Die Nägel von Babys sind wie ihre Haut sehr sensibel und empfindlich. Bei der Nagelpflege von Kleinkindern muss daher mehr Acht gegeben werden, als bei Erwachsen. Häufig verletzten sich Babys und Kleinkinder beim Toben oder sogar im Schlaf mit zu langen oder scharfen Fingernägeln selbst.

Da die Kleinen so verletzlich sind, macht die Nagelpflege vielen Eltern Angst. Um dir diese Angst zu nehmen, beantworten wir in unserem Beitrag all deine Fragen, sodass du dich unbesorgt den zarten Fingern mit den richtigen Utensilien nähern kannst.

Wann und wie solltest du die Nägel schneiden?

Die Nägel müssen zum ersten Mal vier bis sechs Wochen nach der Geburt gekürzt werden. Zuvor sind sie noch ganz weich und fallen von selbst ab, wenn diese zu lang werden. Das ist ganz natürlich und sollte dich nicht verunsichern.

Sollten die Nägel schon während des ersten Monats für Kratzer sorgen, kannst du sie nach einem Bad vorsichtig entfernen oder mit einer Glasfeile etwas abrunden. Auch dünne Socken oder Fäustlinge schützen die zarte Babyhaut vorerst vor Verletzungen.

Wenn die Nägel auszuhärten beginnen, kannst du die Fingernägel zwei Mal im Monat mit einer Nagelschere oder einem Nagelknipser kürzen.

Nagelschere Test 2019: Die besten Nagelscheren im Vergleich

Dabei solltest du die Fingerkuppe etwas wegdrücken, entlang des Fingers schneiden und die Nägel anschließend in eine Halbmondform – abschließend mit der Fingerkuppe – bringen. Scharfe Kanten lassen sich mit einer Glasfeile etwas abrunden.

Die Fußnägel wachsen langsamer und müssen daher noch seltener geschnitten werden. Diese solltest du jedoch am besten gerade schneiden, um ein Einwachsen der Enden zu verhindern.

Das könnte im Ernstfall zu schmerzhaften Nagelbettentzündungen führen, die du an einer starken Rötung, Wärme oder sogar an Eiter unter dem Nagel erkennen kannst.

Nagelpflege lässt sich bei müden oder schlafenden Babys leichter durchführen. (Foto: Wayne Evans / pexels.com)

Wie kannst du Verletzungen vermeiden?

Die Nagelpflege ist für viele Kinder eine unangenehme Angelegenheit und die wenigsten verhalten sich währenddessen ruhig. Daher solltest du deinen Liebling mit dem Kopf zu deinem Körper im Arm halten und mit derselben Hand die Fingergelenke des Kleinen umfassen.

Dadurch kannst du zappelnde Bewegungen mit der eigenen Hand abfedern, während die Fingerchen blockiert und somit nicht in Gefahr sind.

Voraussetzung für eine sichere Nagelpflege für dein Kind sind zudem spezielle Utensilien, die du in einem Nagelpflegeset erwerben kannst. Sie unterscheiden sich insofern, als dass sie keine scharfen Kanten und Spitzen haben, an denen sich dein strampelnder Liebling verletzten könnte.

Das Verletzungsrisiko ist am geringsten, wenn das Kind noch schläfrig vom Baden ist. Dann sind die Nägel auch besonders weich und einfach zu schneiden.

Ein solches Set sollte jedenfalls eine Babynagelschere, einen Nagelknipser, eine Feile und eine weiche Nagelbürste enthalten.

Die Utensilien eines Babynagelpflegesets haben meist einen gummierten Griff für einen besonders guten Halt in deiner Hand. Mit der Nagelbürste können zuvor Schmutzränder unter den Nägeln entfernt werden.

Babys erkunden die Welt mit allen Sinnen. Saubere Fingernägel tragen zur Gesundheit der Kleinen bei. (Foto: freestocks.org / pexels.com)

Die Babynagelschere besteht zudem bestenfalls aus einem nickelfreien Material und sehr schmalen Schneideblättern, mit denen die Nägel schnell und einfach gekürzt werden können. Im Gegensatz zu einer Schere für Erwachsene, sind die Enden zudem abgerundet, damit sich dein Liebling nicht versehentlich daran pieken oder gar verletzen kann.

Der Knipser macht das Kürzen sogar noch einfacher. Durch seine Form passt er sich automatisch an die Nägelchen an und drückt die Fingerkuppen weg, sodass diese erst gar nicht verletzt werden können.

Allerdings sind mit einem Nagelknipser weniger ordentliche Schnitte möglich. Wenn beim Knipsen raue Kanten entstehen, kannst du anschließend mit einer Feile etwas nachhelfen.

Nagelfeilen für Babys und Kleinkinder sollten idealerweise aus Glas oder Keramik bestehen, da die klassischen Sandpapierfeilen die feine Babyhaut an den Kuppen schnell verletzten und zerkratzen können.

Mittlerweile sind auch elektrische Nagelfeilsets für Kleinkindernägel erhältlich, die verschieden raue Aufsätze für jedes beliebige Alter enthalten. Die Entscheidung, ob du die Nägel lieber Schneiden oder Feilen solltest, bleibt schlussendlich dir selbst überlassen.

Tipps für die Nagelpflege bei Kleinkindern

Das regelmäßige Kürzen der Fingernägel sollte zu einer Routine im Alltag werden, um Gegenwehr und Tränen vorzubeugen.

Wenn du deinem Liebling beispielsweise stets ein entspannendes Lied als Einstimmung vorsummst oder ein Elternteil währenddessen witzige Grimassen schneidet, wird die Nagelpflege bald mit einer angenehmen Angelegenheit verknüpft.

Babys und Kleinkinder erkunden die Welt mit den Händen und besonders in der oralen Phase werden Dinge mit dem Mund untersucht. Damit sich nicht zu viele schädliche Keime unter den Nägeln der Kleinen sammeln, solltest du sie täglich säubern.

Mit einer weichen Nagelbürste lässt sich Schmutz durch leichtes Reiben einfach entfernen. Manchmal reicht auch etwas Toben während eines Bades aus.

Viele Kinder wünschen sich bunte Finger- und Fußnägel wie die von Mama. Kindernagellacke enthalten keine giftigen Inhaltsstoffe lassen sich auch ohne Nagellackentferner und die damit verbundenen schädlichen Lösungsmittel wieder entfernen.

Trotzdem ist die Anwendung erst ab fünf Jahren empfehlenswert, da ab diesem Alter die Nägel die notwendige Festigkeit besitzen.

Spezielle Kindernagellacke lösen bei den Kleinen keine Allergien aus oder führen mit aggressiven Substanzen zu Rötungen.

Fazit: Sichere Nagelpflege bei Babys und Kleinkindern

Die Nägel von Babys und Kleinkindern sind sehr zart und müssen anfangs nicht gekürzt werden. Erst nach etwa einem Monat sollten die Fingernägel alle zwei Wochen halbrund und die Fußnägel nach Bedarf gerade geschnitten werden.

Am besten schneidest du die Nägel während dein Kind schläfrig ist, da es dann weniger Widerstand leistet und dadurch auch die Verletzungsgefahr minimiert wird.

Mithilfe spezieller babyfreundlicher Utensilien lassen sich die Nägel schnell und problemlos kürzen. Eventuelle raue und überstehende Kanten kannst du mit einer Feile anschließend vorsichtig entfernen.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] http://www.familie.de/baby/baby-nagelpflege-510791.html

[2] https://www.dr-gumpert.de/html/nagelbettentzuendung-beim-baby.html

[3] http://www.letsfamily.ch/de/kind/gesundheit/articles/nagellack-fuer-kinder-schaedlich

Bildquelle: pixabay.com / RitaE

Bewerte diesen Artikel


12 Bewertung(en), Durchschnitt: 4,00 von 5