Blutbild Kosten: Was Schwangere wissen sollten

Blutbild Kosten
Zuletzt aktualisiert: 24. Februar 2021

Du bist schwanger und die Vorfreude ist riesig. Dennoch weißt du, dass jetzt erstmal ein Marathon an Vorsorgeuntersuchungen auf dich zukommt. Doch mit welchen Kosten musst du bei so vielen Untersuchungen jetzt eigentlich rechnen?

Ein wichtiger Bestandteil der Schwangerschaftsvoruntersuchungen ist die Erstellung und Analyse von Blutbildern. Aber was kostet ein Blutbild überhaupt und wer übernimmt die Kosten? In diesem Artikel beantworten wir einige der wichtigsten Fragen zum Thema Blutbild Kosten im Rahmen der Schwangerschaft.




Das Wichtigste in Kürze

  • Bei einem Blutbild wird das Blut auf seine verschiedenen Bestandteile und deren Anzahl untersucht. Durch diese Methode können Mediziner diverse Krankheitsbilder bei der Mutter und dem ungeborenen Kind erkennen.
  • Blutbilder zählen größtenteils zu den vorgeschriebenen Vorsorgeuntersuchungen während einer Schwangerschaft. Daher werden die Kosten dafür in den meisten Fällen durch die gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
  • Einige der angebotenen Blutuntersuchungen zählen allerdings zu den individuellen Gesundheitsleistungen, welche privat bezahlt werden müssen. Dennoch gibt es auch hier Unterschiede zwischen den Krankenkassen und einige Krankenversicherungen übernehmen heute auch diese Kosten im Rahmen der Zusatzleistungen. Zudem werden bei medizinischer Notwendigkeit die Kosten für zusätzlich Blutbilder meist auch von der Versicherung bezahlt.

Blutbild Kosten während der Schwangerschaft: Was du wissen solltest

Über die gesamte Dauer der Schwangerschaft werden im Rahmen der Voruntersuchungen häufig Blutbilder erstellt (1). Blutbilder dienen Ärzten zur Diagnose verschiedener Krankheitsbilder. Sie sind ein wichtiger Bestandteil dabei Schwangeren eine bestmögliche Behandlung zu sichern.

Doch nicht jedes Blutbild ist gesetzlich vorgeschrieben und wird somit nicht zwingend von der Krankenkasse bezahlt. Daher fragen sich viele Schwangere mit welchen Kosten für ein Blutbild sie rechnen müssen.

Was versteht man unter einem Blutbild?

Unter einem Blutbild versteht man die Untersuchung der Blutzellen auf die Anzahl der enthaltenen roten und weißen Blutkörperchen sowie der in den Blutzellen enthaltenen Blutplättchen. Die Erstellung eines Blutbildes gehört seit langem zur Standarddiagnostik vieler medizinischer Untersuchungen und dient der Erkennung diverser Krankheitsbilder (2).

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Arten von Blutbildern:

  • kleines Blutbild: hierbei wird das Verhältnis der in den Blutzellen enthaltenen weißen und roten Blutkörperchen und den Blutplättchen sowie der Hämoglobin Wert (roter Blutfarbstoff) und der Hämatokritwert (Volumenanteil der roten Blutkörperchen am Gesamtblut) gemessen (3).
  • großes Blutbild: zusätzlich zu den Analysen aus dem kleinen Blutbild werden hierbei noch die weißen Blutkörperchen in ihre verschiedenen Zelltypen unterteilt, wodurch eine genauere Analyse möglich ist (4).

Bei beiden Arten werden der Patientin Blut abgenommen. Die wesentliche Unterscheidung liegt hierbei am Umfang der Labortests, die mit dem entnommenen Blut durchgeführt werden. Durch seinen höheren Umfang deckt das große Blutbild ein größeres Spektrum an Diagnosen ab. Für die Erkennung vieler Krankheitsbilder ist aber ein kleines Blutbild bereits völlig ausreichend (5).

Welche Blutuntersuchungen werden während der Schwangerschaft durchgeführt?

Im Rahmen der durch die Mutterschaftsrichtlinien vorgeschriebenen Vorsorgeuntersuchungen bei Schwangeren, werden auch regelmäßig Blutbilder erstellt (6). Hierbei werden mit Hilfe des Blutes der Mutter die folgenden Dinge untersucht:

  • Bestimmung von Blutgruppe und Rhesusfaktor
  • Rh-Antikörpersuchtests
  • Hämoglobinbestimmung
  • Chlamydieninfektion
  • Rötelninfektion
  • Hepatitis B Infektion
  • HIV Test (freiwillig)
  • Schwangerschaftsdiabetes

Zusätzlich zu diesen vorgeschriebenen Blutuntersuchungen, gibt es noch die individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) in der Schwangerschaft.

Blutbild Kosten

Während der Schwangerschaft werden regelmäßig Blutbilder erstellt. Anhand dieser können diverse Krankheitsbilder frühzeitig entdeckt werden. (Bildquelle: National Cancer Institute/ Unsplash)

Diese sind nicht gesetzlich vorgeschrieben. Die gängigsten dieser Blutuntersuchungen umfassen nichtinvasive Bluttests auf Chromosomenstörungen (bspw. Trisomie 21, 13 oder 18), Toxoplasmose, Zytomegalie, oder Ringelröteln (7).

Welche Kosten kommen bei einem Blutbild in der Schwangerschaft auf mich zu?

Im Grunde genommen keine. Der Großteil der in der Schwangerschaft durchgeführten Blutbilder sind Bestandteil der gesetzlich vorgeschriebenen Vorsorgeuntersuchungen. Aus diesem Grund werden diese von der Krankenkasse übernommen und müssen nicht selbst bezahlt werden.

Dennoch gibt es auch einige zusätzliche Blutuntersuchungen für Schwangere (siehe 2. Absatz “Welche Blutuntersuchungen werden während der Schwangerschaft durchgeführt?”). Diese müssen in der Regel von den Patienten selbst getragen werden.

Blutuntersuchung auf Kosten
Chromosomenstörung 129 – 479 €
Toxoplasmose 14 – 16 €
Zytomegalie 17 – 20 €
Ringelröteln 15 – 20 €

Da diese individuellen Gesundheitsleistungen durchaus sehr kostspielig sein können, ist es wichtig sich vor einer solchen Untersuchung mit dem Arzt auszutauschen. Häufig liegt der Ursprung von Symptomen, wie beispielsweise Müdigkeit oder Kreislaufproblemen, nicht zwingend an einer Infektion.

Zudem sollten Schwangere beachten, dass diese Untersuchungen zwar eine Diagnose herbeiführen können, der Befund aber teilweise nicht behandelt werden kann.

Werden die Kosten für ein Blutbild bei Schwangeren von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen?

Wie beschrieben werden die meisten Blutuntersuchungen im Rahmen der Schwangerschaft von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Zusätzlich zu den vorgeschriebenen Untersuchungen übernehmen gesetzliche Krankenkassen aber auch vermehrt Zusatzleistungen.

Meist übernehmen Krankenkassen die Blutbild Kosten bei Risikoschwangeren.

Insbesondere im Falle einer Risikoschwangerschaft oder bei Patientinnen in höherem Alter werden einige der oben genannten individuellen Gesundheitsleistungen auch von den Krankenkassen übernommen. Außerdem ist es häufig der Fall, dass die Kosten auch übernommen werden, wenn ein Arzt die medizinische Notwendigkeit einer solchen Untersuchung feststellt.

Blutbild Kosten

Wenn es um die Gesundheit des eigenen Kindes geht scheuen viele Eltern keine Kosten. Deshalb ist es um so wichtiger zu wissen welche Untersuchungen von den Krankenkassen übernommen werden. (Bildquelle: Suhyeon Choi/ Unsplash)

Darüber hinaus springen die Krankenversicherungen auch meist ein, wenn eine individuelle Gesundheitsleistung privat bezahlt wurde und das Ergebnis so ausfällt, dass Folgeuntersuchungen beziehungsweise Behandlungen notwendig sind.

Welche Unterschiede bei der Kostendeckung gibt es zwischen den gesetzlichen Krankenkassen?

Alle gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die vorgeschriebenen Blutuntersuchungen. Ergänzend bieten viele Krankenversicherungen ihren Mitgliedern aber auch kostenfreie Zusatzleistungen an.

Dabei gibt es jedoch teils erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Kassen. Im Folgenden verschaffen wir dir einen Überblick über die zusätzlichen Leistungen der fünf Mitgliederstärksten gesetzlichen Krankenkassen Deutschlands.

Techniker Krankenkasse

Zusätzlich zu den vorgeschriebenen Leistungen übernimmt die Techniker Krankenkasse im Falle einer Risikoschwangerschaft die Kosten für weitere Blutbilder. Außerdem wird auch der Toxoplasmose Test bei Schwangeren mit einem erhöhten Infektionsrisiko von der Techniker Krankenkasse getragen.

Barmer

Die Barmer bietet Ihren Mitgliedern während der Schwangerschaft ein Budget von 200 Euro. Über dieses Budget können die Patientinnen frei verfügen. Somit kann es auch, in Rücksprache mit dem Arzt, für zusätzliche Blutbilder eingesetzt werden.

DAK Gesundheit

Mit einem Extra-Budget von bis zu 500 Euro bietet die DAK Gesundheit ihren Mitgliedern die Möglichkeit zusätzliche Untersuchungen durchführen zu lassen. Beispielsweise können Patientinnen mit diesem Betrag ihr Blut auf weitere Infektionen wie zum Beispiel Toxoplasmose, Streptokokken, Windpocken untersuchen lassen.

AOK Bayern

In Ergänzung zu den gesetzlich geregelten Blutbilduntersuchungen übernimmt die AOK Bayern auch einmalig während der Schwangerschaft einen Toxoplasmose Test. Außerdem werden weitere Blutuntersuchungen, die im Rahmen einer Risikoschwangerschaft medizinisch notwendig sind von der AOK Bayern übernommen.

AOK Baden-Württemberg

Die AOK Baden-Württemberg stellt ihren schwangeren Mitgliedern ein Zusatzbudget in Höhe von 500 Euro zur Verfügung. Mit diesem Budget können Patientinnen zum Beispiel Blutbilder zu Antikörperbestimmungen auf Ringelröteln, Streptokokken und Windpocken oder einen Toxoplasmose Test durchführen lassen.

Zudem übernimmt die AOK Baden-Württemberg bei einer Risikoschwangerschaft auch die Kosten für zusätzliche Untersuchungen. Voraussetzung hierfür ist, dass diese von einem Arzt als medizinisch notwendig eingestuft werden.

Es ist jedoch zu beachten, dass jede Schwangerschaft auch individuelle Bedürfnisse mit sich bringt. Deshalb empfehlen wir, dass du alle zusätzlichen Blutbilduntersuchungen vorab mit deinem Arzt besprichst.

Zudem hängt die Kostenübernahme der Krankenkassen häufig von individuellen Faktoren wie zum Beispiel Vorerkrankungen ab. Daher raten wir dir, dich bei deiner Krankenkasse vorab über die Kostenübernahme bei einem zusätzlichen Blutbild zu informieren.

Fazit

Viele Schwangerschaften verlaufen gänzlich ohne private Kosten für Blutbilder. Dennoch gibt es einige Zusatzleistungen, welche nicht von den gesetzlichen Krankenkassen getragen werden. Dabei können zum Teil erhebliche Kosten auf die Patientinnen zukommen. Allerdings sollte beachtet werden, dass wenn eine medizinische Notwendigkeit für zusätzliche Blutbilder diagnostiziert wird, die Krankenkassen diese trotzdem übernehmen.

Außerdem gibt es bei den verschiedenen Krankenkassen teilweise erhebliche Unterschiede in der Art und Höhe der Kostenübernahme von Blutbildern. Deshalb empfehlen wir Menschen mit Babywunsch sich vorab über das Leistungsspektrum der unterschiedlichen Krankenkassen zu informieren, um die Kosten für Blutbilder so gering wie möglich zu halten.

Bildquelle: Obi Onyeador/ Unsplash

Einzelnachweise (7)

1. Frauenaerzte-im-netz.de: SCHWANGERENVORSORGE
Quelle

2. Aerzteblatt.de: Das Blutbild
Quelle

3. Barmer.de: Blutwerte endlich verstehen
Quelle

4. Barmer.de: Blutwerte endlich verstehen
Quelle

5. Muenchen-Klinik.de: Das kleine und das große Blutbild
Quelle

6. Uni-Osnarbrueck.de: Schwangerschaft und Geburt
Quelle

7. Verbraucherzentrale.de: Schwangerschaft: Welche Untersuchungen zahlt die Kasse?
Quelle

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SCHWANGERENVORSORGE
Frauenaerzte-im-netz.de: SCHWANGERENVORSORGE
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Das Blutbild
Aerzteblatt.de: Das Blutbild
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Barmer.de: Blutwerte endlich verstehen
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Barmer.de: Blutwerte endlich verstehen
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Das kleine und das große Blutbild
Muenchen-Klinik.de: Das kleine und das große Blutbild
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Schwangerschaft und Geburt
Uni-Osnarbrueck.de: Schwangerschaft und Geburt
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Schwangerschaft: Welche Untersuchungen zahlt die Kasse?
Verbraucherzentrale.de: Schwangerschaft: Welche Untersuchungen zahlt die Kasse?
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