Ab wann kann ein Kind mit dem Laufrad fahren? Alle wichtigen Infos

ab wann Laufrad
Zuletzt aktualisiert: 8. März 2021

Das Laufrad ist wohl das beliebteste Vorbereitungsgerät auf späteres Fahrradfahren. Das liegt daran, dass durch das Fahren sowohl der Gleichgewichtssinn des Kindes, als auch seine koordinativen Fähigkeiten geschult werden. Aber könnte mein Kind dadurch auch lauffaul werden? Ist es schlecht, zu früh anzufangen? Was passiert, wenn es nicht rechtzeitig den Absprung schafft?

Solltest du dir diese Gedanken schon gemacht haben, bist du hier genau richtig. Im folgenden Artikel dreht sich nämlich alles rund um das Thema: Ab wann kann mein Kind Laufrad fahren?




Das Wichtigste in Kürze

  • Laufräder sind Gefährte für Kinder, die diese nur mit ihrer eigenen Muskelkraft betreiben. Die Muskeln können also durch das Fahren gestärkt werden.
  • Sie können einen positiven Einfluss auf die Balance und die Geschicklichkeit deines Kindes haben.
  • Um die Verletzungsgefahr so klein wie möglich zu halten, ist es wichtig, dass dein Kind nicht zu früh mit dem Fahren beginnt. So ist es sicherer und Stürzen kann vorgebeugt werden.

Der richtige Zeitpunkt für ein Laufrad: Was du wissen solltest

Es gibt so vieles, für das man als Eltern kritisiert werden kann. Oder zumindest kritisch beäugt wird, wenn man es anders handhabt, als der Rest. Aber woher soll man all das Wissen haben, gerade wenn es z.B. das erste Kind ist?

Zumindest was deine Fragen rund um den richtigen Zeitpunkt für das Laufradfahren angeht, können wir dir mit diesem Artikel weiterhelfen. Wir haben die wichtigsten Fragen und jeweiligen Antworten für dich gesammelt. Alles rund um das Thema: ab wann Laufrad fahren?

Mit wie viel Jahren kann mein Kind mit dem Laufradfahren beginnen?

Die jeweiligen Hersteller geben oft einen bestimmten Altersrahmen an. Häufig ist auch eine Begrenzung von nicht unter drei Jahren angesetzt. Du solltest aber beachten, dass dies nur eine grobe Orientierung darstellt.

Die Herstellerangaben können eine Orientierung darstellen.

Die Werte sind nämlich natürlich überhaupt nicht individuell. Da du dein Kind am besten kennst, entscheide am besten auch etwas nach deinem eigenen Gefühl. Du kannst wahrscheinlich am besten selbst einschätzen, wozu dein Kind fähig ist, was du ihm zutraust. Voraussetzung ist aber, dass dein Kind bereits laufen kann.

Wie groß muss mein Kind sein, um mit einem Laufrad fahren zu können?

Auch hier gibt es keine Faustformel.
Es ist unabdingbar, dass dein Kind mit den Füßen den Boden berühren kann.

Es ist allerdings unabdingbar, dass dein Kind mit den Füßen den Boden berühren kann. Andernfalls wird es sich beim Fahren nicht sicher fühlen. Weil dein Kind aber natürlich stetig wächst, ist ein Modell mit höhenverstellbarem Sattel und Lenker zu empfehlen.

Wo kann mein Kind am besten Laufrad fahren?

Zum Üben eignen sich am besten Orte mit so viel Platz und so wenig Hindernissen wie möglich. Das Laufrad kann sowohl in der Wohnung, als auch an der frischen Luft benutzt werden.

Solltest du mit deinem Kind zum Fahren nach draußen gehen, solltest du aber aufpassen, dass es nicht zu nah an viel befahrene Straßen kommt. Spielstraßen und beruhigte Straßen sind in diesem Falle sicherer!

Ab wann können Kinder ohne Hilfe sicher Laufrad fahren?

Wenn dein Kind mit dem Fahren beginnt, solltest du es noch stützen. Gerade bei den ersten Malen kannst du dafür von hinten den Lenker festhalten. So kannst du ihm Sicherheit geben.

Fühlt es sich erst einmal sicher auf dem Gerät, kann es alleine fahren. Und ab dann gilt der Grundsatz: Übung macht den Meister. Über die Zeit wird es also besser und besser werden.

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Je sicherer sich dein Kind fühlt, desto mehr Spaß wird es am Fahren haben. (Bildquelle: Markus Spike/ Unsplash)

Je nach persönlichem Entwicklungsstand ist es also wieder von Kind zu Kind unterschiedlich. Manche sind schneller mit den Abläufen vertraut als andere. Auch wenn es irgendwann sicher wirkt, solltest du dein Kind aber nie unbeaufsichtigt fahren lassen!

Sollte das Laufrad eine Bremse haben?

Hier ist es wie bei so vielen Dingen. Zu dieser Frage gibt es verschiedene Ansichten. Die einen sagen Ja, die anderen Nein. Deshalb haben wir die Vor- und Nachteile einer Bremse in der nachstehenden Tabelle zusammengefasst.

Pro Contra
doppelt hält besser Kind kann mit den Füßen bremsen
Bremsen gewöhnt an motorische Abläufe auf dem Fahrrad Bremse nur Beruhigung für elterliches Gewissen.
sicherer Geschwindigkeit ohnehin sehr gering

Schau hier also einfach was dich mehr überzeugt, oder wie du dich besser fühlst. Drastische Nachteile für dein Kind sind, egal wie du dich entscheidest, nicht zu erwarten.

Sollte mein Kind beim Laufradfahren Schutzkleidung tragen?

Gerade jüngere Kinder können ihre Geschwindigkeit noch nicht so gut einschätzen. Diese ist aber auch oft nicht so hoch, da sie auch von diesen selbst erzeugt wird. Schutzkleidung ist also in den meisten Fällen nicht unbedingt erforderlich.

Worauf du achten kannst: Aufprallschutz am Lenker.

Worauf du aber achten kannst, ist auf einen Aufprallschutz an der Seite des Lenkers. Dieser kann einen Sturz etwas abfedern. Natürlich bietet diese Ergänzung aber keinen vollumfänglichen Schutz und kann aufgrund von oftem Hinfallen schnell abnutzen.

Wann sollte mein Kind vom Laufrad auf ein anderes Gerät umsteigen?

Wenn dein Kind sehr sicher auf dem Laufrad ist, könnte es an der Zeit sein, es vor eine neue Herausforderung zu stellen. Bleibt es zu lang bei demselben Gerät, so kann es passieren, dass es irgendwann die Lust am Fahren verliert.

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Das Fahren sollte spannend und abwechslungsreich sein. So verliert dein Kind nicht zu schnell die Lust daran. (Bildquelle: Danny Nee/ Unsplash)

Das bedeutet jedoch nicht, dass du nach zwei Wochen bereits etwas Neues anschaffen musst. Wenn es darum geht, dass dein Kind das Laufrad nicht zu schnell langweilig findet, kannst du einige Tricks anwenden. Welche das sein könnten, siehst du hier:

  • nicht immer die gleichen Stecken fahren
  • sowohl drinnen, als auch draußen fahren
  • mit dem Kind völlig neue Gegenden erkunden, so über die Umgebung neue Anreize schaffen

Wenn aber auch das alles nicht mehr weiterhilft, könnte es Zeit für das erste Fahrrad sein. Dafür wurden durch das Laufrad schon wichtige Fertigkeiten erlernt. Trotzdem stellt dies dann eine neue Herausforderung für dein Kind dar, an der es weiter wachsen kann.

Welche Alternativen gibt es zum Laufradfahren?

Wenn es nun aber doch kein Laufrad sein soll, gibt es auch einige Alternativen. Auf dem Gebiet der Fortbewegungsmittel für Kinder gibt es nämlich noch vieles mehr. Wir haben einige der beliebtesten für dich aufgelistet.

  • Bobbycar: Das Mini-Auto für Kinder. Es wird durch Abstoßen mit den Beinen betrieben. Es verfügt standardmäßig über vier Räder. Die Balance wird hier weniger trainiert. Der Vorteil ist aber, dass dein Kind nicht mitsamt des Fortbewegungsmittels umfallen kann. Neuere Modelle verfügen mittlerweile über Pedale.
  • Dreirad: Angetrieben wird das Dreirad über Pedale. Die meisten Modelle verfügen zusätzlich über eine Stange. Damit kannst du dein Kind anschieben, und ihm so die Fahrt etwas erleichtern.
  • Roller: Auch hier gibt es ganz unterschiedliche Modelle. Für die Kleinen besonders geeignet, sind solche mit aufblasbaren Reifen. Ist dein Kind schon etwas älter, so ist vielleicht ein Scooter Modell aus Metall geeignet. Gebremst wird zumeist mit dem hinten stehenden Fuß. So wird auch hier die Koordination trainiert. Auch das Gleichgewicht wird geschult. Dadurch dass aber im Stehen gefahren wird, kommt es dem Erlebnis Fahrrad fahren nur bedingt nahe.

Im Vergleich zu den ansonsten erhältlichen Kinder-Fahrzeugen eignet sich ein Laufrad wohl am besten zur direkten Vorbereitung auf ein Fahrrad. Die Bewegungsabläufe kommen denen auf einem Fahrrad dort am nächsten.

Fazit

Ein Laufrad kann die motorischen Fertigkeiten deines Kindes verbessern. Ebenso kann durch das Fahren der Gleichgewichtssinn gestärkt werden. Dein Kind bewegt sich spielerisch, was sich positiv auf die gesamte Entwicklung auswirken kann.

Wenn es um den richtigen Startzeitpunkt geht, können Herstellerangaben hilfreich sein. Diese sind allerdings keinesfalls zwingend. Traust du deinem Kind das Fahren schon früher zu, solltest du dich also nicht scheuen.

Probier es am Besten einfach aus! Dein Kind kann hier wertvolle Bewegungsabläufe für späteres Fahrradfahren erlernen. Außerdem kann es so die Welt auf neue Art und Weise entdecken.

Bildquelle: Jordan Sanchez/ Unsplash

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