Beikost Einführen: Die besten Tipps und Tricks

Beikost einführen
Zuletzt aktualisiert: 14. Juli 2020

Die Einführung der Beikost ist eines der Themen, mit denen sich Eltern nach der Geburt ihres Babys früher oder später auseinander setzen müssen. Mit der Beikost führst du deinem Baby, neben der wichtigen Muttermilch, zusätzliche Nährstoffe zu und gewöhnst es gleichzeitig an die feste Nahrungsaufnahme.

Alles, was du über die Einführung der Beikost wissen solltest, erfährst du in diesem Artikel. Für dich haben wir die besten Tipps und Tricks zusammen gesucht, die dir dabei helfen, dein Baby richtig abzustillen. Hier findest du garantiert hilfreiche Antworten auf deine Fragen, die du rund um die Einführung von Beikost hast!




Das Wichtigste in Kürze

  • Die Einführung der Beikost ist deshalb so wichtig, da die Aufnahme von Muttermilch alleine, mit dem zunehmendem Wachstum des Babys, nicht mehr ausreichend ist. Durch die Beikost können dem Baby zudem wichtige Nährstoffe und Vitamine zugeführt werden.
  • Für die optimale Entwicklung deines Babys wird empfohlen die Beikost frühstens nach dem 4. und spätestens mit dem 7. Lebensmonat einzuführen. Jedoch ist dieser Zeitpunkt lediglich ein weit verbreiteter Erfahrungswert und kann im Einzelfall abweichen.
  • Als erste Beikost dienen in der Regel verschiedene Arten von Babybrei, da diese einen Übergang zwischen der Muttermilch und fester Nahrung darstellen. Außerdem können Babys die weiche Konsistenz des Breis einfach aufnehmen.

Definition: Was ist Beikost?

Als Beikost wird grundsätzlich alles bezeichnet, was Babys außer Muttermilch oder anderweitiger Säuglingsmilchnahrung bekommen. Somit ist die Beikost vielmehr eine ergänzende Mahlzeit für das Baby, anstatt dass sie das Stillen mit Muttermilch ersetzen soll.

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Wusstest du, dass die Beikost wichtige Nährstoffe und Vitamine, sowie zusätzliche Kalorien enthält, die für den optimalen Wachstumsprozess deines Babys benötigt werden?

Beikost für Babys sind in der Regel verschiedene Brei-Arten, welche die Nahrungsaufnahme so einfach wie möglich gestalten. Sie werden unter anderem aus gekochtem und pürierten Gemüse, Obst, Getreide, Fisch, Fleisch oder Milchprodukten hergestellt.

Hintergründe: Was du über die Einführung von Beikost wissen solltest

Wieso, weshalb und warum die Einführung so wichtig für die Entwicklung deines Babys ist, erklärt Kinderarzt Dr. med. Metzler in folgendem Video sehr schön:

Warum sollte ich die Beikost einführen?

Die Einführung der Beikost ist ein wichtiger Schritt für die Entwicklung deines Babys. Grundsätzlich werden durch die Einführung der Beikost zwei wichtige Punkte adressiert:

Ausreichende Aufnahme von Nährstoffen, Vitaminen und Kalorien

In den ersten Monaten nach der Geburt ist das Wachstum von Babys besonders stark und kostet den Köper viel Energie. Deshalb ist es wenig überraschend, dass auch die Nahrungszufuhr an den erhöhten Energiebedarf angepasst werden muss.

Mit der Einführung der Beikost gehst du sicher, dass dein Baby mit den wichtigen Nährstoffen, Vitaminen und Kalorien versorgt wird, welche es für den optimalen Wachstumsprozess benötigt.

Abstillen und das Gewöhnen an feste Nahrungsaufnahme

Der zweite Punkt, den die Einführung der Beikost mittel- und langfristig verfolgt, ist das Abstillen des Babys. Durch die zusätzlich Mahlzeit der Beikost wird das Baby schrittweise an die Aufnahme fester Nahrungs- und Lebensmittel gewöhnt.

Diese Übergangsphase ist sowohl für die Mutter, als auch für das Baby selbst sehr wichtig, da das Stillen für beide Partien sehr anstrengend und nervenaufreibend sein kann. Die Einführung der Beikost stellt somit auch einen wichtigen Schritt im Entwicklungsprozess und der Selbstständigkeit des Babys dar.

Wann ist das “richtige” Babyalter, um mit der Beikost zu beginnen?

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt die Einführung der Beikost zwischen dem 5. und dem 7. Lebensmonat des Babys. Dies sind die Erfahrungswerte über den Zeitraum, in welchem die Nahrungsaufnahme der Muttermilch durch das Stillen alleine nicht mehr ausreichend ist.

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Mit zunehmendem Wachstum benötigt das Baby neben der Muttermilch weitere Nährstoffe, Vitamine und Kalorien. Diese kannst du dem Baby durch die Einführung der Beikost einfach zuführen.
(Bildquelle: Lucy Wolski / unsplash)

Wann der richtige Zeitpunkt für die Einführung der Beikost bei deinem Baby ist, kann im Einzelfall jedoch variieren. Du wirst sehr schnell merken, wenn dein Baby auch nach dem Stillen noch bzw. in immer kürzeren Abständen Hunger hat.

Zu welcher Tageszeit und wie oft sollte ich meinem Baby Beikost geben?

Auch das ist von Baby zu Baby unterschiedlich und variiert im Einzelfall. Das eine Baby isst lieber Mittags, das andere lieber Abends; das eine Baby hat öfters Hunger, das andere weniger. Zu Beginn erfolgt die Einführung der Beikost in der Regel einmal am Tag und in Verbindung mit einer “normalen” Stilleinheit.
Wie oft du deinem Baby die Beikost gibst, wirst du selbst am besten einschätzen können

Beispielsweise kannst du deinem Baby vor dem Stillen am Mittag ein paar Löffel Beikost zur Gewöhnung geben. Danach kannst du das Baby mit Muttermilch stillen, bis es satt ist. Diesen Ablauf solltest du so lange wiederholen, bis sich das Baby an den neuen Vorgang gewöhnt hat.

Schritt für Schritt kannst du die Beikost dann beispielsweise auch vor dem “Frühstück”, dem “Abendessen” oder kleine Portionen zwischen den Hauptmahlzeiten einführen. Am Ende vom Tag sollte dein Baby selbstverständlich ohne Hungergefühl zu Bett gehen.

Wie viel Beikost sollte ich meinem Baby geben?

Bedenke, dass dies bei jedem Baby unterschiedlich ist und es dementsprechend auch keine allgemein gültige Antwort auf diese Frage gibt. Das Baby sollte am Ende vom Tag auf jeden Fall nicht hungrig schlafen gehen müssen!

Als Faustregel gilt, mit ein paar Löffeln zu jeder Mahlzeit anfangen und über die Zeit langsam steigern.

Wie bereits angesprochen, ist die Beikost alleine nicht zwingend dazu gedacht, das Baby vollständig zu sättigen, sondern zusätzlich zum Stillen mit Nährstoffen, Vitaminen und Kalorien zu versorgen. Das Baby wird dementsprechend mehr oder weniger Muttermilch trinken um sein Hunger zu stillen.

Aus Erfahrung sind Mengen von 150 – 200 Gramm Beikost zu Beginn pro Tag üblich; mit fortschreitendem Wachstum der Babys können diese Mengen auch bis auf 250 – 300 Gramm ansteigen. Langsam aber sicher wird die “Beikost” das Stillen vollständig ersetzen und das Baby / Kleinkind wird ganz normale und feste Nahrung essen.

Die Beikost selbst zubereiten oder fertig aus dem Supermarkt kaufen?

Wenn du die Beikost selbst zubereitest, hast du natürlich den großen Vorteil, dass du genau weißt was du deinem Baby zu essen gibst. Doch selbst wenn es nicht kompliziert ist einen Babybrei zu zubereiten, musst du Zeit aufwenden, die vor allem während eines stressigen Alltags knapp werden kann!
Fertige Beikostprodukte sollten so natürlich wie möglich sein.

Fertige Beikost in Form von Babybrei ist somit eine super Alternative, wenn es schnell gehen muss. Obwohl alle Beikost-Fertigprodukte geprüft und unbedenklich sind, solltest du dennoch einen Blick auf die Zutatenliste werfen. Es sollte keine Geschmacks- verstärker, keine Konservierungsstoffe, sowie einen geringen Zucker- und Salzgehalt!

So kannst du sicher gehen, dass du deinem Baby nichts zuführst was es besonders in diesem jungen Alter noch nicht zu sich nehmen sollte.

Wie und mit welchen Zutaten bereite ich Beikost selbst zu?

Beikost wird dem Baby in den meisten Fällen als breiartige Mahlzeit zugeführt. Dazu werden alle Zutaten weichgekocht und am Ende zu einem Brei püriert bzw. mit einer Gabel zerdrückt. Für die Zubereitung der Beikost können Zutaten wie Gemüse, Obst, Getreide, Fisch, Fleisch oder Milchprodukte verwendet.

In folgender Tabelle haben wir für einige Zutaten gesammelt, die häufig in der Beikost für Babys zu finden sind:

Kategorie der Zutaten Nahrungs- und Lebensmittel
Gemüse Karotten, Kartoffel, Pastinake, Erbsen, Kürbis, Blumenkohl, Brokkoli, Tomate
Obst Banane, Apfel, Birne, Pfirsich, Erdbeere, Himbeere, Blaubeere
Getreide Hafer, Dinkel, Grieß, Weizen, Gerste, Roggen, Reismehl, Maismehl
Fisch Lachs, Makrele, Forelle, Kabeljau
Fleisch Schwein, Geflügel, Rind, Kalb, Lamm
Flüssigkeiten Wasser, Milch, Hafermilch, Sojamilch, Joghurt, Fruchtsaft,

Welche Beikost bzw. Arten von Brei eignen sich für welches Alter?

Die Einführung der Beikost sollte Schritt für Schritt erfolgen – sowohl von der Menge als auch von den Zutaten. Zu Beginn raten wir dir mit einem Gemüsebrei anzufangen, den du nach und nach mit weiteren Zutaten ergänzen und erweitern kannst:

  • ab 4. Monat: Gemüse und Obst
  • ab 6. Monat: Fleisch und Fisch
  • ab 8. Monat: Getreide und Reis
  • ab 12. Monat: Einführung von festen Lebensmitteln

In diesem Video werden bekommst du Antworten auf viele deiner Fragen, die du zum Start der Beikost hast:

Welche Schwierigkeiten können bei der Einführung der Beikost auftreten?

Die Einführung der Beikost verläuft nicht immer reibungslos. Sowohl für das Baby als auch für die Eltern ist diese Situation ein neuer Prozess, an den sich beide Seiten gewöhnen müssen.

Das Baby will die Beikost nicht / spuckt sie wieder aus

Ein Szenario, das vorkommen könnte ist, dass das Baby die Beikost zu Beginn nicht essen will / kann und den Brei immer wieder “ausspuckt”. Nun ist wichtig, dass du nun geduldig bleibst und das Baby nicht zwingst die Beikost zu essen.

Breche die Beikost für den Tag einfach ab und versuche es am nächsten Tag noch einmal. Denn teilweise liegt es gar nicht daran, dass das Baby die Beikost nicht will, sondern daran, dass die Motorik und der Schluckreflexe noch nicht vollständig entwickelt sind.

Das Baby hat Probleme mit der Verdauung

Ein weiteres Szenario, dass auftreten könnte ist, dass das Baby mit der Einführung der Beikost Probleme mit der Verdauung hat bzw. einen häufigeren Stuhlgang hat.

Dies ist allerdings ganz normal, da der Körper und das Verdauungssystem des Babys sich erst an die neue Kost gewöhnen muss. Diese “Probleme” könnten sich beispielsweise in einem härteren Stuhlgang oder Blähungen bemerkbar machen.

Das Baby zeigt Anzeichen einer allergischen Reaktion

Ein drittes Szenario, dass auftreten könnte ist, dass das Baby zeigt Anzeichen einer allergischen Reaktion, wie Neurodermitis, Laktose- oder Glutenunverträglichkeit aufweist. Sollte dir etwas in dieser Richtung auffallen, solltest du auf jeden Fall beim Kinderarzt vorbeischauen und dich beraten lassen.

Beikost einführen: Die besten Tipps & Tricks für die Einführung von Beikost

Um dir und deinem Baby die Einführung der Beikost so einfach wie möglich zu machen, haben wir dir die besten Tipps und Tricks im Netz zusammen gesucht und präsentieren sie dir in folgendem Abschnitt.

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Bei der Einführung der Beikost solltest du deinem Baby viel Aufmerksam schenken und die Reaktionen sorgfältig beobachten. So bekommst du ein gutes Gefühl für was es bereits bereit ist und für was nicht
(Bildquelle: Christian Hermann / unsplash)

So führst du deinem Baby die Beikost am besten zu

Wenn du deinem Baby das erste mal die Beikost gibst, kann ist dies eine sehr ungewohnte Situation für das Baby, aber auch für die Eltern. In folgendem Video wird sehr schön gezeigt, wie du die Beikost zuführst und auf was du dabei achten solltest:

Daran erkennst du, dass dein Baby bereit für die Beikost ist

Den “richtigen” Zeitpunkt um die Beikost einzuführen, wirst du als Mutter oder Vater schnell erkennen. Grundsätzlich ist es Zeit für die Beikost, wenn das Baby von der Muttermilch alleine, die es durch das Stillen bekommt, nicht mehr satt wird.

Das erkennst du beispielsweise dran, dass es anfängt zwischen den regulären Stillzeiten Hunger zu bekommen. Ein weiterer Anhaltspunkt wäre, dass sich das Baby generell Interesse für das “Essen” entwickelt, wenn es beispielsweise der Familie bei den Mahlzeiten zusieht und immer wieder auf das “Essen” der anderen zeigt.

Gib deinem Baby genügend Zeit sich an die Beikost zu gewöhnen

Die Einführung der Beikost ist Neuland für Baby und Eltern. Wichtig ist, dass du deinem Baby genügend Zeit gibst sich an die neue Situation zu gewöhnen.

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Babys müssen sich nicht nur an ein neues Essverhalten gewöhnen, sondern auch die Motorik und Schluckreflexe erlernen. Außerdem bedeutet die neuartige Kost auch eine Umstellung für das Verdauungssystem des Babys.
(Bildquelle: Andrea Piacquadio / pexels)

Es ist völlig normal, dass nicht alles auf Anhieb so gelingt, wie du dir es vielleicht vorgestellt hast. Habe viel Geduld und versuche die Umstellung der Ernährung deines Babys in keinem Fall zu erzwingen. Ist das Baby für die Beikost bereit, wird es sich dir auf jeden Fall mitteilen wollen.

So findest du leckere Rezepte für die Zubereitung von Beikost

Insbesondere im Internet findest du tolle Rezepte für die Zubereitung von Beikost. Aber auch viele allgemeine Informationen, Tipps und Tricks zur Einführung der Beikost wirst du online finden. So gibt es beispielsweise auf YouTube verschiedene Blogger, die ihr Wissen und Erfahrungen mit dir teilen möchten.

Des Weiteren findest du hilfreiche Einblicke auf zahlreichen Foren und Blogs. Auch bekannte Hersteller von Beikost, wie Hipp oder Milupa stellen kostenlosen Content für Interessenten zur Verfügung.

Fazit zur Einführung der Beikost

Die Einführung der Beikost ist eine sehr wichtige Phase im Entwicklungsprozess deines Babys. Zum einen erhält dein Baby wertvolle Nährstoffe, Vitamine und Kalorien, die das natürliche Wachstum optimal fördern, zum anderen erlernt dein Baby durch das neue Essverhalten die Motorik, die es ein komplettes Leben lang begleitet.

Zudem stellt die Einführung der Beikost eine gewisse Übergangsphase dar, in der das Baby neue Dinge erkundet, ausprobiert und festigt. Du wirst schnell merken, dass dein Baby sich extrem schnell weiterentwickelt, selbständig wird und dies auch zum Ausdruck bringt.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] https://www.kindergesundheit-info.de/themen/ernaehrung/0-12-monate/beikosteinfuehrung

[2] https://www.gesund-ins-leben.de/inhalt/brei-fahrplan-29435.html

[3] https://utopia.de/ratgeber/beikost-einfuehren-so-gewoehnst-du-dein-baby-daran/

[4] https://kinderandentisch.ch/archives/posts/beikost

[5] https://babybrei-selber-machen.de/beikost-einfuehren/

[6] https://www.eltern.de/baby/gesundheit-und-ernaehrung/beikost.html

Bildquelle: Naumenko / 123rf.com

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