Kaum ist das Neugeborene Kind auf der Welt, werden Eltern häufig an den Rand der Verzweiflung gebracht.

Schlaflose Nächte sorgen für extreme Müdigkeit und tiefe Augenringe. In diesem Artikel geben wir dir einen Überblick über alle wichtigen Informationen, damit auch dein Baby einen erholsamen Schlaf genießen kann.

Was sind typische Schlafzeiten eines Babys?

In den ersten Monaten lässt es sich kaum vermeiden, dass Neugeborene beim Füttern einschlafen. Ab einem Alter von ca. 3 Monaten sollte man jedoch versuchen, klare Gewohnheiten zu etablieren. Natürlich wird das Baby auch dann hin und wieder noch einschlafen, trotzdem sollten feste Uhrzeiten definiert werden.

Das Baby sollte auch bei noch wachen Zustand in sein Bettchen gelegt werden, optimalerweise befindet es sich bereits in einem leicht schläfrigen Zustand. Die Gefahr des Aufwachens besteht immer dann, wenn sich einzelne Schlafphasen abwechseln.

Bei Babys gibt es drei Entwicklungsschritte im Schlaf, die man als Eltern kennen sollte:

  • Das Neugeborenen-Schlafmuster (0-2 Monate)
  • Babyschlafmuster (2-9 Monate)
  • Kleinkinder-Schlafmuster (9-36 Monate)

Neugeborenen-Schlafmuster

Der Schlaf von Neugeborenen beginnt mit der Einschlafphase. Diese sollten Eltern mit einem Ritual dem Baby so angenehm wie möglich gestalten. Werden die Müdigkeitszeichen nicht wahrgenommen, so müssen die Eltern den gesamten Schlafzyklus einmal abwarten, bevor das Neugeborene wieder einschlafen kann.

Das Babyschlafmuster

Ist das Neugeborene einmal 3 Monate alt, so schläft es 5, manchmal sogar bis zu 8 Stunden am Stück. Die einzelnen Schlafphasen unterscheiden sich stärker und halten gleichzeitig länger an.

Kleinkinder-Schlaf

Ab einem Alter von 9 Monaten können die Babys in Bildern träumen, was gelegentlich auch zu Angstträumen führen kann. Ab diesem Zeitpunkt sollte das Kind in die feste Schlafkultur der Eltern integriert werden. Knapp die Hälfte aller Kinder wird während dem Schlaf wiederholt wach.

Diese Hintergrundinformationen sollten alle Eltern kennen, denn nur wenn man die Schlafphasen seiner Kinder versteht, kann man entsprechend handeln.

Babys die älter als 6 Monate sind, kommen bereits mit 2 Schläfchen unter Tags von jeweils 90 Minuten aus. Idealerweise liegen diese am Vor- bzw. Nachmittag. Ist das Kind über ein Jahr alt, so reicht auch ein Schlaf aus.

Rituale bringen Babys zum Einschlafen

Damit das Baby sanft in den Schlaf gleiten kann, gibt es eine Hand voll Tipps und Tricks, die Eltern kennen und unbedingt ausprobieren sollten. Generell ist es wichtig, feste Rituale und Rhythmen für das Kind zu schaffen. Es sollte fest in den Alltagsablauf der Eltern integriert und an deren Bettzeiten angepasst werden.

Besonders Rituale können langfristig beim Einschlafen helfen. Diese Rituale sollten zu einer festen Zeit beginnen, optimalerweise ist das Baby noch wach aber schon leicht müde. Außerdem ist wichtig, dass die Rahmenbedingungen erfüllt sind. So ist beispielsweise eine Temperatur von 18° C im leicht abgedunkelten Schlafzimmer optimal.

Bevor das Baby ins Bettchen gelegt wird, kann ein Entspannungsbad oder eine Massage wahre Wunder wirken. Wichtig ist auch, dass man sich intensiv mit ihm beschäftigen, zum Beispiel kann man ihm ein Liedchen vorsingen oder auch etwas vorlesen.

Festgelegte Schlafens- und Spielzeiten sollten ebenso in Rituale umgewandelt werden wie ein Entspannungsbad oder eine Massage. (Foto: ErikaWittlieb / Pixabay.com)

Zu den festen Ritualen sollte auch gehören, dass sämtliche Phasen mit hoher Aktivität eher auf den Vor- bzw. Nachmittag gelegt werden.

Abends sollte man das Kind schon einige Stunden vorher auf den Schlaf vorbereiten und eher ruhigere Aktivitäten wie beispielsweise Kuscheln auf dem Sofa einleiten. Dadurch merkt das Kind, dass das Energielevel zurückgeht und bereitet sich so unbewusst auf den Schlaf vor.

Wichtig ist auch, dass Babys feste Orte zum Schlafen haben. So kann der Mittagsschlaf von Kleinkindern beispielsweise immer auf der Couch stattfinden.

Experten empfehlen von Geburt an ein eigenes Bett in der Nähe vom Elternbett, da sich das Kind dann automatisch daran gewöhnt, alleine zurechtzufinden.

Einschlafhilfen für Babys

Zu den bereits erwähnten Ritualen können Einschlafhilfen das Schlaferlebnis von Babys, und somit auch der Eltern steigern. Wir zeigen dir 5 Einschlafhilfen, die du unbedingt ausprobieren solltest.

Regelmäßiger Tagesablauf

Ein regelmäßiger Tagesablauf wirkt sich indirekt auf das Einschlafverhalten des Babys aus. Immer die gleichen Abläufe und Muster vermitteln ein Gefühl der Sicherheit und das Energielevel nimmt abends ab, wodurch das Einschlafen leichter gelingt. Kombiniert mit den anderen Einschlafhilfen, ist dies ein sehr wichtiger Faktor für gutes Einschlafen.

Wärme hilft

Gerade im Winter kann es den Neugeborenen schnell kalt werden. Während das Schlafzimmer eher kühl sein sollte, so kann man dem Baby durchaus einen dickeren Schlafanzug oder einen dickeren Babyschlafsack zur Verfügung stellen.

Im Sommer hingegen kann es dem Baby zu warm sein, weshalb man sein Kind dann auch mal ohne Schlafsack ins Kinderbett legen kann.

Kuscheln

Das Kinder Nähe und Geborgenheit brauchen, ist kein Geheimnis. Hier sollten Eltern viel experimentieren, da jedes Kind seine persönlichen Vorlieben hat. Oftmals hilft schon ein beruhigender Tonfall und das Kind schläft auf dem Arm der Mutter oder des Vaters wieder ein.

Vorlesen, Vorsingen oder Musik

Auch bei diesem Punkt gilt wieder: Ausprobieren, ausprobieren, ausprobieren. Einige Kinder bevorzugen Spieluhren, anderen hingegen mögen es lieber, wenn man ihnen etwas vorsingt.

Ein weiterer Geheimtipp der bei vielen Babys zu funktionieren scheint, ist Weißes Rauschen. Das monotone Geräusch gibt den Neugeborenen Geborgenheit und ein Gefühl der Sicherheit.

Schlafprobleme beim Baby – Daran kann es liegen

Zunächst einmal ist es völlig normal, dass Babys in den ersten Wochen, meist in einem Zeitraum von 6 bis 12 Wochen, sehr unregelmäßig schlafen.

Ist das Neugeborene etwa 3 bis 4 Monate alt, so kannst du bereits damit beginnen, dem Kind zu einem regelmäßigen Schlafrhythmus zu verhelfen. Bereits sehr kleine Babys haben die Fähigkeit, sich selbst zu beruhigen.

Dies geschieht beispielsweise durch Nuckeln an den Händchen. Während einige Babys bereits nach ein paar Wochen selbstständig einschlafen können, brauchen andere dafür wesentlich länger.

Schlafstörungen – Schlaflosigkeit effektiv bekämpfen

Schlafprobleme sind bei Kleinkindern an der Tagesordnung. Die Ursachen können ganz verschieden sein – man muss sich nur einmal vor Augen halten, welchen Veränderungsprozessen der Körper in jungen Jahren ausgesetzt ist.

In den ersten Monaten ist es sogar so, dass Neugeborene während der Nacht Nahrung brauchen und deshalb automatisch aufwachen.

Warum schläft mein Baby unruhig?

Unruhiger Schlaf bei Kleinkindern kann verschiedenste Ursachen haben. Zunächst sei gesagt, dass unruhiger Schlaf nicht immer auf eine ernsthafte Bedrohung hindeutet, sondern teilweise auch natürlich ist.

Wie bereits erwähnt, sind Babys sehr vielen unterschiedlichen Prozessen ausgesetzt. Unruhiger Schlaf verhindert Tiefschlafphasen und somit das Überleben.

Würden Babys die ganze Nacht im Tiefschlaf verbringen, so würden sie nicht merken, wenn sie Hunger haben, ihnen zu kalt ist oder sonst eine Gefahr droht.

Folgende Gründe können darüber hinaus zu einem unruhigen Schlaf führen:

  • Das Baby hatte einen ereignisreichen Tag
  • Das Baby bekommt die Zähne
  • Bauchschmerzen oder andere Krankheiten
  • Ausgeprägter Moro-Reflex
  • Zu wenig Bewegungsfreiheit oder Lärmquellen

Um hinter die Gründe für den unruhigen Schlaf zu kommen, sollte man sein Kind vor allem auch am Tag sehr intensiv beobachten. Sollte es Schmerzen oder andere Krankheiten wie Fieber haben, so werden diese auch am Tag sichtbar sein.

Ein unruhiger Schlaf gehört bei Babys dazu und sichert deren Überleben. (Foto: marvelmozhko / Pixabay.com)

Möglicher Grund für einen unruhigen Schlaf können auch Verspannungen sein. In den ersten Monaten ist es beispielsweise ganz normal, dass ein Baby alle 2 bis 4 Stunden Hunger bekommt und dadurch aus dem Schlaf gerissen wird.

Nach dem Einschlafen dauert es ungefähr 30 Minuten, bis die erste Tiefschlafphase beginnt.

Der starke Moro-Reflex ist ganz normal, gerade bei sehr jungen Babys. Er sichert das Überleben und sollte daher nicht überkritisch beurteilt werden.

Wissenschaftlich bewiesen ist übrigens auch, dass Eltern aufgrund unzureichender Geduld oft unbewusst einen unruhigen Eindruck auf das Baby vermitteln, wodurch es selbst mehr innere Unruhe hat.

Warum schlafen Babys so viel? Wie hoch ist der Schlafbedarf?

Der Grund warum Neugeborene so viel schlafen, ist im Prinzip recht einfach erklärt. Babys erleben täglich jede Menge Eindrücke, die sie nur im Schlaf verarbeiten können. Hinzu kommen noch die zahlreichen Prozesse im Körper, die täglich für Veränderung sorgen. Deshalb ist der Körper eines Kleinkindes auch recht schnell schlapp und braucht Ruhe, um die Erlebnisse zu verarbeiten.

Die Frage, wie viel Schlaf ein Baby braucht, lässt sich nur verallgemeinert beantworten. Letztlich ist jedes Kind individuell und hat deshalb auch individuelle Ansprüche. Die einen kommen mit weniger Schlaf aus, die anderen benötigen mehr.

Alles wichtige zur Schlafqualität sowie Tipps zum besseren Schlafen – auch bei Erwachsenen – erfährst du in diesem Artikel.

Besser schlafen – So gelingt es auch dir

Schlafbedarf von Neugeborenen

Folgende Werte können als Durchschnitt betrachtet werden und sollten als grober Leitfaden für Eltern dienen.

Alter Schlafbedarf
0 bis 3 Monate 16-18 Stunden
3 bis 6 Monate 15 Stunden
6 bis 12 Monate 14 Stunden
Älter als 18 Monate 12 bis 13 Stunden

Wie viele Nickerchen pro Tag sind optimal?

Folgende Tabelle zeigt, wie oft Babys oder Neugeborene ein Nickerchen machen sollte.

Alter Anzahl der Nickerchen
0 bis 3 Monate 4 bis 5 Nickerchen
3 bis 6 Monate 3 Nickerchen
6 bis 14 Monate 2 Nickerchen
15 bis 36 Monate 1 Nickerchen

Ab wann schlafen Babys die Nacht durch?

Diese Aussage lässt sich pauschal tatsächlich nur schwer treffen. Generell gilt, dass Babys in den ersten 3-4 Jahren sehr unruhig schlafen, was auf die bereits angesprochenen Ursachen zurückzuführen ist.

Wichtig ist, dass die Elternteile Geduld zeigen und trotzdem an den Ritualen und Tagesabläufen festhalten. Wirkliche Wundermittel für einen Durchschlaf bei Babys gibt es nicht.

Wie bereits erwähnt, schlafen die meisten Babys während der ersten Monate fast ausschließlich in einem leichten Schlaf, der sogenannten REM-Phase. Dies stellt sicher, dass die Neugeborenen ihre Bedürfnisse wahrnehmen können. Durchschlafen bedeutet übrigens, dass ein Baby mindestens 6 bis 8 Stunden am Stück schläft.

Ab wann Babys eine ganze Nacht durchschlafen können lässt sich pauschal nicht sagen und hängt stark vom Individuum ab.

Eine Befragung von über 500 deutschen Müttern ergab, dass nur die Hälfte aller einjährigen Babys durchschlafen.

Fazit – Was tun, wenn ein Baby nicht einschlafen möchte?

Wenn Neugeborene nicht einschlafen können oder einen unruhigen Schlaf haben, kann das Mütter und Väter schnell zur Verzweiflung bringen. In den meisten Fällen steckt dahinter aber keine ernsthafte Bedrohung.

Wir haben dir in diesem Artikel ein paar wichtige Hintergrundinformationen und Tipps mit auf den Weg gegeben, damit auch dein Baby sanfter und besser einschlafen kann und die Eltern auch mal wieder etwas Zeit für sich haben.

Bildquelle: Pixabay.com / Profile

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