Milch abpumpen: Informationen und nützliche Tipps

Milch abpumpen
Zuletzt aktualisiert: 29. Oktober 2020

Du bist frische gewordene Mutter und wieder bereit ins Berufsleben einzusteigen? Oder erfahrene Mutter, die etwas neues probieren möchte? Oder einfach ein Vater, der Aufklärung zum Thema Milch abpumpen braucht? Dann bist du hier genau richtig. Wir wollen dir hier häufige Fragen zum Thema  Milch abpumpen beantworten und die besten Tipps und Tricks verraten.

Wenn du dir noch nicht so ganz sicher mit dem Thema Milch abpumpen bist oder dein Wissen auffrischen willst, wirst du hier fündig. Wir haben Expertenwissen und Erkenntnisse von erfahrenen Müttern gesammelt und dir hier zur Verfügung gestellt.




Das Wichtigste in Kürze

  • Milch abpumpen ist eine gute Alternative oder Ergänzung zum Stillen um dein Kind mit Muttermilch zu versorgen. Es gibt aber einige Dinge die du beim Pumpen und der Lagerung beachten solltest, damit dein Kind keine Schäden davon trägt.
  • Milchpumpen kommen in verschiedenen Varianten: elektrisch oder manuell. Jede hat ihre Vor-und Nachteile die wir dir vorstellen, damit du die passende für dich findest.
  • Es kann herausfordernd sein den Milchspendereflex, ohne Kind zu stimulieren. Wir zeigen dir Tipps und Hilfsmittel, die du verwenden kannst.

Hintergründe: Was du über das Abpumpen von Milch wissen solltest

Manche Frauen bevorzugen es zu stillen, andere Milch abzupumpen und wieder andere eine Kombination von beidem. Es gibt einige Dinge, die du beim Milch abpumpen beachten solltest, denn es kann, gerade am Anfang, schwieriger sein als gedacht. Hier haben wir häufige Fragen übers Milch-Abpumpen herausgesucht und für dich beantwortet.

Warum sollte ich Milch abpumpen?

Milch abzupumpen hat viele Vorteile. Dein Kind kann unabhängig von dir gefüttert werden, solltest du mal nicht vor Ort sein. So kann der Vater direkt mit in diesen wichtigen Prozess einbezogen werden.

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Es wird deinem Kind leichter fallen aus der Flasche zu trinken, wenn du Blickkontakt hältst
(Bildquelle: Rainer Riad/Unsplash)

Außerdem kannst du so besser kontrollieren, wie viel dein Kind schon getrunken hat und ob das ausreichend ist. Solltest du körperlich nicht in der Lage sein oder dich bewusst gegen das Stillen entscheiden, ist dies eine Alternative dein Kind mit Muttermilch zu versorgen.

Wir wollen dich hier nicht dazu verleiten dich für oder gegen das Stillen zu entscheiden, aber für viele Frauen ist der Stillprozess unerträglich und Milch abpumpen Routine. In anderen Ländern ist dies auch viel verbreiteter als in Deutschland.

Wir können dir natürlich nicht sagen, ob das eine oder andere richtig ist, denn letztendlich ist es nur wichtig, dass du dich wohlfühlst und die Entscheidung für dich triffst. Lass dich also nicht bei deiner Entscheidung verunsichern. Wir wissen sehr wohl, dass man nicht immer auf Verständnis trifft, wenn man sich bewusst gegen das Stillen entscheidet, aber du weißt, was das beste für dein Kind ist.

Wie pumpe ich Milch richtig ab?

Deine Muttermilch kannst du mithilfe bestimmte Milchpumpen abpumpen. Dabei unterscheidet man manuelle und elektrische Pumpen. Wir zeigen dir hier, die jeweiligen Vor-und Nachteile:

Elektrische Pumpe

Vorteile
  • Verschiedene Stufen
  • Schneller, da gleichzeitig beidseitig nutzbar
  • Löst Milchspendereflex aus
  • Viele Einstellungen für schmerzfreies Pumpen
Nachteile
  • Geräusche

Manuelle Pumpe

Vorteile
  • Selbstbestimmtes Pumpen
  • Leiser und diskreter
Nachteile
  • Anstrengend bei häufiger Nutzung

Welche die richtige für dich ist, ist von deinen Bedürfnissen abhängig. Du kannst die auch welche gegen eine Gebühr in der Apotheke ausleihen. Bei medizinischen Gründen kann der Arzt auch ein Rezept ausstellen und die Krankenkasse übernimmt dann die Kosten für eine Pumpe.

Wann und wie oft sollte ich Milch abpumpen?

Der Zeitpunkt des Pumpens ist abhängig von dir. Dabei ist ausschlaggebend, ob du dein Baby auch noch zusätzlich stillst oder ausschließlich mit abgepumpter Milch ernährst. Wenn du stillst, empfiehlt es sich nach dem Stillen oder währenddessen abzupumpen, da der Milchspenderreflex bereits aktiviert ist.

Wenn du ausschließlich pumpst, kannst du zum Beispiel immer nach deiner Mahlzeit abpumpen. Es ist bewiesen, dass Frauen die häufiger Milch abpumpen, dadurch auch mehr produzieren. Ein grober Richtwert ist 8x in 24 Stunden, es kommt aber auch immer darauf an wie viel du jeweils abpumpst.

8 Mal Abpumpen pro Stunde gilt als Richtwert.

Um den Milchspenderreflex ohne dein Baby zu reizen, kannst du auf verschiedene Techniken und Hilfsmittel zurückgreifen. Sieh dir dazu unsere Tipps an.

Es gibt nicht den perfekten Zeitpunkt, um mit dem Pumpen anzufangen. Achte nur darauf, dass du in den ersten Wochen dein Kind aber nicht mit einer Flasche fütterst. Das kann zur Saugverwirrung führen, da der Wechsel zwischen Brust und Flasche am Anfang noch zu groß ist.

Wann sollte ich aufs Milch Abpumpen verzichten?

Es gibt bestimmte Faktoren, die deine Milch verändern und deinem Baby schaden könnten. Pumpe keine Milch ab wenn:

  • du 2 Stunden vorher noch Alkohol konsumiert hast
  • unmittelbar vorher Zigaretten geraucht hast
  • 3 Tage vorher Drogen konsumiert hast
  • du unter einer Soorinfektion leidest

Wenn du aber leicht erkrankt bist, musst du dir keine Sorgen machen, dass du dein Kind anstecken könntest. Über Muttermilch verbreiten sich kaum ansteckenden Krankheiten, außer eine Soorinfektion. Im Falle einer Grippe, Erkältung oder ähnliches kannst du deine Milch sorglos abpumpen.

Alkohol, Zigaretten und Drogen gehen unmittelbar auf deine Muttermilch über und dein Kind konsumiert diese.

Wir wollen an dieser Stelle nicht über den Konsum urteilen und können uns vorstellen, dass es manchmal nicht ohne geht. Wir wollen lediglich aufklären, dass der Konsum auf dein Baby übertragen wird und plötzlicher Kindstot deswegen häufiger vorkommt.

Wie bewahre ich die abgepumpte Milch auf?

Bei der Aufbewahrung von Milch gibt es einige Dinge die beachten musst:

Wo Wie viel Grad max. Länge
Bei Raumtemperatur bis 25 Grad Celsius 4-6 Stunden

Im Kühlschrank bis 4 Grad Celsius 3-4 Tage
In der Tiefkühltruhe bis -16 Grad Celsius 6-8 Monate]

Wenn du tiefgefrorene Milch auftauen lassen willst, kannst du dies im Kühlschrank machen oder in lauwarmen Wasser, aber nicht in kochendem. Taue, aufgefrorene Milch auch nicht nochmal ein.

Achte auch auf die richtige Hygiene. Es gibt bestimmte Behälter mit BPA-frei Siegel, das bedeutet das diese kein Bisphenol A enthalten, welches Auswirkungen auf den menschlichen Hormonhaushalt haben könnte. Ebenso gibt es spezielle Muttermilchbeutel, die auch noch platzsparend im Kühlschrank sind.

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Dein Baby wird Milch direkt aus dem Kühlschrank wahrscheinlich nicht annehmen. Wärme diese vorher vorsichtig auf.
(Bildquelle: Debby Hudson/ Unsplash)

Milch abpumpen: Die besten Tipps & Tricks für abgepumpte Milch

Milch abpumpen ist nicht immer so leicht und braucht besonders ein wenig üben. Verzweifele nicht, wenn es Anfang nicht sofort klappt. Wir wollen dir mit diesen Tipps und Tricks helfen und für problemloses abpumpen sorgen.

Sorge für angenehme Atmosphäre

Wir finden das Wichtigste beim Milch abpumpen ist, dass du dich wohlfühlen, denn dann ist auch die Wahrscheinlichkeit am höchsten, dass der Abpump-Prozess angenehm und problemlos stattfindet.

Sorg also dafür, dass du in einem Umfeld bist, in dem du keine Scheu hast deine Pumpe zu verwenden. Manchmal muss das Abpumpen zwar zwischen Tür und Angel geschehen, aber du wirst selbst merken in ruhiger Atmosphäre wird es dir besser gefallen.

Wenn du nicht gleichzeitig stillst und pumpst, empfehlen wir abwechselnd rechts und links für jeweils 10 Minuten zu pumpen. Wenn du freihändig pumpst kannst du auch ein Buch lesen oder dich anderweitig beschäftigen. Nutze diese Zeit für dich.

Wenn du auf der Arbeit pumpen willst steht dir laut Arbeitsschutzgesetz  zweimal pro Tag eine halbstündige bezahlte Pause zu.

Stimuliere deine natürlichen Reflexe

Das ist leichter gesagt, als getan, dessen sind wir uns bewusst. Am besten funktioniert es, wenn du dein Kind gleichzeitig an der anderen Brust stillst, weil der Reflex dann schon aktiviert ist. Wir wollen dir hier ein paar Tipps geben:

  • Leg einen warmen Lappen auf deine Brust
  • Trink viel: vor allem Stilltee
  • Massier deine Brust
  • Ändere die Pumpe oder den Pumprhytmus zwischendurch
  • Verringere den Stress in deinem Leben

Arbeite mit den richtigen Hilfsmitten

Neben der Milchpumpe kannst du noch verschiedene andere Hilfsmittel verwenden, um den Pump-Prozess angenehmer zu gestalten. Es gibt spezielle BHs mit denen du freihändig abpumpen kannst. Das verringert die Belastung auf deinen Schultern und du kannst nebenbei noch andere Dinge erledigen.

Ebenso gibt es spezielle Tops, die leichten und diskreten Zugang zur Brust ermöglichen und so das Abpumpen in der Öffentlichkeit oder auf der Arbeit erleichtern.

Auch kannst du auf Stilleinalgen zurückgreifen, die austretende Milch auffängt, ohne deine Kleidung zu befeuchten. Der Prozess des Abpumpens kann genauso schmerzhaft wie das Stillen sein, scheu dich also nicht vor der Verwendung von Brustwarzen-Salbe oder Hütchen zum Schutz.

Es gibt auch spezielle Massagekissen, die du verwenden kannst um deine natürlichen Reflexe zu aktivieren. Die können wie eine Kappe auf die Brustwarze aufgesetzt werden und stimuliert den Milchfluss.

Bereite dich richtig vor

Bevor du mit dem Pumpen anfängst, kannst du dich mit speziellen Dingen vorbereiten. Neben den Massagen etc. um deinen natürlichen Reflex zu stimulieren, empfehlen wir dir deine Umgebung vorzubereiten.

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Muttermilch formt das erste Zeitgefühl deines Kindes. Es kann die verschiedenen Biomoleküle unterscheiden: Abends enthält die Milch mehr Melatonin und macht dein Baby müde.
(Bildquelle: Minnie Zhou/Unsplah)

Lege alle Geräte, die du zum Abpumpen brauchst, parat. Wenn du die Milch noch umschüttest bevor du sie kühl stellst, kannst du schonmal den Behälter vorbereiten und Platz im Kühlschrank machen. Breite dir auch schon mal eine Beschäftigung vor, wenn du ohne dein Kind pumpst.

Lege dir  einen Pumpplan an

Es kann hilfreich sein, wenn du für dich und dein Baby einen Pumpplan anlegst, indem du einträgst wann du wie viel abgepumpt hast oder noch vorhast abzupumpen. So behält du den Überblick und kannst musst nicht überlegen, ob du heute schon genügend abgepumpt hast. Der Richtwert sind 8 Vorgänge am Tag, aber es kommt vielmehr auf deinen Körper und dein Kind an.

Fazit

Insgesamt gibt es also einige Dinge, die du tun kannst, damit der Milchspenderreflex ausgelöst wird. Am wichtigsten ist, dass du die richtige Atmosphäre schaffst und dich nicht unter Druck setzt. Auch haben wir dir die wichtigsten Fragen zur Aufbewahrung und Pump-Technik vorgestellt.

Bedenke immer, dass dies zwar Empfehlungen von erfahrenen Müttern und Experten sind, es aber letztendlich darauf ankommt, dass du und dein Baby zufrieden seid und ihr euch wohl fühlt. Wir wissen sehr wohl wie aufregend und wie holprig der Weg zur “perfekten” Mutter ist. Aber lass dir eins sagen, die perfekte Mutter gibt es nicht. Wir alle wollen das Beste für unsere Kleinen und das ist, was am Ende zählt.

Bildquelle: Kaewsai/ 123rf.com

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