Endlich ist das neue Familienmitglied da. Doch neben all der Freude, den unbeschreiblichen Glücksmomenten und der Euphorie kommt für viele junge Eltern nun das Erwachen. Das Baby schläft nicht so, wie man es eigentlich erwartet hat.

Wenn du auch zu jenen Eltern gehörst, die mit dem Baby viele nächtlichen Stunden wach sind, dann wird es dich interessieren, das Babys erstens anders schlafen und zweitens deine Hilfe brauchen, um zu einem guten und gesunden Schlaf zu finden.

Was du über den Schlaf deines Babies wissen solltest

Dein Baby hat ein anderes Schlafbedürfnis als du

Auch wenn es dir vielleicht so vorkommt, aber die Welt deines Babys besteht nicht nur aus dem Rhythmus schlafen, essen, Windeln wechseln und wieder schlafen.

Selbst Neugeborene nehmen die Eindrücke aus ihrer Umwelt war, auch wenn sie vielleicht noch nicht alles visuell aufnehmen können. Sei es deine Stimme, die Geräusche in der Umgebung oder auch Lichteinflüsse und Gerüche. Diese Sinneseindrücke wird es dann in seinem Schlaf verarbeiten.

Davon einmal abgesehen, hat dein Baby aber ganz grundsätzlich ein anderes Schlafbedürfnis als du. Auch seine Schlafgewohnheiten kannst du nicht mit denen eines Erwachsenen vergleichen.

Der Traum eines jeden Elternpaares – das Baby schläft ohne Probleme ein und auch durch. (pexels.com / Bryan Schneider)

Es wird also eine Weile dauern, bis es sich an deinen individuellen Rhythmus angepasst hat. Außerdem ist es nun einmal von Mutter Natur so vorgesehen, dass dein Baby in den ersten Monaten mehr schläft. Denn diese Zeit braucht es einfach, um zu wachsen und zu gedeihen.

Es ist ein Reifeprozess, wie er natürlicher nicht sein kann und den auch keine Mutter oder kein Vater dieser Welt in irgendeiner Weise tatsächlich beeinflussen oder gar beschleunigen kann.

So viel Schlaf braucht dein Baby

Während du im Normalfall mit 7 bis 9 Stunden Schlaf auskommst, braucht dein Baby rund 14 bis 20 Stunden Schlaf. Diese Zeit schläft es aber nicht in einem Stück. Vielmehr ist es so, dass dein Baby immer mit Unterbrechungen schläft. Das bedeutet, dass sich der Schlafbedarf auf den ganzen Tag verteilt.

Dabei solltest du aber bedenken, dass nicht jedes Baby gleich ist, was seine Schlafgewohnheiten oder sein Schlafverhalten angeht. Auch bei den Kleinsten der Kleinen gibt es Unterschiede.

Trotz der möglichen Abweichungen, werden dir die nachfolgenden Durchschnittswerte im Hinblick auf das Schlafbedürfnis als Richtwert dienen können:

  • Babys im Alter von 0 bis 3 Monaten schlafen in der Regel zwischen 14 und 20 Stunden am Tag. Über den Tag verteilt und in recht kurzen Intervallen schlafen sie also immer zwischen zwei und vier Stunden.
  • Babys im Alter von 4 bis 6 Monaten haben in der Regel einen Schlafbedarf von rund 12 bis 15 Stunden pro Tag. In diesem Alter werden aber die Abstände zwischen den einzelnen Schlafenszeiten, also die aktiven Wachzeiten schon etwas länger.
  • Im Alter von 7 bis 12 Monaten brauchen Babys in der Regel nur noch 11 bis 13 Stunden Schlaf pro Tag. Davon werden die meisten in der Nacht geschlafen und der Rest durch Mittagsschläfchen erreicht.
  • Babys im Alter zwischen 1 und 2 Jahren haben ein Schlafbedürfnis von etwa 11 bis 14 Stunden am Tag. Wobei in diesem Alter schon die meisten Schlafstunden in die Nacht verlagert sind. Das heißt, dass diese größeren Babys vorwiegend dann schlafen, wenn auch die Eltern schlafen.

Am Anfang hat dein Baby noch keinen geregelten Rhythmus

Dein Baby wird kurz nach seiner Geburt in einem Rhythmus schlafen, der eigentlich noch gar keiner ist. Zumindest nicht so, wie du ihn von dir oder eventuell deinem größeren Kind kennst.

Auch in den ersten Lebensmonaten wird dein Baby noch nicht in einem typischen Schlaf-Wach-Rhythmus sein, wie es vielleicht auf deinem eigenen Schlafbedürfnis entgegenkommen würde.

Denn Babys müssen das nächtliche Schlafen regelrecht erst lernen. Denn sie haben eben noch nicht diesen Tag-Nacht-Rhythmus, der sich dann auch auf ihr Schlafverhalten auswirkt.

Das liegt im Endeffekt daran, dass das Gehirn von den kleinen Wonneproppen bei der Geburt noch nicht vollständig ausgebildet ist.

Je weiter also der Entwicklungsstand des Gehirns deines Babys ist, umso besser wird sich dein Kind einen eigenen Schlafrhythmus zulegen.

Du kannst diesen Rhythmus zwar nicht beeinflussen oder gar einprogrammieren. Aber du kannst ihn etwas fördern. Denn besonders die ganz kleinen Kinder unterscheiden nicht nach Tag und Nacht oder nach hell und dunkel. Es ist ihnen also ziemlich egal, ob das Rollo unten ist oder nicht, wenn sie zum Schlafen hingelegt werden.

Doch dein Baby wird ganz unbewusst auf das reagieren, was in seiner unmittelbaren Umgebung passiert. So wird es mit Sicherheit aktiver, wenn du beispielsweise mit der Hausarbeit beginnst.

Ebenso wird es aber bei Weitem ruhiger bleiben, wenn du dich am Abend gemütlich vor den Fernseher setzt oder ein Buch liest.

Welche Voraussetzungen braucht dein Baby um gut schlafen zu können?

Eine optimale Schlafumgebung ist sehr wichtig. Der Schlaf ist für Babys ganz besonders wichtig. Denn während dieser Zeit wird das Wachstum ganz allgemein und die frühkindliche Entwicklung in physischer und psychischer Hinsicht angekurbelt.

Selbst die Fähigkeit, gut und einfach alles Neue zu lernen, wird beim Babyschlaf entwickelt. Deswegen ist ein guter und gesunder Schlaf für dein Baby fast noch wichtiger, als für dich selbst.

Damit dein Baby aber wirklich gut schlafen kann, kommt es immer auch auf die richtige Schlafumgebung an.

Mit dem Wissen im Hinterkopf, dass auch heutzutage rund 200 Säuglinge im Jahr am plötzlichen Kindstod sterben, solltest du in puncto Schlafumgebung immer auf Nummer sicher gehen.

Zu einer optimalen und sicheren Schlafumgebung für dein Baby gehören:

  • eine optimale Raumtemperatur von maximal 18° Celsius
  • ein gut gelüfteter Raum, damit genügend Sauerstoff im Kinder- oder Schlafzimmer ist
  • der Verzicht von Kuscheltieren im Kinderbettchen, denn diese könnte sich dein Baby vor Mund und Nase ziehen, so dass es keine Luft mehr bekommen kann
  • das Weglassen von losen Kissen im Kinderbettchen, denn auch diese können durch die Schlafbewegungen direkt auf dem Gesicht des Babys landen und die freie Atmung unterbinden
  • eine nicht zu leichte Bettdecke, die nach Möglichkeit nicht lose liegt, damit dein Baby sie sich nicht im Schlaf über das Gesicht ziehen kann
  • der Verzicht auf elektronische Geräte
  • eine Umgebung, die möglichst frei von störenden Geräuschen oder zu grellen Lichtquellen ist

Darüber hinaus ist es natürlich selbstverständlich, dass dein Baby sein eigenes Bett hat, welches seinen kindlichen Ansprüchen und Bedürfnissen entspricht.

Achte bei dem Bett deines Babies darauf, dass keine Gegenstände in der direkte Nähe deines Kindes sind, die ein Erstickungsrisiko darstellen könnten. (Bildquelle: pexels.com / Alicia)

Ebenso verhält es sich mit einer passenden Kindermatratze, die wirklich passend fürs Bettchen ist. Denn ist die Matratze zu klein, können gefährliche Zwischenräume entstehen, die für dein Baby eine Verletzungsgefahr bedeuten können.

Denke auch immer daran, dass du für dein Baby die richtige Schlafbekleidung bereit hältst. Zum einen sollte diese natürlich schön warm und kuschelig sein, damit dein Kind nicht friert. Sie sollte aber auch gut sitzen. Also nicht zu groß oder zu weit sein.

Denn auch hier kann die Gefahr bestehen, dass sich dein Kind im besten Fall nur unwohl fühlt. Im schlimmsten Fall aber kann auch hier die Erstickungsgefahr bestehen.

Tipp: Lege dein Baby nie allein ins elterliche Ehebett. Denn dort kann dein Kind erstens schneller herausfallen und zweitens fühlt es sich dort nicht wohl, sondern eher verängstigt und einsam. Dein Baby braucht auch in dieser Hinsicht eher die Nähe.

Tipps und Tricks fürs Ein- und Durchschlafen

Das nächtliche Durchschlafen steht immer im direkten Zusammenhang mit dem Reifeprozess des kindlichen Gehirns.

Denn erst wenn dieses gut entwickelt ist, gelangt dein Baby zu einem normalen Tag-Nacht-Rhythmus, der auch für sein angepasstes Schlafverhalten verantwortlich ist. Doch für das Ein- und Durchschlafen spielen auch andere Faktoren eine große Rolle.

So kann der Tagesablauf durchaus eine Rolle dabei spielen, ob dein Baby gut oder nicht so gut ein- und durchschlafen kann. Denn das Erlebte wird bei kleinen Kinder noch viel stärker beim Schlafen verarbeitet, als du das von dir selbst kennst.

Das ist aber nur ein Beispiel, warum es vielleicht an manchen Tagen nicht so leicht ist, dein Kind zum Schlafen zu bewegen. Sehr häufig liegen die Gründe in den folgenden Faktoren:

  • der Tag war zu aufregend
  • der Tagesrhythmus ist durch gewisse Situationen aus den Fugen geraten
  • dein Baby ist nicht wirklich müde
  • dein Baby ist völlig übermüdet

Einmal abgesehen davon, dass es auch mal zu heiß oder zu kalt ist, weil das Wetter nun einmal ist, wie es ist, können auch Dinge wie zum Beispiel Erkrankungen, das Zahnen oder auch fehlender Körperkontakt eine Rolle spielen, warum dein Baby nicht schlafen kann.

  • Tipp 1: Versuche also möglichst einen geregelten Tagesablauf mit deinem Baby zu haben.
  • Tipp 2: Vermeide es, das Baby zu früh in sein Bettchen zu legen.
  • Tipp 3: Umgehe es möglichst, dein Baby zu lange wach zu halten.

Schon mit diesen drei Tipps wird es etwas leichter sein, dein Baby zum Schlafen zu bewegen. Wobei du immer im Hinterkopf behalten solltest, dass die Babys förmlich vom Schlaf übermannt werden. Es ist bei den Kleinsten eben nicht der Fall, dass sie nach und nach müde werden.

Sicher hast du schon einmal Videos oder Fotos gesehen, wo Babys beim Füttern einfach einschlafen und mit dem Gesichtchen im Babybrei landen.

Hinweis: Babys brauchen besonders in den ersten Monaten das Gefühl, dass immer auf ihre Bedürfnisse eingegangen wird. Dadurch entwickelt sich bei ihnen das Gefühl von Geborgenheit und der Verlässlichkeit. Doch bitte nicht in den Fehler abgleiten, dass du das Baby dadurch vielleicht verwöhnen könntest. Weit gefehlt! Denn dein Baby braucht genau diese besondere Aufmerksamkeit und sich gesund und normal entwickeln zu können.

Einschlafrituale sind für dein Baby hilfreich

Auch wenn du dein Baby nicht darauf programmieren kannst, zu welcher Zeit es wie lange zu schlafen hat, kannst du ihm doch eine ganz wichtige Unterstützung geben. Du kannst ihm dabei helfen, seinen eigenen Rhythmus zu finden und gleichzeitig eine gute Einschlafhilfe bieten.

Das Kuscheln mit deinem Kind kann sich neben vielen weiteren Möglichkeiten auch als erfolgreiches Ritual herausstellen, um dein Baby zum Einschlafen zu bewegen. (Bildquelle: pixabay.com / PublicDomainPictures)

Am einfachsten gelingt das mit festen Ritualen. Dingen oder einer Abfolge von Handlungen die sich immer wiederholen, und die einzig direkt vor dem Schlafen stattfinden.

Tipps für bewährte Einschlafrituale:

  • das warme Bad vor dem Schlafen beruhigt dein Baby ungemein
  • die wohltuende Babymassage, bevor du den Schlafanzug anziehst, genießt dein Baby immer
  • halte möglichst gleiche Zubettgehzeiten ein, auch wenn bei deinem Baby vielleicht nicht die innere Uhr noch nicht optimal eingestellt ist
  • dimme das Licht soweit es geht, wenn du dein Baby zum Schlafen fertig machst
  • summe oder singe ihm ein Schlaflied vor, während du es noch einmal im Arm wiegst, bevor du es ins Kinderbettchen legst
  • setz dich in einen Schaukelstuhl und kuschle noch etwas mit deinem Baby, während du leise zu ihm sprichst oder ihm eine Geschichte erzählst

Welches Einschlafritual für dich und dein Baby das Richtige ist, musst du allerdings selbst herausfinden. Sicher kannst du auch das eine Ritual mit dem anderen kombinieren – ganz wie es euch beiden guttut.

Wichtig ist dabei jedoch immer, dass es sowohl deinem Baby, als auch dir gefällt. Nutze diese Momente immer auch für dich. Denn nicht nur dein Baby findet so zu einer wohltuenden Ruhe und Entspannung.

Was tun, wenn das Baby nachts schreit?

Es wird natürlich auch immer wieder Situationen geben, in denen dein Baby nachts wach wird und schreit. Das kann auch dann passieren, wenn es vielleicht seinen eigenen Schlafrhythmus schon gefunden hat und üblicherweise schon hauptsächlich in den Nachtstunden schläft. Es gibt viele Gründe, warum dein Baby nachts schreiend aufwacht.

Vielleicht ein Traum, der es erschreckt hat, eine nasse Windel, der Hunger, ein Geräusch oder auch das Zahnen, Blähungen und dergleichen. In keinem Fall solltest du aber dein Baby dann einfach schreien lassen. Oftmals reicht es dann schon, wenn du es kurz auf den Arm nimmst und leise beruhigst.

Wenn dein Baby nachts schreit, ist es empfehlenswert zu überprüfen, ob es eine neue Windel braucht, Durst hat oder unter Blähungen leidet. Kannst du diese Gründe alle ausschließen, braucht es vielleicht wirklich nur ein paar Streicheleinheiten, bevor es wieder weiter schläft.

Bei nächtlichem Schreien und Weinen solltest du möglichst wie folgt vorgehen:

  • nachdem du überprüft hast, dass es deinem Baby an nichts fehlt, solltet du es kurz auf den Arm nehmen und beruhigen
  • mache dabei niemals grelles Licht an, sondern versuche alles bei gedimmten Licht zu erledigen
  • hat sich dein Baby wieder beruhigt, dann lege es zurück in sein Bettchen und warte vor der Tür einige Minuten
  • sollte es dennoch erneut anfangen zu weinen, empfiehlt es sich, dass du ein paar Minuten abwartest – meist beruhigt es sich dann gleich darauf
  • klappt das nicht, dann nimm dein Baby erneut heraus und wiege es in den Schlaf – das kannst du machen, indem du leise und langsam durch die Wohnung gehst oder es dir mit dem Baby auf dem Schaukelstuhl bequem machst

Tipp: Ist das Zahnen für das nächtliche Weinen und Schreien die Ursache, dann streiche deinem Baby etwas Zahnungsmittel auf den Kiefer. Oder gib ihm etwas, worauf es herumbeißen kann. Idealerweise vielleicht einen Beißring, den du vorher im Kühlschrank aufbewahrt hast.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] https://www.elterngeld.de/baby-schlaeft-nicht/#gref

[2] https://www.kindergesundheit-info.de/themen/schlafen/0-12-monate/schlafvoraussetzungen/

[3] https://www.netmoms.de/magazin/baby/babyschlaf/wenn-dein-baby-nicht-einschlafen-kann/

[4] https://www.netdoktor.at/familie/baby/mein-baby-schlaeft-nicht-4469

Bildquelle: pexels.com / Studio 7042

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