Muttermilch Auftauen: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Muttermilch auftauen
Zuletzt aktualisiert: 29. Oktober 2020

Es gibt Momente, da kann die Mama einfach nicht selber stillen. Entweder weil sie zu einer wichtigen Konferenz muss, krank ist oder einfach möchte, dass der Partner mal eine Mahlzeit übernimmt. Abgepumpte Muttermilch ist für solche Momente optimal. Diese kannst du bis zu drei Tage im Kühlschrank lagern oder gar bis zu sechs Monaten im Gefrierfach.

Doch auf was musst du achten, wenn du Muttermilch einfrierst? Und warum darf Muttermilch dann nicht in der Mikrowelle auftauen? Diese und viele weitere Themen erklären wir dir in unserem Magazin. Wir begleiten dich bei allen Fragen rund um das Thema Muttermilch auftauen und einfrieren. Zudem geben wir dir ganz unten noch ein paar Geheimtipps, was du mit zu alter Muttermilch alles noch machen kannst.




Das Wichtigste in Kürze

  • Muttermilch enthält wichtige Wachstumsfaktoren, Antikörper und Nährstoffe, die dein Kind gerade in den ersten Monaten braucht. Durch das Einfrieren von Muttermilch kannst du diese bis zu 6 Monate haltbar machen. Auch wenn der Fett – und Kalorienanteil dadurch sinkt, behält die Muttermilch immer noch den größten Anteil wichtiger Nährstoffe.
  • Beim Auftauen von eingefrorener Muttermilch gilt die Devise, so langsam wie möglich. Am besten funktioniert dies über Nacht im Kühlschrank. Dieser Grundsatz ist genau das Gegenteil zum Einfrieren. Hier sollte frische Muttermilch möglichst schnell kalt gestellt werden.
  • Einmal aufgetaute Muttermilch sollte nicht noch einmal eingefroren werden. Stattdessen sollte dein Kind die aufgewärmte Milch möglichst bald trinken, denn bei Raumtemperatur hält sie sich gerade einmal zwei Stunden.

Warum ist Muttermilch so gesund für dein Baby?

Bereits ab der Hälfte der Schwangerschaftszeit beginnt die Bildung von Muttermilch. Dies sichert auch bei Frühchen eine Versorgung ab. Doch was macht die Muttermilch so besonders?

  • Darmflora: Die in der Muttermilch vorhandenen Zuckermoleküle sollen als Düngemittel für Bakterien dienen, die sich in der Darmflora ansiedeln. Bakterien in unserem Darm (Mikrobiom) sind für unsere Verdauung und Darmgesundheit wichtig.(1) Ebenso zeigen mehr und mehr Studien, dass die Darmflora eine entscheidende Rolle für den Stoffwechsel spielt.(2)
  • Abwehrstoffe: Vor allem in den ersten Monaten enthält die Muttermilch enorm viele Antikörper und bioaktive Proteine. So wird das Immunsystem deines Kindes geschützt. Nach etwa ein bis zwei Monaten übernimmt dein Kind bereits selbständig die Abwehr von Krankheitserregern und der Anteil von Antikörpern in der Muttermilch sinkt.(3)
  • Gewichtszunahme: Im Laufe der Stillzeit nimmt der Fettanteil der Muttermilch zu. Dies dient vor allem dazu, dass dein Kind wächst und Energie für die Weiterentwicklung hat.(3)

Die Muttermilch ist somit die perfekte Nahrung, um dein Kind sicher durch die ersten Monate zu begleiten. Eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2007 hat einen möglichen Zusammenhang zwischen Stillen und geringerem Typ 1 und 2 Diabetes festgestellt. Ebenso sollen weniger Magen-Darm Erkrankungen bei Kindern aufgetreten sein, die gestillt wurden.(4)

Die Entscheidung, ob und wie lange das Neugeborene gestillt wird, bleibt schlussendlich der Mutter überlassen. Wir denken, dass dies, mit Blick auf die Bedürfnisse des Kindes, jede Familie für sich entscheiden sollte.

Hintergründe: Was du über das Auftauen von Muttermilch wissen solltest

Gerade, wenn du mal nicht bei deinem Kind sein kannst, ist abgepumpte und aufgetaute Muttermilch perfekt. So kannst du deinen eigenen Arzttermin oder den wöchentlichen Sport ganz normal antreten und musst dir keine Gedanken über die Mahlzeit deines Kindes machen.

Muttermilch auftauen-1

Neben Muttermilchfläschchen eignen sich auch Beutel hervorragend zum Einfrieren. Bei diesen taut die Milch auch schneller wieder auf.
(Bildquelle: oknesanofa/pixabay)

Muttermilch ist in fachlichen Kreisen immer noch die beste Nahrung für dein Kind.(2) Um die wichtigen Nährstoffe nach dem Einfrieren zu erhalten, solltest du einige Dinge beachten. Auch Hygienemaßnahmen sind wichtig, damit dein Kind keine Schadstoffe aufnimmt.

Wie taue ich Muttermilch am besten auf?

Du hast mehrere Möglichkeiten, wie du eingefrorene Muttermilch auftauen kannst. Grundsätzlich gilt, dass du vorsichtig sein solltest und vor allem nicht zu hohe Temperaturen nutzen solltest, da sonst wichtige Nährstoffe verloren gehen.

  • Kühlschrank: Die beste und schonendste Methode ist, Muttermilch im Kühlschrank aufzutauen. Stelle dabei die eingefrorene Portion einfach über Nacht in den Kühlschrank. Am besten nicht in die Tür, damit Temperaturschwankungen vermieden werden. Bedenke, dass das Auftauen so etwa 12 Stunden braucht, sodass du etwas vorplanen musst.
  • Wasserbad: Etwas schneller funktioniert das Auftauen im Wasserbad. Hierfür maximal handwarmes Wasser, also 37 Grad Celsius, nehmen. Am besten legst du die Flaschen oder Beutel mit der eingefrorenen Milch aber erst einmal in kaltes Wasser. Sobald die Muttermilch beginnt aufzutauen, kannst du das Wasser austauschen. Natürlich kannst du die Flaschen oder Beutel auch unter fließendes Wasser halten. Auch dabei sollte die Temperatur niemals wärmer als handwarm sein.
  • Flaschenwärmer: Viele Flaschenwärmer haben eine Auftaufunktion integriert. Dies erleichtert das Auftauen und ist zudem die schnellste Methode, um eingefrorene Muttermilch für dein Kind bereitzustellen.

Aufgetaute Muttermilch sollte dein Kind am besten direkt trinken. Bei Raumtemperatur hält sich die Milch nur maximal zwei Stunden. Im Kühlschrank kann sie maximal 24 Stunden aufbewahrt werden. Einmal angefangene Muttermilch solltest du deinem Kind nicht noch einmal geben. Durch den Speichel und andere Keime, können sich Bakterien vermehren, wenn du das Fläschchen lange im Kühlschrank stehen lässt.

Einmal aufgetaute Muttermilch sollte auf keinen Fall erneut eingefroren werden.

Taue eingefrorene Muttermilch niemals in der Mikrowelle auf. Zum einen zerstören die hohen Temperaturen wichtige Nährstoffe. Zum anderen wird die Milch ungleichmäßig erhitzt, sodass kältere und heißere Stellen entstehen können.  Dein Kind kann sich so schnell verbrühen.

Wie lange dauert es, Muttermilch aufzutauen?

Grundsätzlich gilt, je länger er Aufbauprozess dauert, desto schonender wird die Milch behandelt und desto mehr Nährstoffe behält sie.

Der Kühlschrank eignet sich daher am besten. Hier braucht die Muttermilch etwa 8 bis 12 Stunden zum Auftauen. Vorne ist der Kühlschrank meist etwas wärmer, sodass es hier bereits nach 8 Stunden alles aufgetaut sein kann. Rühr nach etwa 8 Stunden mit einem kleinen Löffel die Milch um und schau, ob du noch gefrorene Stücke findest. Falls ja, stell die Milch noch einmal in den Kühlschrank und probiere es in zwei Stunden erneut.

Beim Auftauen gilt, je langsamer, desto schonender.

Beim Auftauen im Wasserbad oder unter dem Wasserhahn kannst du bereits nach einigen Minuten fertig sein. Allerdings gilt auch hier, dass eine schonende Erwärmung besser ist. Fange daher am besten mit kaltem Wasser an und wechsel dieses, sobald die Muttermilch beginnt aufzutauen.

Im Flaschenwärmer geht das Auftauen am schnellsten. Nach einigen Minuten sollte die Muttermilch aufgetaut sein. Besonders praktisch ist hier, dass du aufgetaute Milch direkt auf Körper – oder Zimmertemperatur erwärmen kannst. Dies geht meist schnell innerhalb von 3 bis 5 Minuten.

Wie lange kann ich Muttermilch aufbewahren?

Je nach Lagerort gelten unterschiedliche Aufbewahrungszeiten. Die folgenden Empfehlungen gelten für hygienisch und sicher abgepumpte Muttermilch und für termingeborene Babys.(5) Checke vor jedem Füttern, ob die aufgetaute Muttermilch noch genießbar ist.

Aufbewahrungsort Aufbewahrungszeit
Raumtemperatur (15 – 25 Grad) Ca. 4 Stunden
Kühlschrank (4 Grad oder kälter) Ca. 2-3 Tage
Gefrierfach (-20 Grad oder kälter) Maximal 6 Monate

Folgende Tabelle gibt dir einen Überblick über die Aufbewahrungszeit für im Kühlschrank aufgetaute Muttermilch.

Aufbewahrungsort Aufbewahrungszeit
Bei Raumtemperatur (15-25 Grad) Maximal 2 Stunden
Im Kühlschrank Bis zu 24 Stunden

Wenn dein Kind besonders behandelt wird oder auf einer Frühchenstation liegt, gelten möglicherweise andere Richtlinien. Kläre diese auf jeden Fall mit deinem Krankenhaus ab.

Schreibe am besten immer das Abpumpdatum und ggf. Uhrzeit auf die Beutel oder Fläschchen, so weißt du genau, bis wann du die Muttermilch noch problemlos verwenden kannst.

Außerdem ist die Muttermilch immer an das Entwicklungsstadium deines Kindes angepasst. Dies bedeutet, dass du immer erst die älteste Milch aus deiner „Milchbank“ nutzen solltest. So stellst du sicher, dass dein Kind die richtigen Nährstoffe zum richtigen Zeitpunkt erhält.

Welche Methode eignet sich am besten zum Einfrieren von Muttermilch?

Hier hast du grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Entweder füllst du die abgepumpte Muttermilch in Fläschchen oder in Muttermilchbeutel. Für welche Variante du dich entscheidest, bleibst dir überlassen. Als Entscheidungshilfe haben wir dir hier einmal alle Vor – und Nachteile dargestellt.

  • Muttermilchbeutel sind vor allem für eine platzsparende Lagerung praktisch. Wenn du keine große Kühltruhe oder Kühl – Gefrierkombination besitzt, kannst du die Beutel weitaus besser lagern.
Vorteile
  • Platzsparende Lagerung
  • Billiger
  • Schnelleres Auftauen durch flache Beutel
Nachteile
  • Umfüllen nötig
  • Nur einmal verwendbar
  • Muttermilchflaschen lassen sich meist problemlos an die zugehörige Milchpumpe anschrauben. So geht kein Tropfen verloren. Jedoch ist die Lagerung nicht wirklich platzsparend. Achte darauf, dass die Fläschchen aus Polyethylen sind.
Vorteile
  • Nur ein Behälter für Abpumpen, Aufbewahren, Einfrieren, Füttern
  • Sicherer Verschluss
  • Problemlose Reinigung
Nachteile
  • Hartplastikflaschen enthalten manchmal noch BPA
  • Keine platzsparende Lagerung möglich
  • Teurer

Achte vor allem bei Hartplastikflaschen darauf, dass sie kein BPA / Bisphenol A beinhalten. Dieser chemische Stoff steht im verdacht, hormonelle Einflüsse zu haben.

Es gibt zudem einige Anbieter, die Glasflaschen im Sortiment haben. Bei diesen ist die Gefahr von Schadstoffen sehr gering. Außerdem können Glasflaschen sehr gut gereinigt werden. Da sie allerdings beim Einfrieren bersten können, raten wir eher zu Plastikflaschen oder den Muttermilchbeuteln.

Wie bewahre ich Muttermilch am besten im Kühlschrank auf?

Wenn du einige Sachen beherzigst, hält sich die Muttermilch bis zu vier Tagen im Kühlschrank.

  • Es gilt, frisch abgepumpte Muttermilch möglichst schnell kühl zu stellen. Nutze für die Aufbewahrung am besten Muttermilchbeutel oder Muttermilchflaschen. Diese sind vor sterilisiert und frei von chemischen Stoffen.
  • Solltest du bereits Behälter mit Muttermilch im Kühlschrank haben, kannst du Portionen zusammenschütten, wenn sie die gleiche Temperatur haben. Lasse also frische Muttermilch erst etwas im Kühlschrank abkühlen, bevor du sie mischst.
  • Stelle Fläschchen oder Beutel mit Muttermilch am besten ganz hinten in den Kühlschrank. Dort sind sie am wenigsten von Temperaturschwankungen betroffen. Stelle keine frische Muttermilch in die Kühlschranktür, da hier zu oft warme Luft zirkuliert.

Wie bewahre ich Muttermilch am besten im Gefrierfach auf?

Sehr ähnlich zur Aufbewahrung im Kühlschrank müssen auch bei der Lagerung von Muttermilch im Gefrierfach ein paar Punkte beachtet werden.

  • Auch hier gilt, frische Muttermilch möglichst schnell einfrieren. Dafür eignen sich genau die gleichen Behälter wie für die Aufbewahrung im Kühlschrank. Also entweder Muttermilchbeutel oder Muttermilchfläschchen.
  • Wichtig! Fülle die Fläschchen oder Beutel nie komplett bis oben hin auf. Beim Einfrieren dehnt sich die Muttermilch aus. Lasse daher mindestens zwei Zentimeter Abstand bis zum Verschluss.
  • Für die einfache Handhabung und geringe Verluste friere am besten Portionen zwischen 60 und 100 Milliliter ein. Nach dem Auftauen kannst du verschiedene Portionen mischen.
  • Stelle Flaschen möglichst gerade hin. Am besten lagerst du eingefrorene Muttermilch im hinteren Teil deines Gefrierfachs. Dort schwankt die Temperatur am wenigsten.

Wie gesund ist aufgetaute Muttermilch?

Frische Muttermilch enthält Nährstoffe, lebende Zellen der Mutter und Wachstumsfaktoren. Nicht umsonst wird sie von vielen Wissenschaftlern und Hebammen immer noch als die beste Nahrung für gesunde Babys angesehen. Durch Temperaturschwankungen verändert sich die Wirksamkeit der Inhaltsstoffe und das Risiko für Verunreinigungen steigt.(6)

Daher gilt die Devise, frische Muttermilch ist gesünder als abgepumpte und gekühlte Muttermilch. Gekühlte Muttermilch ist gesünder als eingefrorene und aufgetaute Muttermilch.

Nichtsdestotrotz enthält eingefrorene Muttermilch immer noch große Anteile von Fetten, Antikörper oder Wachstumsfaktoren.

Auch nach dem Auftauen ist sie ein sehr gesundes und optimales Nahrungsmittel für dein Kind.

Wir haben dir aus einigen Studien eine Übersicht zu möglichen Veränderungen der Nährstoffe über die Zeit bei eingefrorener Muttermilch zusammengestellt.(5)

Nährstoff Veränderung nach eingefrorener Zeit
Fettgehalt Nach 90 Tagen verringert
Eiweißgehalt Nach 90 Tagen verringert
Kaloriengehalt Nach 90 Tagen verringert
Säuregehalt Nach 90 Tagen angestiegen
Vitamin E Stabil
Vitamin C Nach ein bis fünf Monaten verringert
Lactoferrin (Antivirales Protein) Nach 90 Tagen verringert
Wachstumsfaktoren Für 6 Monate stabil

Bitte beachte jedoch, dass die Studien in diesem Text sich zum Teil stark in der Probandenzahl unterscheiden. Außerdem ist in diesem Bereich immer noch viel Forschung nötig, um alle relevanten Aspekte ausreichend zu ermitteln.

Darf ich einmal aufgetaute Muttermilch wieder einfrieren?

Nein. Einmal aufgetaute Muttermilch sollte möglichst schnell genutzt werden. Am besten fütterst du dein Kind direkt mit der aufgetauten und erwärmten Muttermilch. Sollte dies gerade nicht möglich sein, kannst du aufgetaute Milch noch etwa 24 Stunden im Kühlschrank lagern. Einmal erwärmte Muttermilch solltest du nicht noch einmal kühlen und aufwärmen.

Muttermilch auftauen-2

Gerade in den ersten Tagen erhält dein Neugborenes alle nötigen Nährstoffe und Antikörper durch die Muttermilch.
(Bildquelle: Pro File/Pixabay)

Demnach solltest du Muttermilch auch kein zweites Mal einfrieren. Hierdurch gehen wichtige Proteine und Nährstoffe verloren.(6)  Außerdem tötet die Tiefkühlung Keime und Bakterien nicht ab, sondern verlangsamt nur deren Ausbreitung. Somit ist das Einfrieren von Muttermilch kein Garant für sicher keimfreie Milch.

Muss ich aufgetaute Muttermilch noch erwärmen?

Um Koliken oder Bauschmerzen bei deinem Kind zu verhindern, solltest du eingefrorene Muttermilch unbedingt auf Körper – oder Zimmertemperatur erwärmen. Muttermilch auf Körpertemperatur ist etwa 37 Grad Celsius warm. Du solltest die Milch auf keinen Fall über 40 Grad erwärmen, da sonst wichtige Inhaltsstoffe verloren gehen.

Ob dein Kind lieber raumtemperatur – oder körpertemperaturwarme Milch bevorzugt, ist Geschmackssache.

Wenn du eingefrorenen Muttermilch unter fließendem Wasser oder in einem Wasserbad auftaust, kannst du problemlos die Wassertemperatur so erhöhen, dass sie angenehm für dein Kind ist.

Wenn du die Muttermilch im Kühlschrank auftaust, erwärmst du sie am besten ebenfalls im Wasserbad oder unter fließendem Wasser. Dabei das Fläschchen oder den Beutel immer etwas hin und her schwenken, sodass sie alles gleichmäßig erwärmt. Vor dem Füttern solltest du die Milch etwas schwenken, damit sich alle Fett – und Wasseranteile wieder vermischen.

Die schnellste Variante ist das Erwärmen von aufgetauter Muttermilch über den Flaschenwärmer. Teilweise haben diese Geräte auch eine eingebaute Auftaufunktion. So kannst du Muttermilch aus dem Kühlschrank binnen weniger Minuten auf Körpertemperatur oder Raumtemperatur erwärmen.

Erwärme Muttermilch nicht in der Mikrowelle.

Bevor du dein Kind dann fütterst, solltest du unbedingt testen, ob die Temperatur passend ist. Dafür kannst du einfach ein paar Tropfen Milch auf die Innenseite deines Handgelenks geben. Hier ist die Haut sehr dünn und du merkst schnell, ob die Milch zu heiß ist. Ist die Temperatur angenehm warm, kannst du sie deinem Kind geben.

Warum riecht aufgetaute Muttermilch anders?

Aufgetaute Milch kann tatsächlich anders riechen als du es gewohnt bist. Dies liegt an dem Enzym Lipase. Dieses spaltet Fettsäuren und ist auch bei kühlen Temperaturen aktiv. Der seifige oder essigähnliche Geruch entsteht durch die Oxidation der abgespaltenen Fettteilchen. Aus diesem Grund wird der Prozess auch Verseifung von Muttermilch genannt.

Die Aufspaltung der Fettsäuren hilft dem Kind bei der Verdauung und stellt somit keinen negativen Prozess dar.

Die meisten Kinder stören sich auch nicht an dem Geruch und trinken die Milch problemlos.

Wichtig ist jedoch, dass dieser Geruch von aufgetauter Muttermilch nicht mit schlechter Milch verwechselt wird. Stand das Fläschchen zu lange draußen oder wurde nicht rechtzeitig aufgebraucht, können sich Keime in der Flasche sammeln. Angebrochene Milchfläschchen sollten innerhalb von 2 Stunden aufgebraucht werden. Danach solltest du die Milch nicht mehr zum Füttern nehmen.

Warum sieht aufgetaute Muttermilch manchmal anders aus?

Grundsätzlich kann Muttermilch verschiedene Farbtöne annehmen. Sowohl gelbliche, bläuliche, bräunliche oder gar grünliche Milch sind normal. Dies hängt vor allem von der Ernährung der Mutter ab und in welchem Alter dein Kind ist.

Die erste Milch, auch Kolostrum genannt, ist sehr gelblich bis orange. Sie enthält alles, was das Kind für die ersten Tage benötigt. Ab dem zehnten Tag in etwa bildet sich reifere Milch, die weißlich ist. Die Vordermilch ist dabei wässriger und weißlicher als die Hintermilch, die einen höheren Fettanteil hat.

Frierst du Milch nun ein, kann es gut sein, dass sich der Fett – vom Wasseranteil absetzt. Der untere Teil ist daher meist transparenter, während der obere Teil dunkler ist.

Je nach Entwicklungsstadium deines Kindes enthält die Muttermilch unterschiedliche Nährstoffe. Dies kann ebenfalls ein Grund dafür sein, wie hell oder dunkel die Muttermilch ist. Taust du etwas ältere Muttermilch auf, kann es einfach sein, dass sie zum damaligen Zeitpunkt etwas fettärmer war als die dir jetzt bekannte Muttermilch.

Wie kann ich abgepumpte Muttermilch für unterwegs transportierbar machen?

Ob es nun auf eine Konferenz geht oder der Partner mit dem Kind alleine ist. Es gibt viele Anlässe, abgepumpte Muttermilch unterwegs mitzunehmen. Das Wichtigste dabei ist immer, dass du Fläschchen oder Beutel gekühlt werden. Bei Raumtemperatur hält Muttermilch maximal vier Stunden. Wenn sie vorher aufgetaut wurde sogar nur zwei.

  • Kühlbox für unterwegs: Nutze daher eine Kühlbox mit extra Kühlakkus zum Transport. Falls die Kühlakkus auftauen, kannst du im Supermarkt nach Crusheis fragen und so für die entsprechende Kühlung sorgen.
  • Minibar vor Ort: Wenn du dann an deinem Zielort angekommen bist, stell die Fläschchen oder Beutel am besten direkt in einen richtigen Kühlschrank. Hier ist eine gute Beschriftung wichtig, damit deine Muttermilchvorräte nicht verwechselt werden.

Ihr seid unterwegs und du möchtest dein Kind mit vorher abgepumpter Muttermilch füttern? Auch das machbar, wenn du das Fläschchen vorher etwas erwärmst. Nimm dafür einfach eine Portion aus der Kühltasche und erwärme diese in den Händen. Dies kann einige Zeit dauern. Durch vorsichtiges Schwenken wird der Inhalt gleichmäßiger warm. Vor dem Füttern solltest du unbedingt am Handgelenk testen, ob die Milch warm genug ist.

Muttermilch auftauen: 5 Tipps, die dir das Auftauen von Muttermilch erleichtern

Manchmal kann die Mama einfach nicht selbst stillen. Dann ist ein Griff zu eingefrorener Muttermilch sehr hilfreich und verhindert Stress.

Wusstest du, dass die Vordermilch wässriger als die Hintermilch ist? Dies liegt daran, dass die erste Milliliter den Durst deines Kindes stillen sollen. Die nächsten Schlücke versorgen dein Kind dann mit mehr Nährstoffen, sodass die Hintermilch weißlicher ist.

Damit es aber weder beim Auftauen, noch beim Einfrieren zu Schwierigkeiten kommt, haben wir dir hier fünf Tipps aufgelistet, die dir das Leben erleichtern.
So kann auch der Papa problemlos das Kind füttern, während die Mama ihre wohlverdiente Pause genießt.

1. Ordentlich beschriften

Muttermilch ist, je nach Lagerungsort, begrenzt haltbar. Damit du immer die älteste Muttermilch auftaust, solltest du die eingefrorenen Portionen ordentlich beschriften. Dabei kannst du entweder das Abpumpdatum nutzen oder das Ablaufdatum. Hauptsache, es ist immer konstant.

Bei Muttermilchflaschen kannst du selbstklebende Sticker nutzen, auf die du das Datum schreibst. Muttermilchbeutel haben am oberen Rand immer ein Feld, welches du problemlos mit einem Edding beschriften kannst.

Neben dem Datum kann es auch sinnvoll sein, dick Muttermilch auf den Behälter zu schreiben. Man weiß manchmal nicht, ob beim schnellen Zugreifen nicht doch das Falsche aufgetaut wird. Und einmal erwärmt, solltest du Muttermilch entweder direkt füttern oder aber entsorgen.

2. Platz beim Einfrieren lassen

Hiermit ist gemeint, dass du die Behälter nicht bis oben hin füllen solltest. Da sich die Muttermilch im gefrorenen Zustand ausdehnt, können Beutel oder Gläschen platzen. Lasse also etwa 1/3 frei, sodass du dir sicher sein kannst, dass alle Behälter heile bleiben.

Fülle Muttermilch niemals in Gefrierbeutel. Diese enthalten Schadstoffe und sind nicht vor sterilisiert.

Du solltest zudem Platz zum Rand des Gefrierfachs lassen. So können Beutel oder Fläschchen nicht anfrieren oder durch die Abtaufunktionen sogar erwärmen.

3. Immer erst älteste Muttermilch zuerst nehmen

Muttermilch ist immer an das Kind angepasst. In den ersten ein bis zwei Wochen besitzt die Muttermilch besonders viele Antikörper. Im Laufe der Stillzeit erhöht sich hingegen der Fettanteil, damit dein Kind genügend Energie zum Wachstum hat.

Muttermilch auftauen-3

Durch das Stillen wird die Beziehung zwischen Mutter und Kind gestärkt. Doch auch der Papa kann durch das Füttern eine innige Beziehung aufbauen.
(Bildquelle: Michal Bar Haim/Unsplash)

Dies bedeutet, dass du abgepumpte Muttermilch möglichst zeitnah nutzen solltest. Wenn du eine „Milchbank“ im Gefrierfach hast, solltest du immer die älteste Muttermilch als Erstes nehmen. So stellst du sicher, dass dein Kind nicht irgendwann Nahrung trinkt, welche zu wenig Nährstoffe hat.

Außerdem ist Muttermilch etwa sechs Monate lang im Gefrierfach haltbar. Studien zeigen, dass bereits nach drei Monaten der Fett – und Kaloriengehalt stark abgenommen hat.(6) Um diese Verminderung so gering wie möglich zu halten, nimm immer die älteste Muttermilch.

4. Kleine Portionen einfrieren

Um unnötige Verluste zu vermeiden, solltest du nur kleine Portionen einfrieren. Einmal aufgetaute Muttermilch solltest du auf keinen Fall erneut einfrieren. Im Kühlschrank hält sich aufgetaute Muttermilch auch nur maximal 24 Stunden.

Je länger du Muttermilch einfrierst, desto geringer wird die immunbiologische Wirkung.(7)

Welche Portionsgröße für dein Kind richtig ist, weißt du am besten. Wir empfehlen in etwa 60 bis 100 Milliliter einzufrieren.

Sowohl Muttermilchfläschchen als auch – beutel haben eine Maßangabe auf dem Behältnis, sodass du genau weißt, wie groß die jeweilige Portion ist. Wenn du doch mal etwas mehr benötigst, kannst du zu einer bereits erwärmten Portion ebenfalls erwärmte Muttermilch hinzugeben.

5. Mischen von Portionen möglich

Dein Kind trinkt mehr als erwartet oder pro Abpumpen kommen nur ein paar Milliliter zusammen? Dann ist es praktisch Muttermilch zu sammeln und zu einer größeren Portion zu mischen.

Achte aber darauf, dass du  immer nur Portionen mit der gleichen Temperatur mischst. So verhinderst du, dass sich die Aufbewahrungszeit verkürzt. Fläschchen, die bereits in der Gefriertruhe gelagert sind, sollten nicht mit körperwarmer Muttermilch aufgefüllt werden. Dies führt dazu, dass sich die Milch wieder aufwärmt und Nährstoffe schneller verliert.

Achte immer auf eine hygienische Handhabung.  Sowohl beim Abpumpen als auch beim Umfüllen ist Sauberkeit und Hygiene enorm wichtig.

Generell kann Milch, die über einen Zeitraum von 24 Stunden abgepumpt wird, gesammelt werden. Nutze aber für jedes Abpumpen am besten immer ein neues Fläschchen. Wenn du Muttermilch immer in das gleiche Fläschchen abpumpst, erwärmst du jedes Mal die bereits gekühlte Milch mit den Händen. Wenn du fertig bist, kannst du das neue Fläschchen etwas im Kühlschrank abkühlen lassen und dann zu einer anderen gekühlten Portion hinzufügen.

Zusatztipp!

Du hast Muttermilch doch mal zu lange im Kühlschrank oder draußen stehen lassen? Gar kein Problem! Dies ist kein Grund angefangene Muttermilch wegzuschmeißen, denn diese kann noch wunderbar als Badezusatz verwendet werden.

Dafür kannst du einfach einen großen Esslöffel Muttermilch in das warme Badewasser deines Kindes geben. Die reichhaltige Pflege gibt der Haut Feuchtigkeit und verleiht ihr eine weiche Oberfläche. Die gleiche Wirkung hat Muttermilch übrigens auch bei entzündeten Kinderpos. Sogenannte Windeldermatitis kannst du vorbeugen, indem du regelmäßig den Po deines Kindes mit ein wenig Muttermilch einreibst.

Wusstest du, dass Stillen das Risiko für Diabetes Typ 2 oder Herzerkrankungen bei der Mutter senken kann? Neben Kurzzeiteffekten, wie ein geringeres Risiko für Wochenbettdepressionen, wurden auch positive Langzeiteffekte auf Krebs – oder Herzerkrankungen gefunden.(8)

Auch für Erwachsene kann Muttermilch hilfreich sein. Bei trockenen Stellen oder Juckreiz einfach eine kleine Menge auf die betroffene Stelle einreiben und von der natürlichen Pflege profitieren. Ganz ohne Nebenwirkungen kannst du so natürliche Kosmetik nutzen, ohne teure Produkte zu kaufen.

Fazit

Muttermilch bietet für dein Neugeborenes immer noch die besten Nährstoffe. Gerade in den ersten Wochen wird so nicht nur die Bindung zwischen Mutter und Kind gestärkt, sondern kann zudem positive Auswirkungen auf die Entwicklung haben. Damit dein Kind auch mal von anderen mit der reichhaltigen Milch gefüttert werden kann, kannst du Muttermilch problemlos einfrieren. Achte immer auf Sauberkeit und Hygiene.

Das Auftauen gestaltet sich leichter als viele denken. Wichtig ist aber, dass du die Muttermilch möglichst langsam auftaust. Am besten eignet sich die Methode über Nacht im Kühlschrank. Wenn es mal etwas schneller gehen soll, kannst du eingefrorene Milch auch im Wasserbad auftauen. Achte hierbei vor allem darauf, dass die Temperatur nicht über 40 Grad steigt, da sonst wichtige Nährstoffe verloren gehen.

Bildquelle: Ilyukhin/ 123rf.com

Einzelnachweise (8)

1. Muttermilch bietet viele Nährstoffe, unter anderem Immunoglobulin A. Dieser Antikörper bietet eine natürliche Abwehrbarriere gegen Keime.
Quelle

2. Muttermilch kann die Entwicklung des Immunsystems verbessern und Magen-Darm Erkrankungen verringern.
Quelle

3. Neben Fett, Proteinen und Kohlenhydraten enthält Muttermilch viele weitere Nährstoffe. Die Zusammensetzung hängt d´vor allem von der Entwicklung des Kindes ab, aber auch von der Ernährung der Mutter.
Quelle

4. Nicht nur für das Kind ist Stillen gesund. Auch als Mutter kann das Risiko für verschiedene Krebsarten sinken.
Quelle

5. Die Academy of Breastfeeding Medicine stellt in ihrem Protokoll alle Studien zur Aufbewahrung und Verwendung von Muttermilch vor. Besonders interessant sind die Hygienemaßnahmen.
Quelle

6. Etwa 3 Monaten nach dem Einfrieren bei -20°C wird eine bedeutende Abnahme des Fett- und Kaloriengehalts beobachtet.
Quelle

7. Sowohl zu viel Kälte als auch zu viel Wärme haben Einfluss auf die Wirkung von Nährstoffen in der Muttermilch. Einfrieren zerstört die Zellaktivität und reduziert die Vitamine B6 und C. Abkochen zerstört zusätzlich die Lipase und reduziert die Wirkung von Immunglobulin A.
Quelle

8. Stillen kann sowohl Kurzzeit - als auch Langzeiteffekte auf physische und psychische Bereiche der Mutter haben.
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Muttermilch gegen Darmerkrankungen
Muttermilch bietet viele Nährstoffe, unter anderem Immunoglobulin A. Dieser Antikörper bietet eine natürliche Abwehrbarriere gegen Keime.
Gehe zur Quelle
Muttermilch, eine Quelle nützlicher Mikroben und die damit verbundenen Vorteile für die Gesundheit von Säuglingen
Muttermilch kann die Entwicklung des Immunsystems verbessern und Magen-Darm Erkrankungen verringern.
Gehe zur Quelle
Die Zusammensetzung der menschlichen Milch
Neben Fett, Proteinen und Kohlenhydraten enthält Muttermilch viele weitere Nährstoffe. Die Zusammensetzung hängt d´vor allem von der Entwicklung des Kindes ab, aber auch von der Ernährung der Mutter.
Gehe zur Quelle
Stillen und die Gesundheit von Müttern und Säuglingen in entwickelten Ländern
Nicht nur für das Kind ist Stillen gesund. Auch als Mutter kann das Risiko für verschiedene Krebsarten sinken.
Gehe zur Quelle
Informationen zur Aufbewahrung von Muttermilch zur häuslichen Anwendung für Säuglinge
Die Academy of Breastfeeding Medicine stellt in ihrem Protokoll alle Studien zur Aufbewahrung und Verwendung von Muttermilch vor. Besonders interessant sind die Hygienemaßnahmen.
Gehe zur Quelle
Einfluss der Gefrierzeit auf Makronährstoffe und Energiegehalt der Muttermilch
Etwa 3 Monaten nach dem Einfrieren bei -20°C wird eine bedeutende Abnahme des Fett- und Kaloriengehalts beobachtet.
Gehe zur Quelle
Lagerung von Humanmilch und der Einfluss von Verfahren auf immunologische Bestandteile der Humanmilch
Sowohl zu viel Kälte als auch zu viel Wärme haben Einfluss auf die Wirkung von Nährstoffen in der Muttermilch. Einfrieren zerstört die Zellaktivität und reduziert die Vitamine B6 und C. Abkochen zerstört zusätzlich die Lipase und reduziert die Wirkung von Immunglobulin A.
Gehe zur Quelle
Gesundheitliche Auswirkungen des Stillens auf die Mutter
Stillen kann sowohl Kurzzeit - als auch Langzeiteffekte auf physische und psychische Bereiche der Mutter haben.
Gehe zur Quelle
Testberichte