Ab wann sollte man mit Wehen ins Krankenhaus: Nützliche Informationen und Tipps

Wehen wann ins Krankenhaus
Zuletzt aktualisiert: 8. Juli 2020

Schwangerschaften und Geburten mit ihren Wehen sind ein kompliziertes Unterfangen. Egal ob erstes, zweites oder drittes Kind, vielen Schwangeren bereitet die Vorstellung einer Geburt Ängste und Unsicherheiten. Allein schon die Frage, nach dem Beginn des Geburtsvorganges und wann es Zeit ist ins Krankenhaus zu fahren, macht vielen Frauen Sorgen.  Dieses Gefühl ist ganz normal, doch ist es deswegen umso wichtiger sich vor der Geburt zu informieren.

Dieser Artikel soll dir dabei helfen, dich umfangreich mit Informationen über Wehen und weiteren Geburtssymptomen zu versorgen. Damit dir möglichst viele Zweifel aus dem Weg geräumt werden, haben wir dir die meist gestelltesten Fragen rund um Wehen und den richtigen Zeitpunkt des Klinikbesuches beantwortet. So kannst du dich entspannen und dich in Ruhe auf dein Baby freuen.




Das Wichtigste in Kürze

  • Es gibt verschiedene Arten von Wehen, je nachdem in welcher Phase der Schwangerschaft oder Geburt die Frau gerade ist. Jeder Wehentyp äußert sich unterschiedlich und hat seine eigene Funktion. Die ersten Wehen läuten nicht die sofortige Geburt ein, sondern kündigen diese erst an.
  • Neben den Wehen gibt es noch weitere Signale, die eine Geburt ankündigen. Nicht bei jedem Anzeichen musst du sofort ins Krankenhaus, doch bei einigen Symptomen gilt es Achtung zu bewahren.
  • Neben allen theoretischen Hinweisen, ist das persönliche Empfinden der Schwangeren nicht zu vergessen. Die werdende Mutter soll ruhig bleiben und sich wohlfühlen. Ist das nicht der Fall, ist ein Krankenhausbesuch auch schon zu empfehlen.

Definition: Was sind Wehen?

Wehen treten während einer Schwangerschaft und Geburt auf und definieren sich durch rhythmisches Zusammenziehen der Gebärmuttermuskulatur während des Geburtsprozesses. Aber schon während der Schwangerschaft kommen immer wieder Kontraktionen vor, die von Frau zu Frau verschieden intensiv wahrgenommen werden.

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Wehen dehnen die Gebärmutter, rücken das Kind in die richtige Position und bringen es auf die Welt.
(Bildquelle: Jonathan Borba/Unsplash)

Das Zusammenziehen der schwangeren Gebärmutter äußert sich als sehr schmerzhaftes Verfahren. Die Dauer, Frequenz, Stärke und Intervalle variieren phasenabhängig. Wehen können nicht kontrolliert werden, da sie durch das vegetative Nervensystem gesteuert werden.

Hintergründe: Was du über Wehen und weitere Anzeichen vor der Geburt wissen solltest

Eine Geburt ist eine komplexe Angelegenheit und auch die Einleitung derer. Im folgenden Abschnitt findest du alle wichtigen Hintergrundinformationen und Fragen, die du dazu wissen solltest.

Welche Arten von Wehen gibt es?

Wehe ist nicht gleich Wehe. Je nachdem in welcher Phase du dich gerade befindest, gibt es unterschiedliche Arten. Diese zu kennen und zu erkennen, hilft dir Unsicherheiten während und vor der Geburt deines Kindes aus dem Weg zu räumen.

Vorwehen

In der Regel kommt es ab der 36. Schwangerschaftswoche zu Vorwehen. Du spürst ein starkes Ziehen im Unterleib, das zu Schmerzen in deinem Rücken und in deiner Leiste führt. Das kommt daher, da das Baby und der Uterus auf deine Blase drücken.

Diese Vorwehen sind aber lediglich das erste Anzeichen und nicht der eigentliche Geburtsbeginn. Der Körper bereitet sich langsam vor und zur eigentlichen Geburt kann es noch Tage, oder sogar Wochen dauern. Vorwehen sind weniger schmerzhaft, kommen sehr unregelmäßig und hören letztendlich wieder auf. (1)

Senkwehen

Senkwehen sind deutlich schmerzintensiver als die Vorwehen. Das Kind wird für den Geburtsprozess in die richtige Position gebracht. Der Kopf wird nach unten gepresst und die Gebärmutter wird mit dem Baby tiefer in das Becken gedrückt.

Diese Phase der Wehen ist eine gute Übungsmöglichkeit, denn du kannst hier deine erlernten Atemtechniken testen. Richtige Schmerzen bereiten Senkwehen meistens nicht, obwohl schwangere Frauen diese sehr unterschiedlich wahrnehmen können. Die Abstände, in denen sie passieren, variieren stark. Sie können alle zehn Minuten, oder alle paar Stunden, oder sogar Tagen auftreten.

Eröffnungswehen

Mit den Eröffnungswehen wird die Geburt eingeleitet. Der Anfang dieser Wehen ist vergleichbar mit Menstruationsbeschwerden, allerdings werden sie mit der Zeit immer stärker. Zunächst sind die Wehen noch unregelmäßig, werden nach und nach aber immer regelmäßiger.

Bei den ersten Eröffnungswehen, musst du nicht sofort ins Krankenhaus. Das ist erst nötig, wenn eine Wehe eine bis eineinhalb Minuten andauert und alle fünf Minuten kommt.

Die ersten Intervalle kommen zirka alle zehn Minuten, bis sie schon alle zweieinhalb Minuten eintreten. Ein Intervall hat ungefähr eine Dauer von eineinhalb Minuten. In dieser Phase weitet sich dein Muttermund, damit dein Kind heraus kann.

Spürst du schon die ersten Eröffnungswehen, musst du allerdings nicht sofort ins Krankenhaus fahren. Besser ist es, sich zu Hause noch etwas auszuruhen. Dieser Zeitpunkt tritt dann erst ein, wenn eine Wehe eine bis eineinhalb Minuten andauert, dann solltest du in die Klinik fahren.

Presswehen

Durch die Presswehen wird das Kind an die engste Stelle des Geburtskanals, der Vagina, befördert. Diese Phase wird auch Austreibungsphase genannt. Hier wird das Baby herausgeschoben. In diesem Stadium kannst du das Schieben nicht mehr zurückhalten. Ist der Kopf durch, kommt der Körper meistens schnell und ohne Probleme nach.

Diese Art der Wehen gibt den meisten Frauen das Gefühl, auf die Toilette gehen zu müssen. Das Baby drückt nämlich in dieser Phase auf den Darm der Gebärenden. Viele werdende Mütter beschreiben die Presswehen sogar als erleichternd und deutlich angenehmer als die Eröffnungswehen. Da das Kind auch nach unten drückt, kann das Gefühl des Mitdrückens auftreten.

Nachwehen

Nachwehen sind dazu da, um die Plazenta auszupressen. Die Gebärmutter drückt sich wieder nach innen und nimmt wieder ihre ursprüngliche Größe an. Diese Wehen sind sehr viel schwächer, gerade beim ersten Kind. Bei weiteren Geburten fallen die Schmerzen häufig intensiver aus. Wahrscheinlich muss sich die Gebärmutter, wegen der früheren Geburten stärker zusammenziehen. (2)

Welche Unterschiede gibt es zu weiteren Geburten?

Bei dem ersten Kind herrschen noch einige Unklarheiten mehr. Eine Schwangerschaft und Geburt sind ganz neue Erfahrungen, die im Vorhinein viele Fragen und Unsicherheiten mit sich bringen. Auch der Körper durchläuft diesen Prozess zum ersten Mal.

Ab dem zweiten Kind schaut das schon ganz anders aus. Auch wenn jede Geburt anders verläuft, hast du trotzdem schon einige Erfahrungen gesammelt und kennst deinen Körper schon etwas besser. Wir haben dir in einer Tabelle die üblichsten Unterschiede nochmal zusammengefasst.

Erstes Kind Weitere Kinder
Geburt meistens ein längerer Prozess Verläuft oft schneller
Körper in neuer Situation Gebärmutter wurde bereits einmal gedehnt
Ins Krankenhaus bei Wehenabstand von fünf Minuten Ins Krankenhaus bei Wehenabstand von zehn Minuten

Zweite Geburten verlaufen häufig, jedoch nicht immer, schneller und leichter. Denn der Körper hat schon einmal den ganzen Prozess des Gebärens mitgemacht. Die Geburtswege haben sich bereits einmal gedehnt, so geht es ab dem zweiten Mal oft leichter.

Deswegen solltest du beim zweiten, dritten oder vierten Kind früher losfahren. Es empfiehlt sich ein Wehenabstand von ungefähr zehn Minuten. Nichtsdestotrotz denke daran, dass sich hierzu keine Faustregel treffen lässt. Jeder Geburtsverlauf ist unterschiedlich und von Frau zu Frau verschieden.

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Die erste Geburt unterscheidet sich von weiteren. Das erste Kind braucht meistens länger.
(Bildquelle: sathyatripodi/Pixabay)

Was sagt das Platzen der Fruchtblase aus?

Wenn deine Fruchtblase platzt, dann musst du sofort ins Krankenhaus. Diese Entscheidung ist unabhängig von der Dauer und des Schmerzes der Wehen. Das Platzen der Blase ist nämlich in der Regel ein Zeichen dafür, dass die Geburt einsetzt.(3)

Die Fruchtblase und das Wasser darin, Fruchtwasser genannt, schützen das Kind vor Infektionen und Erschütterungen. Platzt diese, ist der Schutz nicht mehr gegeben. Da nicht immer alles nach Plan läuft, unterscheidet man verschiedene Phasen, in denen die Fruchtblase platzen kann. Diese lauten wie folgt:

  • Rechtzeitiger Blasensprung: Das ist der Idealfall, wie im ersten Absatz beschrieben. Die ersten Geburtswehen treten ein, der Muttermund ist geöffnet und die Blase platzt. Das Baby kann nun kommen.
  • Frühzeitiger Blasensprung: Die Blase kann auch schon früher, während der Eröffnungsphase, platzen. Dies nennt man dann einen frühzeitigen Blasensprung.
  • Vorzeitiger Blasensprung: Die Fruchtblase kann allerdings noch früher, vor dem Beginn der Wehen, platzen. (4)
  • Fruchtblasensprengung: Manchmal platzt die Blase auch nicht von allein, sondern dieser Prozess muss künstlich eingesetzt werden. Sie wird dann von einem Arzt, oder der Hebamme gesprengt.

Phasenunabhängig und egal, wie viel herausläuft, ist es wichtig, Ruhe zu bewahren. Du kannst dich, wenn du dir doch unsicher bist, sicherheitshalber hinlegen und die Hebamme, oder das zuständige Krankenhaus anrufen. (5)

Was hat es mit dem Schleimpfropf auf sich?

Der Schleimpfropf befindet sich im Muttermund und ist zum Schutz, vor beispielsweise Keimen, der Gebärmutter. Er entsteht am Anfang der Schwangerschaft. Im Normalfall wird dieser vor dem Einsetzen der Geburtswehen ausgeschieden. Wenn der Schleimpfropf mit etwas Blut vermengt ist, ist dies ein Zeichen dafür, dass sich der Muttermund langsam weitet und sich der Schleim löst.

Deswegen nimmt man ihn als rötlich oder bräunlichen Ausfluss wahr. Kommt es allerdings zu einem eher starken Blutverlust, ist das ein negatives Zeichen. Hier muss Umgehens die Hebamme, oder das Krankenhaus informiert werden.

Der Schleimpfropf ist jedoch kein Anzeichen für eine sofortige Geburt. Denn er kann schon bereits zwölf Tage vor dem Beginn der Wehen ausgeschieden werden. In der Regel passiert das allerdings ungefähr einen Tag davor.

Stimmt das Lösen des Pfropfens zirka mit dem Geburtstermin überein und es gibt keine weiteren Anzeichen der Geburtseinleitung, musst du noch nicht ins Krankenhaus. Weitere Zeichen sind der Blasensprung, Wehen, oder Blutungen.

Was mache ich bei Wehen, obwohl ich einen Kaiserschnitt geplant habe?

Normalerweise wird ein Kaiserschnitt ungefähr eine Woche vor dem errechneten Geburtstermin angesetzt. Da die ersten Wehen schon Wochen vor der eigentlichen Geburt einsetzen, ist es ganz normal, dass du diese bekommst, obwohl du einen Kaiserschnitt geplant hast.

Es soll sogar mit der Operation gewartet werden, bis die Wehen einsetzen. Denn Wehen haben eine wichtige Funktion, denn das Glückshormon wird dabei ausgeschüttet.

Allerdings gibt es auch Situationen, in den vor dem Einsetzen der Wehen der Kaiserschnitt durchgeführt werden muss. Dieser Fall tritt ein, wenn das Baby quer im Bauch liegt und sich nicht richtig positioniert hat, oder die Plazenta vor dem Muttermund liegt.

Unterscheiden sich die Wehen bei der Geburt von Zwillingen?

Viele Frauen, die Zwillinge erwarten, entscheiden sich für einen Kaiserschnitt. Jedoch bevorzugen auch manche Schwangere eine natürliche Geburt. Bei einem Kaiserschnitt kommt es in der Regel nicht zu Wehen.

Bei Zwillingen kann es passieren, dass die Wehen schon viel früher einsetzen. Das geschieht, wenn die beiden Babys keinen, oder zu wenig Platz im Bauch der Mutter haben. So kann es schnell zu einer Frühgeburt kommen. Deswegen raten viele Ärzte zu einer Geburt im Krankenhaus und nicht zu Hause.

Auch können eventuell die Symptome und Schmerzen heftiger ausfallen, da das Blutvolumen noch mehr als üblich in der Schwangerschaft steigt.

Wann du bei Wehen ins Krankenhaus musst: Die wichtigsten Informationen für einen rechtzeitigen Krankenhausaufenthalt

Nun hast du alle Hintergrundinformationen, die du über Wehen und Situationen vor der Geburt wissen musst. Aber wann genau, ist es Zeit in die Klinik zu fahren und wie findet man das am besten heraus? Diese Fragen beantworten wir dir im folgenden Teil.

Kriterien, auf die du achten solltest

Du spürst schon das Ziehen und denkst, die Geburt geht direkt los? So ganz stimmt das nicht. Wehen sind zwar ein Anzeichen dafür, dennoch musst du nicht sofort ins Krankenhaus fahren.

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Damit du genau weißt, wann du in die Klinik musst, kannst du deine Wehen messen, sobald sie regelmäßig kommen.
(Bildquelle: freestocks/Unsplash)

Es gibt einige Kriterien, an denen du feststellen kannst, ab wann du ins Spital fahren solltest. Diese haben wir dir aufgelistet.(6) Trotzdem ist es ganz wichtig, nicht nur auf Fakten basierend zu handeln, sondern auf das eigene Gefühl zu hören. Primär musst du darauf achten, dass du dich wohlfühlst.

Regelmäßigkeit

Ein wichtiges Kriterium, um den Zeitpunkt zu bestimmen, an dem du in die Klinik musst, ist die Regelmäßigkeit deiner Wehen. Die Eröffnungswehen leiten eine Geburt langsam ein. Die Gebärmutter zieht sich in regelmäßigen Abständen zusammen und der Muttermund wird auf zirka 10 Zentimeter geweitet.

Am Anfang sind die Eröffnungswehen noch unregelmäßig, werden aber mit der Zeit periodisch. Sie kommen anfangs alle 10 Minuten und dauern eine bis eineinhalb Minuten. Ist eine gewisse Regelmäßigkeit erreicht, ist es Zeit auf das nächste Kriterium zu achten. (7)

Wehenabstand- und Dauer

Werden die Wehen regelmäßig, solltest du den Abstand messen. Am idealsten dafür geeignet ist eine Stoppuhr, da du die Sekunden darauf siehst. Fertige eine Tabelle mit der Start- und Endzeit, der Dauer und dem Abstand an. Schreibe dir auch die Sekunden auf.

Sobald die Wehen regelmäßig werden, kannst du sie mithilfe einer Stoppuhr und einer Tabelle messen.

Aus der Differenz von Start- und Endzeitpunkt, ermittelst du die Dauer. Wenn der Bauch beginnt sich zusammenzuziehen, ist das Zeichen des Startes der Messung. Wenn der Schmerz sich zu lösen beginnt, kannst du die Zeit stoppen. Mit der Zeit lernst du deinen Körper auch kennen und es wird dir leichter fallen, diese beiden Punkte zu bestimmten.

Wenn die Wehen eine bis eineinhalb Minuten dauern, ist das ein Zeichen dafür, dass es losgeht. Der Abstand der Wehen sollte bei zirka fünf Minuten liegen.

Intensität

Sie beginnen leicht, steigern sich zu einem Höhepunkt und gehen langsam wieder zurück. Am Anfang erinnern Eröffnungswehen noch an Menstruationsschmerzen. Gleichen deine Wehen der beschriebenen Dauer und Abstand, kannst du auch auf den Schmerz achten.

Dieser ist allerdings weniger ausschlaggebend, da er von Frau zu Frau sehr unterschiedlich sein kann. Allerdings sollte die Intensität der Wehen relativ gleich sein.

Ob du dich schon in den “richtigen” Wehen befindest, kannst du auch daran überprüfen, wie der Schmerz sich beim Gehen verhält. Diese werden dann intensiver. Vorwehen dagegen werden beim Aufstehen und Gehen schwächer. Werden die Schmerzen allerdings so extrem, dass du dich nicht mehr wohlfühlst, kannst du auch schon ins Krankenhaus fahren.

Wenn du dir immer noch unsicher bist, kannst du dir noch dieses Video anschauen. Hier wird noch einmal zusammengefasst, wie man die richtigen Wehen erkennen kann.

Bei welchen Anzeichen muss ich sonst noch in die Klinik?

Leider verläuft eine Schwangerschaft mit der darauffolgenden Geburt nicht immer einwandfrei. Deswegen solltest du auf die hier aufgelisteten Situationen achten, damit du richtig und rechtzeitig bei Problemen handeln kannst.

  • Frühwehen: Frühwehen können die Geburt einleiten, obwohl dein Körper und das Kind noch nicht bereit dazu sind. Deswegen sind sie nicht ganz ungefährlich. Sie treten vor der 36 SSW auf und kommen häufiger als dreimal in der Stunde. Die Intervalle werden immer stärker und kürzer. Häufig wird wässriger oder blutiger Ausfluss ausgeschieden und es kommt zu Rückenschmerzen. Wende dich in so einer Situation unbedingt an einen Arzt. (8)
  • Vorzeitiger Blasensprung: Wie oben bereits beschrieben, kann es bei einer Schwangerschaft zu einem vorzeitigen Blasensprung kommen. In dieser Situation solltest du unbedingt in eine Klinik fahren. Es besteht die Gefahr, dass sich die Nabelschnur einklemmt und somit die Versorgung unterbrochen wird. Außerdem ist der Schutz der Fruchtblase nicht mehr gegeben. (9)
  • Starke Blutungen: Kommt es in deiner Schwangerschaft zu einer starken Blutung, solltest du auf jeden Fall in ein Krankenhaus fahren und dich untersuchen lassen. Derartige Ausscheidungen sind ungewöhnlich und können, aber müssen nicht, ein schlechtes Zeichen sein.
  • Weitere unerklärliche Symptome und Unwohlsein: Zeigen sich neben den beschriebenen und üblichen Symptomen weitere, die du nicht nachvollziehen kannst, darfst du auch ins Krankenhaus gehen. Du brauchst keine Angst zu haben, wieder ohne Kontrolle weggeschickt zu werden. Die Hauptsache ist, dass du dich wohlfühlst und ruhig bleibst. Auch wenn du Angst, oder ein ungutes Gefühl hast, kannst du eine ärztliche Hilfe in Betracht ziehen.

Welche Zeichen gibt es noch für eine bevorstehende Geburt?

Geht es auf das Ende der Schwangerschaft zu, sendet dir dein Körper noch weitere Signale. Die Folgenden sind allerdings weniger zuverlässig, als die bereits genannten. Sie müssen nicht, aber können bei werdenden Müttern vor der Geburt eintreten. Du solltest sie nicht als direktes Anzeichen sehen, sondern nur verstehen, dass die folgenden Symptome ganz normal sein können.

Symptom Erklärung
Energieschub Einige Schwangere bekommen vor dem Einsetzen der Wehen einen hohen Energieschub. So hegen sie plötzlich das Bedürfnis die Wohnung, oder das Haus neu zu gestalten. Genannt wird dies “Nestbauinstinkt”.
Übelkeit Vor der Geburt verspüren einige Schwangere eine Übelkeit, die auch Erbrechen auslösen kann.
Erschöpfung und Schlafprobleme Vor der Geburt verändern sich die Hormone im Körper, da sie unter anderem  Wehen verursachen. Das kann bei einigen Schwangeren zu einer  Erschöpfung und Schlaflosigkeit führen.
Zittern der Muskeln Vor dem Einsatz der Wehen versucht der Körper die Spannungen zu lösen. Das kann dazu führen, dass deine Muskeln anfangen mehrere Minuten lang zu zittern.
Durchfall Das Dehnen und Weiten der Gebärmutter kann die Verdauung anregen. Bei einigen Schwangeren kommt es so zu sehr weichem Stuhlgang oder Durchfall.

Fazit

Frauen und ihre Geburten sind unterschiedlich. Trotzdem gibt es einige Faustregeln, an die du dich ungefähr halten kannst. Bist du mit deinem ersten Kind schwanger, solltest du ins Krankenhaus gehen, wenn die Wehen zirka alle fünf Minuten kommen und eine bis eineinhalb Minuten andauern. Bei weiteren Kindern solltest du schon aufbrechen, wenn die Eröffnungswehen alle zehn Minuten eintreten.

Eröffnungswehen kannst du von Vor- und Senkwehen anhand der Regelmäßigkeit, des Abstands, der Dauer und der Intensität unterscheiden. Doch auch Gründe wie der Blasensprung, heftige Blutungen, Frühwehen oder ein Unwohlsein deinerseits, sollten dich in die Klinik fahren lassen.

Bildquelle: milkos/ 123rf.com

Einzelnachweise (9)

1. Shinobu Kobayashi, Nobutsugu Hanada, Masayo Matsuzaki, Kenji Takehara, Erika Ota, Hatoko Sasaki, Chie Nagata & Rintaro Mori. In: Cochrane Database of Systematic Reviews. (2017)
Quelle

2. Werner Rath et. al. In: Geburtshilfe und Perinatalmedizin. Stuttgart, New York, Delhi, Rio: Thieme Verlagsgruppe. (2010).
Quelle

3. Haywood L. Brown. In: MDS Manual, Ausgabe für Patienten. (2017).
Quelle

4. Sven Kehl, Christel Weiss, Ulf Dammer, Friederike Baier, Florian Faschingbauer, Matthias W. Beckmann, Marc Sütterlin & Jutta Pretscher. In: Geburtshilfe und Frauenheilkunde. Nov, 77(11): 1174–1181. (2017).
Quelle

5. Philippa Middleton, Emily Shepherd, Vicki Flenady, Rosemary D McBain & Caroline A Crowther. In: Cochrane Database of Systematic Reviews. (2017).
Quelle

6. Thomas Steck. In: Thomas Steck, Heike Pachmann, Edeltraud Hertel & Christel Morgenstern (Hrg.). Kompendium der Geburtshilfe für Hebammen. S. 149-171. Wien: Springer-Verlag. (2008).
Quelle

7. Thomas Steck. In: Thomas Steck, Heike Pachmann, Edeltraud Hertel & Christel Morgenstern (Hrg.). Kompendium der Geburtshilfe für Hebammen. S. 131-148. Wien: Springer-Verlag. (2008).
Quelle

8. Ekkehard, Schleußner. In: Deutsches Ärzteblatt. 110(13): 227-36.(2013).
Quelle

9. Jens Möller. In: gynäkologie + geburtshilfe. 21(2), 10. (2016).
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Diagnostik und Betreuung während der Latenzphase zur Verbesserung der Geburtsergebnisse
Shinobu Kobayashi, Nobutsugu Hanada, Masayo Matsuzaki, Kenji Takehara, Erika Ota, Hatoko Sasaki, Chie Nagata & Rintaro Mori. In: Cochrane Database of Systematic Reviews. (2017)
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Physiologische Grundlagen des Geburtsvorgangs (III)
Werner Rath et. al. In: Geburtshilfe und Perinatalmedizin. Stuttgart, New York, Delhi, Rio: Thieme Verlagsgruppe. (2010).
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Geburtswehen
Haywood L. Brown. In: MDS Manual, Ausgabe für Patienten. (2017).
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Effect of Premature Rupture of Membranes on Induction of Labor: A Historical Cohort Study
Sven Kehl, Christel Weiss, Ulf Dammer, Friederike Baier, Florian Faschingbauer, Matthias W. Beckmann, Marc Sütterlin & Jutta Pretscher. In: Geburtshilfe und Frauenheilkunde. Nov, 77(11): 1174–1181. (2017).
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Geplante frühzeitige Geburt versus Abwarten bei vorzeitigem Blasensprung am Termin (37 Schwangerschaftswochen oder mehr)
Philippa Middleton, Emily Shepherd, Vicki Flenady, Rosemary D McBain & Caroline A Crowther. In: Cochrane Database of Systematic Reviews. (2017).
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Überwachung und Leitung der regelrechten Geburt
Thomas Steck. In: Thomas Steck, Heike Pachmann, Edeltraud Hertel & Christel Morgenstern (Hrg.). Kompendium der Geburtshilfe für Hebammen. S. 149-171. Wien: Springer-Verlag. (2008).
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Ablauf der regelrechten Geburt
Thomas Steck. In: Thomas Steck, Heike Pachmann, Edeltraud Hertel & Christel Morgenstern (Hrg.). Kompendium der Geburtshilfe für Hebammen. S. 131-148. Wien: Springer-Verlag. (2008).
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Drohende Frühgeburt Prävention, Diagnostik und Therapie
Ekkehard, Schleußner. In: Deutsches Ärzteblatt. 110(13): 227-36.(2013).
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Vorzeitiger Blasensprung: Abwarten lohnt sich
Jens Möller. In: gynäkologie + geburtshilfe. 21(2), 10. (2016).
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