzgreve, W., Westendorp, J., Tercanli, S., & Schneider, H. P. G. (1991). Ultraschall-Untersuchungen in der Frühschwangerschaft. Ultraschall in der Medizin, 12(03), 99-110.
Quelle

9. familienplanung.de: Vorsorgeuntersuchungen: Sicherheit für Mutter und Kind (18.06.2019)
Quelle

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Basis-Ultraschalluntersuchungen für Frauen in der Schwangerschaft
Gemeinsamer Bundesausschuss: Basis-Ultraschalluntersuchungen für Frauen in der Schwangerschaft - Information zum Angebot der gesetzlichen Krankenversicherung
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Ultraschall in der Schwangerschaft ist nicht gefährlich
Ärztezeitung. Ultraschall in der Schwangerschaft ist nicht gefährlich. (2019)
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Wissrnschaftlicher Artikel
Brezinka, C. Der Dottersack – ein wichtiger Marker beim Ultraschall in der Frühschwangerschaft. J. Gynäkol. Endokrinol. AT 29, 28–32 (2019). https://doi.org/10.1007/s41974-019-0088-6
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Wissenschaftliches Review
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Aufklärung, Einwilligung und ärztliche Beratung zum Ultraschallscreening in der Schwangerschaft - Vorläufiger Berichtsplan (2011)
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Wissenschaftlicher Artikel
Holzgreve, W., Westendorp, J., Tercanli, S., & Schneider, H. P. G. (1991). Ultraschall-Untersuchungen in der Frühschwangerschaft. Ultraschall in der Medizin, 12(03), 99-110.
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Vorsorgeuntersuchungen: Sicherheit für Mutter und Kind
familienplanung.de: Vorsorgeuntersuchungen: Sicherheit für Mutter und Kind (18.06.2019)
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