Ab wann CTG? Die wichtigsten Fragen und Antworten

ab wann CTG
Zuletzt aktualisiert: 19. April 2021

Das erste CTG. Ein sehr prägender Moment in der Schwangerschaft, der vielen Eltern noch lange im Gedächtnis bleibt. Doch ab wann das erste CTG und ab wann muss regelmäßig ein CTG gemacht werden?

Die Frage stellen sich viele Eltern. In diesem Artikel klären wir dich über jegliche Unklarheit bezüglich des Zeitpunkts des CTGs auf und liefern dir zudem zusätzliche Informationen zum Thema CTG.




Das Wichtigste in Kürze

  • Das erste CTG wird meistens im Rahmen der regelmäßigen Kontrolluntersuchungen in der 30. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Bei Schwangerschaften mit Mehrlingen oder Schwangerschaften, die ein gewisses Risiko mit sich bringen wird das erste CTG meistens bereits in der 25. Schwangerschaftswoche gemacht.
  • Beim CTG wird gleichzeitig die Herzfrequenz des ungeborenen Kindes und die Wehentätigkeit der Mutter gemessen, um mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen auszuschließen und diese gegebenenfalls möglichst schnell zu behandeln.
  • Plötzliche Anstiege und Abfälle der Herzfrequenz sind in den meisten Fällen unbedenklich.

Ab wann CTG in der Schwangerschaft: Was du wissen solltest

Bezüglich des CTGs können vor allem für Eltern, die das erste Kind erwarten viele Fragen aufkommen. In diesem Abschnitt beantworten wir dir Fragen, die oft im Zusammenhang mit dem Thema CTG gestellt werden.

Was ist ein CTG?

CTG ist die Abkürzung für das englische Wort Cardiotocography, auf Deutsch Kardiotokografie. Während des Verfahrens, welches zunächst in der späten Schwangerschaftsbetreuung und daraufhin auch während der Geburt angewendet wird,  werden gleichzeitig die Herzschlagfrequenz des Kindes sowie die Wehentätigkeit der werdenden Mutter aufgezeichnet. Das CTG dient besonders zur Überwachung der Gesundheit des Kindes, wie zur Überwachung der Gesundheit der Mutter, da durch das CTG eine mögliche Sauerstoffunterversorgung des Babys festgestellt werden kann.

Wie funktioniert ein CTG?

Bei dem CTG wird der Mutter für ca. 30 Minuten oder gegebenenfalls länger ein Gurt um den Bauch geschnallt, an welchem 2 Knöpfe angebracht sind. Diese Knöpfe zeichnen über Ultraschallsignale die Herzfrequenz des ungeborenen Babys und mögliche Wehen der Mutter auf. Falls das Baby während der Untersuchung schläft, kann es sein, dass eine Arzthelferin vor dem Anlegen des Gurts etwas am Bauch wackelt oder laute Geräusche abspielen lässt, um das Baby zu wecken. Dies ist weder schmerzhaft für die Mutter noch für das Baby. Dass das Baby während der Untersuchung wach ist, ist sehr wichtig, da nur so das CTG die Daten richtig aufzeichnen kann.

ab wann CTG

Das CTG zeigt in blau die Herzfrequenz des Kindes , in grün die Herzfrequenz der Mutter und die Wehentätigkeit in lila an. (Bildquelle: Sharon McCutcheon/ Unsplash)

Nach ca. 30 Minuten, erscheinen zwei Kurven auf einem Computer, der mit den zwei Knöpfen am Gurt verbunden ist. Die obere der beiden Kurven zeigt dabei meistens die Herzfrequenz des ungeborenen Babys, während die untere Kurve die möglichen Wehen der Mutter aufzeichnet. Das CTG durchzuführen ist weder schädlich für das Kind noch für die Mutter.

Ab wann ist ein CTG sinnvoll?

Das erste CTG in der Schwangerschaft findet meistens in der 30. Schwangerschaftswoche im Rahmen einer regelmäßig stattfindenden Vorsorgeuntersuchung statt. Ab dem Zeitpunkt wird ein CTG bei keiner Auffälligkeit alle 14 Tage bis zum Geburtstermin veranlasst. Bei der Geburt selbst werden meist in regelmäßigen Abständen CTGs gemacht, um vor allem die Reaktion des ungeborenen Babys auf die Wehen zu beobachten. 
Im Normalfall wird ein CTG in der 30. SSW veranlasst

Bei Schwangerschaften, die mit einem bestimmten Risiko einhergehen (z.B. eine Schwangerschaft mit Mehrlingen, Schwangerschaftsdiabetes, Infektionen etc.) erfolgt ein CTG bereits in der 25. Schwangerschaftswoche. Bei möglicher Gefährdung des Kindes ist es zudem möglich, dass die Mutter während des gesamten Geburtsvorgangs an ein CTG angeschlossen ist.(1)

In der 30. Schwangerschaftswoche ist das Baby schon sehr weit entwickelt. Es wiegt in der Regel etwa 1400 Gramm und ist 40 cm groß. Eine Besonderheit in der Entwicklung des Kindes während der 30. Schwangerschaftswoche ist, dass es ungefähr ab dem Zeitpunkt Schmerzen empfinden kann. Zudem reagiert es immer sensibler auf Reize von außen. Die 30. Schwangerschaftswoche ist auch im Hinblick der Selbstständigkeit des Kindes sehr bedeutsam. Es kann nun unabhängig von der Mutter die eigene Körpertemperatur regulieren und das echte Kopfhaar entwickelt sich stets.(2)

Ein Grund, warum das CTG in der 30. Schwangerschaftswoche stattfindet ist unter anderem auch, dass das Baby sich in der Zeit anfängt in die Geburtsposition zu legen. Das heißt, es dreht sich innerhalb der Gebärmutter mit dem Kopf nach unten. Wenn dies nicht geschieht, ist das zu dem Zeitpunkt sehr unbedenklich. Oftmals setzen auch sogenannte „Übungswehen“ ein, die den Körper auf die bevorstehende Geburt einstellen sollen.

Was sind „normale“ CTG- Werte?

Der durchschnittliche Herzschlag des ungeborenen Kindes wird als Grundfrequenz bezeichnet. Bei einem unauffälligen CTG liegt diese zwischen ca. 120 und 160 Herzschlägen pro Minute. Es ist völlig normal und meistens völlig unbedenklich, dass während des CTGs mehrmals Schwankungen der Grundfrequenz auftreten.(3)

Zustand Herzschlag
Akzelerationen plötzlicher Anstieg der Grundfrequenz um 15 Herzschläge pro Minute,
Grundfrequenz 120 bis 160 Herzschläge pro Minute
Dezelerationen plötzlicher Abfall der Grundfrequenz um mehr als 15 Herzschläge pro Minute

Akzelerationen

Als Akzeleration wird ein abrupter Anstieg der Herzfrequenz um mehr als 15 Schläge pro Minute für mindestens 15 Minuten bezeichnet. Dies passiert meistens, wenn das Kind sehr aktiv ist und sich viel bewegt. Während des CTGs sollten deswegen mindestens 2 Akzelerationen erfolgen, ansonsten deutet es darauf hin, dass das Kind schläft und geweckt werden muss.(4)

Dezeleration

Die Dezeleration beschreibt einen abrupten Abfall der Herzfrequenz des Kindes um mehr als 15 Schläge pro Minute. Dies kann bei einer Wehe kurzzeitig geschehen, ist aber völlig normal. Der Grund für den plötzlichen Abfall der Herzfrequenz des Kindes während einer Wehe ist der Druck, den die Wehe auf einen Hirnnerv des Kindes ausübt. In der Regel steigt die Herzfrequenz sofort nach der Wehe jedoch wieder an.

Ab wann erkennt man die Herztöne des Kindes im CTG?

Der Herzschlag  ist bereits im ersten Schwangerschaftsdrittel, also ab der 6. Schwangerschaftswoche bei einer normalen Ultraschalluntersuchung nachweisbar, doch noch nicht hörbar. Grade deswegen ist das erste CTG  für viele Eltern einer der emotionalsten Momente in der gesamten Schwangerschaft. Beim CTG sind die Herzschläge des Kindes das erste Mal durch die Ultraschallwellen, die von den Knöpfen am Gurt ausgehen hörbar.(3)

Ab wann werden Wehen im CTG festgestellt?

Wehen werden während des CTGs durch den Wehenschreiber festgestellt. Bei jeder Wehe wird von der Gebärmutter Druck auf die Bauchdecke ausgeübt. Diese Spannungen der Bauchdecke werden daraufhin in der Wehenkurve dargestellt. Durch das CTG können nur die Abstände zwischen den Wehen festgestellt werden, die Stärke der einzelnen Wehen jedoch nicht.(5)

Ab wann ist ein CTG auffällig?

Auch wenn abrupte Anstiege und Abfälle der Herzfrequenz im ersten Moment erschreckend wirken können, sind diese meist völlig harmlos. Ein plötzlicher Anstieg deutet in den meisten Fällen nur daraufhin, dass das Baby während der Untersuchung sehr aktiv ist und sich viel bewegt. Diese Anstiege der Herzfrequenz sind sehr wichtig, da durch sie festgestellt werden kann, ob das ungeborene Kind eventuell gesundheitliche Beeinträchtigungen aufweist.

abruptes Ansteigen oder Abfallen der Herzfrequenz ist im Normalfall unbedenklich

Wenn ein plötzlicher und kurzer Abfall der Herzfrequenz im Zusammenhang mit einer Wehe erfolgt, ist dies in den meisten Fällen auch völlig unbedenklich und normal. Es deutet darauf hin, dass das Kind auf die Wehentätigkeit der Mutter reagiert. Falls die Herzfrequenz nach der Wehe aber nicht wieder ansteigt, deutet dies auf eine andauernde unzureichende Sauerstoffversorgung des Kindes hin und es muss sofort untersucht werden, woran dies liegen kann.

Bei Schwangerschaften, die ein bestimmtes Risiko mit sich bringen, werden wesentlich häufiger CTGs während den Vorsorgeuntersuchungen gemacht, um möglichen gesundheitlichen Schäden durch die Überwachung der Frequenzen vorzubeugen und im Notfall direkt handeln zu können.

Welche Alternativen gibt es zum CTG?

Das CTG ist die herkömmliche und am häufigsten angewandte Methode, um die Herzfrequenz des ungeborenen Kindes und die Wehentätigkeit der Mutter zu beobachten. Eine häufig angewandte Alternative zum CTG gibt es nicht wirklich, das CTG wird in der Regel immer gemacht. Jedoch werden zum CTG zusätzliche Untersuchungen gemacht, um die im CTG festgestellten Ergebnisse zu spezifizieren.  Dies ist oftmals wichtig, um die Gründe für irreguläre Schwankungen in der Herzfrequenz so genau wie möglich festzustellen und dementsprechend zu behandeln. Außerdem kann es auch vorkommen, dass irreguläre Schwankungen falsch gedeutet werden und daraufhin nicht richtig behandelt werden.

Dopplersonografie

Die Dopplersonografie ist eine bestimmte Ultraschall-Methode, welche bei im CTG festgestellten irregulären Schwankungen oder auch zur Vorsorge angewandt wird. Dabei wird die Geschwindigkeit und Richtung von fließendem Blut in den Arterien und Venen des ungeborenen Kindes kontrolliert. Dies ist eine Möglichkeit die Blutversorgung einiger Organe und Gewebe, die für die Entwicklung wichtig sind zu kontrollieren und einer möglichen Sauerstoffunterversorgung vorzubeugen.(6)

Fetalblutanalyse (FBA)

Um mögliche Auffälligkeiten während des CTGs aufzuklären, wird während der Geburt manchmal eine Fetalblutanalyse durchgeführt. Die Fetalblutanalyse kann nur durchgeführt werden, wenn der Muttermund bereits leicht geöffnet und die Fruchtblase geplatzt ist. Dies geschieht, indem ein Arzt oder eine Ärztin dem Fetus Blut aus der Kopfhaut entnimmt und darauf den Säuregehalt im Blut (pH-Wert) bestimmt. Damit kann festgestellt werden, ob möglicherweise ein Sauerstoffmangel vorliegt.(7)

Fazit

Zusammengefasst wird ein CTG automatisch im Rahmen der routinemäßigen Vorsorgeuntersuchung ab der 30. Schwangerschaftswoche gemacht und bis zum errechneten Geburtstermin alle zwei Wochen wiederholt. Zudem geschieht ein CTG auch während des Geburtsvorgangs, um die Reaktion des Kindes auf die Wehen zu beobachten und möglichen Komplikationen vorzubeugen.

Bei Risikoschwangerschaften geschieht dies bereits ab der 25. Schwangerschaftswoche und wird gegebenenfalls auch öfter wiederholt, um die Gesundheit des Kindes bzw. der Kinder möglichst umfassend kontrollieren zu können. Um eine möglichst umfassende Kontrolle der Gesundheit des ungeboren Kindes zu gewährleisten ist also der regelmäßige Besuch beim Frauenarzt bzw. der Hebamme unverzichtbar. Erst dann kann dir auch die Information gegeben werden, wie oft du ein CTG machen solltest.

Bildquelle: Anna Hecker/ Unsplash

Einzelnachweise (7)

1. dr-grumpert.de: Normale CTG-Werte
Quelle

2. netdoktor.de: 30. SSW: So entwickelt sich Ihr Baby
Quelle

3. gyn-obermenzing.de: CTG: WAS IST EIN CTG UND WAS SAGT ES AUS
Quelle

4. flexikon.doccheck.com: Dezeleration
Quelle

5. familie.de: CTG: Was der Wehenschreiber verrät
Quelle

6. praenatalmedizin-leipzig.de: Doppler-Ultraschall / Dopplersonografie
Quelle

7. familienplanung.de:Fetalblutanalyse
Quelle

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