Dein Morgen beginnt immer mit einem Kaffee? Damit bist du nicht allein. Doch wie sieht es mit Kaffee in der Schwangerschaft aus. Es ist bekannt, dass Koffein über das Blut der Mutter auch um Ungeborenen gelangt.

Tatsächlich ist die Plazenta-Schranke nicht in der Lage, das Koffein von deinem Baby fernzuhalten. Die Sorge, dass sich der Herzschlag des Ungeborenen erhöht, es Nervosität und sogar eine mögliche Sucht verspürt, ist groß. Doch ist es notwendig, ganz auf Koffein zu verzichten? Informiere dich hier über Risiken, Möglichkeiten und Alternativen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Plazenta-Schranke, die dein Ungeborenes vor gefährlichen Stoffen schützen soll, ist nicht in der Lage, Koffein abzuhalten.
  • Koffein wird direkt an das Ungeborene weitergeleitet. Es nimmt genauso viel Koffein zu sich, wie du.
  • Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit gibt an, dass 100 mg Koffein täglich als unbedenklich in der Schwangerschaft gelten.

Kaffee in der Schwangerschaft – was ist wichtig zu wissen?

Kaffee und auch schwarzer Tee gehören in der Schwangerschaft zu den Getränken, die du mit Vorsicht genießen solltest. Grund dafür ist, dass das enthaltene Koffein verschiedene Auswirkungen auf deinen Körper und den Körper des Kindes hat.

Kaffee

Kaffee in der Schwangerschaft sollte mit Vorsicht und in Maßen genossen werden. (Bildquelle: pexels.com / Kaboompics.com)

Es lässt den Blutdruck steigen und sorgt für eine Verengung der Blutgefäße. Zudem wird die Durchblutung des Mutterkuchens reduziert. Damit erhöht sich die Gefahr für eine Fehl- oder Frühgeburt.

Ist Kaffee in der Schwangerschaft ungesund?

Kaffee gilt als ein beliebter Muntermacher, gerade in der Schwangerschaft ist er jedoch als eher ungesund einzustufen. Dies gilt vor allem dann, wenn du täglich große Mengen zu dir nimmst. Dein Baby ist normalerweise durch die Plazenta-Schranke recht gut geschützt. Dennoch können Koffein – und auch Alkohol – zu ihm durchdringen.

Wie viel Kaffee in der Schwangerschaft ist erlaubt?

Die Frage, wie viel Kaffee in der Schwangerschaft erlaubt ist, wird durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit beantwortet. Diese gibt den Hinweis, dass eine Menge von 200 mg Koffein am Tag als unbedenklich für das Ungeborene eingestuft wird. Die Weltgesundheitsorganisation gibt sogar an, dass bis zu 300 mg täglich vertretbar sind.

Diese Menge an Koffein befindet sich in rund 400 ml Kaffee. Allerdings ist zu bedenken, dass nicht nur Kaffee Koffein enthält. Oft wird vergessen, dass auch Getränke, wie Cola und schwarzer Tee, über einen Anteil an Koffein verfügen.

Die Angaben zur Menge des Muntermachers beziehen sich auf alle Produkte, über die du Koffein zu dir nimmst. Gehörst du also zu den Menschen, die auch gerne ein kühles Glas Cola trinken oder einen schwarzen Tee als Alternative zum Kaffee sehen, solltest du den Koffeingehalt dieser Getränke ebenfalls berücksichtigen.
Hilfreich bei einer Einschätzung ist ein Überblick darüber, wie viel Koffein eigentlich in anderen Produkten enthalten ist:

Produkt Koffeingehalt
Espresso Eine Tasse mit einer Menge von 60 ml enthält rund 80 mg Koffein
Kakao Milch mit echtem Kakao enthält auf eine Menge von 200 ml bis zu 35 mg Koffein
Grüner Tee Eine Tasse Grüner Tee mit einer Menge von 200 ml enthält bis zu 80 mg Koffein
Cola Ein Glas Cola mit einer Menge von 330 ml enthält rund 35 mg Koffein
Zartbitterschokolade Eine halbe Tafel Zartbitterschokolade enthält rund 25 mg Koffein
Schwarzer Tee 200 ml Schwarzer Tee enthalten bis zu 100 mg Koffein

Warum ist Koffein in der Schwangerschaft schädlich?

Du trinkst Kaffee vermutlich in erster Linie deshalb, weil er dir schmeckt und weil er deine Lebensgeister weckt. Dies passiert dadurch, dass du durch den Kaffee Koffein zu dir nimmst. Der Wirkstoff geht in dein Blut und sorgt dafür, dass deine Gefäße sich verengen.

Als Effekt der verengten Gefäße muss dein Körper den Blutdruck erhöhen. Das Blut muss nun mit einem höheren Druck durchgepumpt werden. Für deinen Körper ist das eine Höchstleistung. Du selbst bemerkst dies dadurch, dass du dich wacher fühlst. Der Effekt hält jedoch nicht lange an.

Die Nebenwirkungen von diesem Effekt in der Schwangerschaft sind jedoch, dass dein Kind dieselbe Reaktion zeigt und zugleich die Durchblutung von deinem Mutterkuchen verringert wird. Der Mutterkuchen ist für dein Baby lebenswichtig. Über diesen wird es mit Nährstoffen versorgt.

Durch eine geringere Durchblutung erhält dein Baby auch weniger Nährstoffe. Gleichzeitig muss der kleine Körper deines Ungeborenen mit dem Einfluss von Koffein ebenfalls umgehen lernen. Bis zu einer gewissen Menge ist dies möglich. Liegst du jedoch regelmäßig über dieser Menge, kann dies deine Schwangerschaft gefährden.

Interessant ist der Fakt, dass Koffein, wenn Sie es vor oder auch gleich nach dem Essen zu sich nehmen, dafür sorgt, dass Ihr Körper Eisen, Calcium und Vitamin C nicht richtig aufnehmen kann. Gerade diese Nährstoffe sind jedoch für dich und für dein Baby besonders wichtig.

Kann Kaffee in der Schwangerschaft dem Kind schaden?

Der Einfluss von Kaffee in der Schwangerschaft zieht sich, laut Wissenschaftlern, sogar noch lange bis nach der Geburt hin. Die eben erwähnte geringe Durchblutung des Mutterkuchens kann zu einem Auslöser von Früh- oder auch Fehlgeburten werden.

Ist dein Körper nicht in der Lage, die Durchblutung auszugleichen, steigt die Wahrscheinlichkeit an, dass er die Schwangerschaft beendet.

In Norwegen haben Wissenschaftler ebenfalls eine Studie zum Einfluss von Koffein auf das Baby durchgeführt. Immerhin 60.000 werdende Mütter haben an dieser Studie teilgenommen. Sie hat gezeigt, dass sich ein täglicher Konsum von 100 mg Koffein auf das Geburtsgewicht des Babys ausgewirkt hat.

Neugeborene, die mit einem geringen Geburtsgewicht auf die Welt kommen, können unter Anpassungsschwierigkeiten leiden. Es fällt ihnen schwer, die Temperatur selbst zu regulieren und auch Probleme mit dem Blutzucker sind keine Seltenheit.

Immer wieder wird von einem Zusammenhang von Kaffeekonsum in der Schwangerschaft und der Entstehung von ADHS bei Kindern gesprochen. In Amsterdam wurde eine Studie zu diesem Thema durchgeführt. Die Veröffentlichungen in der Fachzeitschrift Pediatrics machen deutlich, dass ein Zusammenhang nicht nachgewiesen werden konnte.

Aber:

  • Forschungen haben ergeben, dass das Baby sich nach Kaffeekonsum im Mutterleib deutlich stärker bewegt.
  • Es konnte festgestellt werden, dass sich auch die Frequenz des Herzschlags erhöht.
  • Ein Zusammenhang zwischen ADHS und koffeinhaltigen Erfrischungsgetränken konnte festgestellt werden.

Interessant: Der Zusammenhang zwischen den koffeinhaltigen Erfrischungsgetränken und der Entstehung von ADHS lässt darauf schließen, dass nicht das Koffein als Auslöser zu sehen ist. Allerdings gibt es hier noch keine weiteren Forschungsergebnisse.

Ist Kaffee in den ersten Wochen der Schwangerschaft erlaubt?

Die Empfehlung, den Konsum von Kaffee auf zwei Tassen pro Tag zu beschränken, gilt auch in den ersten Wochen der Schwangerschaft. Gerade hier ist das neue System, das der Körper aufbaut, noch sehr wackelig. Einflussfaktoren von außen können sich jedoch auf die Entwicklung der Schwangerschaft auswirken.

Der Einfluss von Koffein auf die Durchblutung der Gefäße zieht ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten nach sich. Eine Studie, die durch das US-Gesundheitsinstitut im Jahr 2016 durchgeführt wurde, hat den Hinweis ergeben, dass sich das Risiko einer Fehlgeburt erhöht, wenn du mehr als zwei Tassen Kaffee täglich trinkst.

Es gilt: Auch in den ersten Wochen ist Kaffee in der Schwangerschaft erlaubt, sollte aber in nur einem geringen Maß genossen werden.

Was sagen die Experten zu Kaffee in der Schwangerschaft?

Ein Blick auf die Einschätzungen der Experten zu Kaffee in der Schwangerschaft gibt ebenfalls Aufschluss darüber, welche Menge vertretbar ist. Zu nennen ist dabei die Weltgesundheitsorganisation.

Ist Kaffee ungesund? – 10 Behauptungen und was wirklich dahinter steckt

Die WHO empfiehlt Schwangeren, eine tägliche Menge von 300 mg Koffein nicht zu überschreiten. Das entspricht in etwas drei normalen Tassen an Kaffee. Mit Blick auf die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit zeigt sich allerdings, dass hier eine Empfehlung von 200 mg pro Tag gegeben wird.

Welche Alternativen gibt es zu Kaffee in der Schwangerschaft?

Koffein gehört zu den Muntermachern, auf die du nicht verzichten kannst? Tatsächlich gibt es einige Alternativen, auf die du in der Schwangerschaft zurückgreifen kannst.

  • Tee: Pfefferminztee ist ein natürliches Produkt, das durch das enthaltene Menthol deine Lebensgeister weckt. Wichtig: Trinke nicht zu viel davon in der Schwangerschaft, da auch Minze Fehlgeburten auslösen kann.
  • Vollkornprodukte: Um fit zu werden, brauchst du vor allem Energielieferanten. Ein sehr guter Energielieferant ist Vollkorn. Du kannst den Morgen mit einem Vollkornbrot und Gemüse starten oder dir ein gehaltvolles Müsli gönnen.
  • Entkoffeinierter Kaffee: Dir geht es in erster Linie um den Genuss? In dem Fall kannst du auf Kaffee ohne Koffein zurückgreifen.
  • Rooibos-Tee: Eine sehr beliebte Alternative ist der Rooibos-Tee. Hier hast du den Vorteil, dass der Tee sich blutdrucksenkend auswirkt und auch Krämpfe lösen kann. Zudem versorgt er deinen Körper mit wertvollen Inhaltsstoffen und ist frei von Koffein.

Gehörst du zu den Menschen, denen es schwer fällt, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, kann Wasser mit frischer Zitrone eine sehr gute Alternative für dich sein. Reines Wasser schmeckt vielen Menschen oft nicht. Kaltes Wasser mit Zitrone beruhigt deinen Magen, löscht den Durst und versorgt deinen Körper mit wichtigen Nährstoffen.

Trivia: Wissenswertes und Fakten rund um das Thema Kaffee in der Schwangerschaft

Wie viele Tassen Kaffee in der Schwangerschaft?

Die Empfehlung lautet, pro Tag nicht mehr als 200 bis 300 mg Koffein in der Schwangerschaft zu dir zu nehmen. Das entspricht rund zwei bis drei klassischen Tassen Kaffee. Hier sind etwa 200 ml Kaffee in einer Tasse enthalten.

Wichtig: Denke an eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und trinke zu jeder Tasse Kaffee auch ein Glas Wasser.

Wie viel Koffein enthält Kaffee?

Wie viel Koffein in deinem Kaffee enthalten ist, lässt sich gar nicht so einfach sagen. Hier kommt es auf die folgenden Faktoren an:

  • Welche Kaffeesorte nutzt du?
  • Mit welchem Röstverfahren wurde der Kaffee bearbeitet?
  • Wie viel Kaffeepulver gibst du in dein Wasser?
  • Mit welcher Brühmethode wird der Kaffee zubereitet?

Auch die Art des Kaffeegetränks, das du zu dir nimmst, spielt eine Rolle. Nachfolgend kannst du erkennen, wie unterschiedlich die Koffein-Gewichtung bei den einzelnen Getränke-Varianten ist:

  • Filterkaffee: Rund 80 mg Koffein auf 100 ml
  • Instant-Kaffee: Rund 50 mg Koffein auf 100 ml
  • Cappuccino: Rund 27 mg Koffein auf 100 ml
  • Latte Macchiato: Rund 11 mg Koffein auf 100 ml
  • Espresso: Rund 110 mg Koffein auf 100 ml

Ist koffeinfreier Kaffee in der Schwangerschaft gesund?

Als eine Alternative wird der koffeinfreie Kaffee angesehen. Allerdings ist er auch nicht ganz unbedenklich. So gibt es heute zahlreiche verschiedene Ausführungen von entkoffeiniertem Kaffee. Bis die Bohnen aber kein Koffein mehr enthalten, müssen sie erst einmal einem bestimmten Prozess unterzogen werden.

Bei einem klassischen Entkoffeinierungsverfahren wird mit chemischen Stoffen gearbeitet. Die Bohnen werden in die Lösungsmittel gegeben und mit diesen gereinigt. Erst anschließend gehen sie in das Röstverfahren. Zum Einsatz kommen hier beispielsweise Ethylacetat und auch Dichlormethan. Die Stoffe gelten jedoch als krebserregend.

Achte bei deiner Auswahl darauf, dass der Kaffee durch das CO2-Verfahren von Koffein befreit wird. Bei diesem Verfahren kommt Kohlenstoffdioxid zum Einsatz. Mit Hilfe von Wasserdampf wird das Koffein entzogen. Anschließend gehen die Bohnen in die Röstung. Die Gesundheitsrisiken werden deutlich minimiert.

Ist auch Cola in der Schwangerschaft schädlich?

Ein Glas Cola enthält rund 35 mg Koffein und ist damit – in Bezug auf diesen Inhaltsstoff – erst einmal als nicht schädlich einzustufen. Wichtig für dich zu wissen ist jedoch, dass der hohe Zuckeranteil Übergewicht bei dir und deinem Baby begünstigen kann. Zudem sind in Cola nur wenige Nährstoffe enthalten.

Grundsätzlich ist Cola in der Schwangerschaft nicht schädlich, wenn du den Konsum gering hältst. Denkst du darüber nach, Cola Light als Alternative zu trinken, ist zu beachten, dass die Auswirkungen von Süßstoff auf den Körper ebenfalls noch nicht komplett erforscht sind.

Fazit: Was ist bei Kaffee in der Schwangerschaft zu beachten?

Kaffee in der Schwangerschaft ist ein wichtiges Thema. In Hinblick auf die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation kannst du zwei Tassen Kaffee täglich ohne Bedenken zu dir nehmen. Das enthaltene Koffein scheint keine oder nur geringe Auswirkungen auf den Fötus zu haben.

Bedenke jedoch, dass auch geringe Auswirkungen schon den Verlauf einer Schwangerschaft oder die Gesundheit deines Kindes beeinflussen können. Der Konsum von Kaffee sollte daher mit Bedacht in Anspruch genommen werden. Achte auf eine ausgewogene Ernährung und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr durch Wasser.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] https://www.desired.de/mami/schwangerschaft/du-in-der-schwangerschaft/cola-in-der-schwangerschaft/

[2] https://www.apotheke.blog/entkoffeinierter-kaffee-schwangerschaft/

[3] https://www.familie.de/gesundheit/kaffee-waehrend-der-fruehschwangerschaft-1268685.html

[4] https://www.gofeminin.de/schwangerschaft/kaffee-in-der-schwangerschaft-s668797.html

[5] https://www.windeln.de/magazin/schwangerschaft/ernaehrung-in-der-schwangerschaft/kaffee-in-der-schwangerschaft.html

[6] https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/ernaehrung-in-der-schwangerschaft-fuer-zwei-essen-1.1310035-2

Bildquelle: pexels.com / Negative Space

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